22.06.2004 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Zum 40-jährigen Jubiläum des Edelmannshofes sind die Bilder Alfons Haseneders zu sehen Die unbekannte Seite des Museumsgründers

von Autor SUSProfil

Mit dem Namen Alfons Haseneder ist die Gründung des Bauernmuseums Perschen fest verbunden. Das künstlerische Talent des Diendorfer Schulleiters bleibt hinter dieser Pionierarbeit weitgehend verborgen. Nun ehrt das Freilandmuseum Neusath-Perschen Alfons Haseneder, pünktlich zum 40-jährigen Bestehen des Bauernmuseums, mit einer Werkschau seines Schaffens.

Rund 150 Exponate aus fünf Jahrzehnten sind auf dem Dachboden des Perschener Edelmannshofs zu sehen. "Noch nie waren all diese eindrucksvollen Werke Alfons Haseneders auf einem Fleck vereint", sagte Dr. Ralf Heimrath in seiner Begrüßungsrede zur Eröffnung der Ausstellung kurz vor dem Todestag des Malers. "Das malerische Schaffen gehört mit zu seiner Lebensleistung, die hiermit eine verdiente und besondere Würdigung erfährt", erläuterte der Museumsleiter. Camilla Kloos umrahmte die Vernissage musikalisch.

"Alfons Haseneder hat sich mit seiner Heimat auf vielen Gebieten befasst und ihr gedient. Durch die Bilder lässt sich eine ganz neue Seite des ,Museumsvaters' entdecken", bekräftigte Bezirksrat Alois Seegerer. Eigens zur Ausstellung wurden die Malereien des Gründers des Bauernmuseums Perschen zusammengefasst in einem eigenen Katalog veröffentlich. Möglich wurde dies durch das Engagement des Fördervereins des Oberpfälzer Freilandmuseums.

Nabburgs zweiter Bürgermeister Armin Schärtl freute sich gerade damit ein spezifisches Projekt des Bauernmuseums zu unterstützen. Lob, Anerkennung oder kleine Aufmerksamkeiten erhielten von allen Rednern Helke Jäger und Ekkehard E. Haseneder, die beiden Kinder und der Ideengeber Ernst Dausch. Außerdem Johanna Ullmann-Süß, die für die Präsentation der Bilder verantwortlich ist, für ihr Engagement an der Entstehung der Ausstellung.

Ekkehard E. Haseneder schließlich gab den Gästen eine kurze Einführung in das Werk seines Vaters. "Immer und in jeder Situation hielt er an der Malerei fest. Wer ihn kannte, kann in den Bildern deutlich die einzelnen Lebensphasen erkennen." Das älteste Bild der Ausstellung stammt aus dem Jahr 1926 und zeigt seine Mutter Fanny. Lediglich aus den Zeiten des Krieges und der Gefangenschaft, die Alfons Haseneder nach Afrika und Kanada brachten, konnten nur wenige Werke für die Schau geliehen werden. "Vor allem waren die Bilder in ihrer Gesamtheit noch nie zuvor zu sehen und beeindrucken deshalb gerade in ,seinem' Museum", sagte Ekkehard E. Haseneder.

Den Besucher erwarten neben Tusche- und Kohlezeichnungen sowie Ölbildern des angeblich farbenblinden Autodidakten vor allem Aquarelle. Die Landschaft seiner unmittelbaren Umgebung in kleinen Formaten war das bevorzugte Motiv von Alfons Haseneder. Immer wieder malte er Ansichten von Nabburg, Perschen und dem Kulm, wie etwa von Haindorf aus gesehen, die Nabburger Altstadt in Blau mit einem leuchtenden gelb-grünen Vordergrund. Anmutend auch die Zeichnungen die während der Urlaube im Bayerischen Wald, auf Sylt und am Attersee entstanden. Zu sehen sind die Kunstwerk in der Ausstellung "Alfons Haseneder: Malereien des Museumsgründers" noch bis zum 30. September im Bauernmuseum Perschen.

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