30.11.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Bayern-Lab in Nabburg eröffnet Fenster für digitale Innovationen

Wer beim Wort "Holodeck" nur an Star-Trek und Science-Fiction-Filme denkt, irrt: Die Zukunft ist längst angekommen. In Nabburg steht seit gestern das vierte "Bayern-Lab" im Freistaat, ein IT-Zentrum, um digitale neue Trends, Produkte und Projekte vorzustellen - ein Besuch bei König Ludwig II. inklusive.

Bei einem Rundgang zeigte Bayern-Lab-Leiterin Simone Hösl (Zweite von rechts) Staatssekretär Albert Füracker (links) die neuesten digitalen Trends. Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Rund eine Million Euro investierte der Freistaat in den Umbau. Entstanden ist in den Räumen des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung auf 350 Quadratmetern ein Informationszentrum, in dem moderne Technik getreu dem Motto "anschauen, anfassen, ausprobieren" erleb- und greifbar gemacht werden soll.

"Digitalisierung ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken", betonte Albert Füracker, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Er hielt in Vertretung des eigentlich angekündigten Ministers Markus Söder die Festrede zur Eröffnung des Bayern-Labs. Diese Zentren - insgesamt 13 sollen es im gesamten Freistaat werden - bezeichnete der Staatssekretär aus dem Landkreis Neumarkt als "Schaufenster für digitale Innovationen". Hier sollten digitale Themen aber nicht nur graue Theorie bleiben, sondern bunte Praxis werden. Dabei solle das Bayern-Lab eine offene Informationsplattform für alle sein und auch für die Gefahren und Risiken in der digitalen Welt sensibilisieren.

Zielgruppen sind neben der Öffentlichkeit vor allem Schulklassen und die Wirtschaft. Dabei sei das Bayern-Lab aber kein bloßer Ausstellungsort, betonte Füracker. Wechselnde Spezialthemen, Vorträge und Workshops stehen dort genauso auf der Tagesordnung. Auf zwei Etagen ist im Bayern-Lab unter anderem ein Holodeck für virtuelle Realität, ein 3-D-Drucker, Informationen über digitale Behördengänge oder über Datenschutz und Sicherheit im Netz sowie die schnellste Internetverbindung im gesamten Landkreis zu finden. "Hier ist etwas Wunderbares entstanden", war der Staatssekretär überzeugt. Landrat Thomas Ebeling bezeichnete das Bayern-Lab in einem Grußwort als "Ort, wo Zukunft greifbar wird", und Bürgermeister Armin Schärtl freute sich über die "Top-Aufwertung in der Altstadt".

Nach den Rednern erteilten die beiden Pfarrer Hannes Lorenz und seine evangelische Kollegin Irene Friedrich den Räumen den kirchlichen Segen. Amtsleiter Engelbert Zollner hatte zuvor die zahlreichen Ehrengäste der Feierstunde willkommen geheißen. Bei einer Führung mit Simone Hösl, der Leiterin des Bayern-Labs in Nabburg, machte sich Staatssekretär Füracker selber ein Bild von den technischen Finessen, die dort zu erleben sind. Mit Landrat Thomas Ebeling besuchte er virtuell das Arbeitszimmer von König Ludwig auf Schloss Neuschwanstein, ließ ein dreidimensionales Porträt von sich ausdrucken oder informierte sich in einer Videokonferenz mit den Bayern-Labs in Bad Neustadt an der Saale, Wunsiedel und Traunstein über die Erfahrungen mit dem digitalen Infozentrum.

Das Bayern-Lab ist zu den Öffnungszeiten kostenlos für Besucher zugänglich. Bereits von Freitag bis einschließlich Sonntag können sich Interessierte von 9 bis 16 Uhr einen Einblick verschaffen.

Digitale Strategie auf drei Standbeinen

Bayern-Labs sind neben dem Breitbandausbau und der Bereitstellung von kostenlosen Hotspots im Zuge des "Bayern-Wlan" ein wichtiges Standbein der Digitalisierungs-Strategie des Freistaates. Insgesamt 13 Bayern-Labs sollen dazu entstehen. Nach Bad Neustadt an der Saale, Traunstein und Wunsiedel war nun am gestrigen Donnerstag Nabburg an der Reihe.

Beheimatet ist das Bayern-Lab in den Räumen des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung im Schlossgarten. Bewusst seien bei der Auswahl der Orte nicht die Ballungszentren gewählt worden, legte Finanz-Staatssekretär Albert Füracker bei der Eröffnung des Bayern-Labs dar. Angesichts der guten Erfahrungen und der Resonanz bei zahlreichen Veranstaltungen sei entschieden worden, die Zahl der Bayern-Labs von ursprünglich geplanten 8 auf 13 zu erhöhen. Den Breitbandausbau in den vergangenen Jahren als Standbein der Digitalisierungs-Strategie bezeichnete der Redner als Erfolgsgeschichte. So seien 1995 von 2096 bayerischen Kommunen im Förderprogramm. "Unsere Zusage 'Glasfaser in jedem Dorf' können wir in jedem Fall einhalten", unterstrich Füracker.

Gleiches gilt für das Bayern-Wlan: Hier würden bis zum Jahr 2020 insgesamt 20 000 Hotspots im gesamten Freistaat kostenfrei zur Verfügung stehen, betonte der Staatssekretär. (tib)

Digitalisierung ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.Staatssekretär Albert Füracker
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