An der Seite der Arbeitnehmer

Verdi ehrte langjährige Mitglieder. Unser Foto zeigt sie mit Funktionären und Gästen. Bild: eya
Politik
Nabburg
10.09.2017
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Verdi ehrte langjährige Mitglieder. Bei den Ansprachen verdeutlichte sich: Die Gewerkschaft lässt auch weiterhin nicht locker, um für gute Arbeitsbedingungen einzutreten.

Der berufliche Werdegang der Jubilare sei sehr unterschiedlich, erklärte Vorsitzender Helmut Butz. Sie kommen aus Postdienst, von Vodafone, Kabel Deutschland, aus dem Pflegedienst beim ehemaligen Krankenhaus Nabburg, aus dem Verlags- und Druckgewerbe, Rettungsdienst, der Straßenmeisterei, der Baywa und weiteren Bereichen. "Erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit steht und fällt mit dem Engagement unserer Mitglieder", bekundete Butz dankend in Richtung aller anwesenden Mitglieder und Jubilare. "Europa muss sozialer werden", da dürfe auch nicht nachgelassen werden, dies bei der Politik und den Arbeitgebern einzufordern. Mehr Investition in Bildung, in den digitalen Wandel und in die Infrastruktur seien notwendig, denn alle seien verantwortlich dafür, den kommenden Generationen eine bessere Welt zu übergeben.

Für weniger Befristung

"Jubilarehrungen sind was Schönes", unterstrich Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann, dass es sehr wichtig sei, eine starke Gewerkschaft zu haben. Gewerkschaftsarbeit sei in vielen Bereichen unersetzlich. Einen besonderen Dank richtete er zudem an den Ortsvereinsvorsitzenden Butz für dessen unermüdlichen Einsatz.

Mit 23 000 Mitgliedern ist Verdi in der Oberpfalz der drittgrößte Bezirk Bayerns verkündete Alexander Gröbner als Bezirksgeschäftsführer stolz. "Hinter uns steht eine große Menge engagierter Menschen, die sich auch aktuell für die Stärkung der gesetzlichen Rente einsetzen", betonte er. Für die Kampagne "menschenwürdige Rente" sei der gemeinsame Einsatz der Mitglieder unerlässlich.

Helmut Butz ließ es nicht unerwähnt, dass sich MdB Marianne Schieder seit über 23 Jahren zu ihrer Gewerkschaft bekenne, in der sie bereits in der dritten Wahlperiode Mitglied im Ortsvorstand ist. Insbesondere die Themen einer solidarischen Gesellschaft sowie ihr Einsatz für die Interessen der Arbeitnehmer seien Ziele ihrer politischen Arbeit.

Marianne Schieder setzte sich in ihrer Rede für die Unterstützung der Gewerkschaften ein. In ihrer Laudatio gab sie zu bedenken, wenn man vorwärts kommen möchte, müssen die Gewerkschaften gestärkt werden. Sie dankte insbesondere den Jubilaren für ihre jahrelange wertvolle Arbeit in der Gewerkschaft. Gewerkschaft bedeute Solidarität. Eine Aufspaltung der Gesellschaft sei nicht hinnehmbar. Es müsse eine Selbstverständlichkeit sein, dass vernünftige Rahmenbedingungen, betreffend Arbeit, Bildung und Rente, vorherrschen. So stehe sie ein für unbefristete Arbeitsverträge. Die Politik müsse unbedingt daran arbeiten, dass dies zu einer Selbstverständlichkeit wird, da heutzutage etwa 40 Prozent der neu abgeschlossenen Arbeitsverträge lediglich befristet seien - mit der Folge der ungewissen Zukunftsplanungsmöglichkeiten für junge Menschen. Sie forderte höhere Löhne mit mehr Tarifbindung; Altersarmut müsse bekämpft und die Gewerkschaften insoweit gestärkt werden. Auch müsse die Politik auf verbindliche Tarifverträge hinwirken.

Ohne Kosten bilden

Auch zum Thema Bildung fand Schieder klare Worte. So ist es ihrer Meinung nach an der Zeit, an der kostenfreien Bildung für unsere Kinder zu arbeiten, um den "Rohstoff Geist" zu fördern. Darunter versteht Schieder zum Beispiel die Abschaffung von Schulgeld und Kindergartenbeiträgen sowie die Kostenfreiheit für Meisterprüfungen. Zudem führte sie aus, dass das Absinken des Rentenniveaus zu stoppen sowie die Sicherung der gesetzlichen Rente ein hohes Gut sei. Im Anschluss an die Danksagungen und Ehrungen lud der Verdi-Bezirk Oberpfalz seine Mitglieder, Gäste und Jubilare zum gemütlichen Beisammensein im Gasthaus Sauerer ein.

EhrungenVerdi-Vorsitzender Helmut Butz ehrte die Jubilare Thomas Klar und Franz Most für 40 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit. Für 25 Jahre Engagement und Mitgliedschaft wurden Doris Altmann, Hedwig Pechtl, Reinhard Hierl, Andreas Uber und Thomas Zimmet ausgezeichnet. (eya)
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