30.11.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Bericht des Bürgermeisters bei der Bürgerversammlung Stadtentwicklung in 60 Minuten

Für Bürgermeister Armin Schärtl liegen erfolgreiche Monate hinter der Stadt: Bei der Bürgerversammlung präsentiert er Zahlen, die die positive Entwicklung der Kommune unterstreichen und blickt auf angestoßene oder abgeschlossene Projekte zurück. Eines davon beschäftigte die Stadt seit dem Jahr 1993.

Bürgermeister Armin Schärtl blickte bei der Bürgerversammlung auf die vergangenen Monate zurück und wagte einen Ausblick auf anstehende Aufgaben in der Stadt. Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Breitband, Kanalbau, Bahnübergang (wir berichteten) oder Handelszentrum im Krankenhausgarten: Die Themen waren vielfältig. In einer einstündigen Präsentation ging Stadtoberhaupt Armin Schärtl bei der Bürgerversammlung auf die Schwerpunkte der Rathausarbeit ein, streifte wichtige Stadtratsbeschlüsse und wagte einen Ausblick auf anstehende Projekte in der Stadt.

Die größte Maßnahme des Jahres ist die derzeit noch laufende Verlegung der Wasserleitung verbunden mit der Straßensanierung in der Regensburger Straße, der Georgen- sowie der Mittelschulstraße. Im Sommer konnte die Stadt außerdem einen Schlussstrich unter den Kanalbau ziehen. Mit dem Abschluss der Arbeiten in Haindorf ist damit ein von der Planung bis zur jetzigen Fertigstellung rund 24 Jahre dauerndes Großprojekt in der Stadt beendet. Laut Schärtl investierte die Stadt für den Anschluss der zwölf Ortsteile insgesamt rund 8,2 Millionen Euro. Einen guten Teil davon - 3,2 Millionen Euro - schoss der Freistaat zu.

Neues Baugebiet

Im Garten des ehemaligen Krankenhauses laufen außerdem seit Mai vorbereitende Arbeiten, um dort ein kleines Handelszentrum entstehen zu lassen. "Wir wollen dem Ansinnen des Bürgerentscheids da nachkommen, wo man es braucht", sagte Stadtoberhaupt Schärtl angesichts der Diskussionen und des Bürgerentscheids um ein derartiges Zentrum im Stadtosten im vergangenen Jahr. Mit der steigenden Einwohnerzahl (siehe Infokasten) wächst in der Stadt auch der Bedarf an Bauland. Deshalb hat die Stadt im September insgesamt 3,5 Hektar Ackerland in Diendorf gekauft, um dort das Baugebiet "Hirtenleite III" zu erschließen. Wie Schärtl bei der Bürgerversammlung sagte, liegen für die 43 Parzellen bereits 56 Vormerkungen interessierter Bauherren vor.

Weitere Gespräche

Weiter im Laufen ist das Verfahren zur Wassergewinnung in Asbach. Nach mehreren Gesprächen mit der Stadt Pfreimd und dem Erörterungstermin am 21. September diesen Jahres stehen nun weitere Abstimmungsgespräche mit dem Markt Schwarzenfeld an. Wieder aufgenommen seien auch die Bauarbeiten für den Breitbandausbau in der Stadt. Noch nicht abzusehen sei allerdings, ob sie noch in diesem Jahr vollständig abgeschlossen werden können. So werden die Straßenquerungen laut Schärtl zunächst provisorisch geteert und im Frühjahr endgültig verschlossen. "Der Winterdienst ist aber gewährleistet", unterstrich der Bürgermeister.

Abschließend ein Ausblick auf anstehende Projekte: Schärtl nannte unter anderem die Planung für die Generalsanierung der Mittelschule, den ersten Bauabschnitt für den westlichen Teil des Zwingerwegs, das Areal Sparkassenparkplatz und "Leingärtnerhaus" oder den Fahrzeugkauf für die Feuerwehr Neusath.

Nach der Präsentation des Stadtoberhauptes hätten die Bürger die Gelegenheit gehabt, das Wort zu ergreifen und Anliegen anzusprechen. Aus den Reihen der Besucher gab es aber keine einzige Meldung. "Damit habe ich nicht gerechnet, ich bin aber sehr glücklich, wenn alle zufrieden sind", kommentierte Bürgermeister Schärtl diesen Umstand.

Zahlen aus dem Rathaus

Die Einwohnerentwicklung in der Stadt ist positiv. "Wir schlagen der demografischen Entwicklung ein Schnippchen", sagte Bürgermeister Armin Schärtl bei der Bürgerversammlung angesichts des Einwohner-Zuwachses auf 6180 bis dato.

Generell gibt es laut Schärtl mehr Zuzüge (327) als Wegzüge (121) sowie mehr Geburten als Sterbefälle. Über 60 Neubürger erblickten in diesem Jahr bis zum heutigen Tag das Licht der Welt. Darunter waren auch wieder zwei waschechte Nabburger, die bei Hausgeburten auf die Welt kamen. Positive Zahlen auch aus der Wirtschaft: Auch wenn die aktuellen Zahlen noch nicht vorlägen, so lasse sich dennoch bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze eine steigende Tendenz feststellen, hob das Stadtoberhaupt hervor. Die Steuerkraft - ein Indiz für die wirtschaftliche Lage - liege bei über 1000 Euro pro Einwohner - "ein Allzeithoch", freute sich der Bürgermeister. Damit liegt die Kommune über den Bayernschnitt.

Dass es der Stadt gut gehe, machte er auch an den Zahlen zur Umlagekraft fest. Diese setzt sich aus der Steuerkraft und 80 Prozent der staatlichen Schlüsselzuweisungen zusammen und dient als Grundlage für die Summe, die als Umlage jährlich an den Landkreis zu zahlen ist. Die Stadt Nabburg liegt bei der Umlagekraft im Landkreis in diesem Jahr auf Platz vier. 2013 hatte sie noch Rang 16 belegt. Die Gewerbesteuer spülte über 3,5 Millionen Euro in den Stadtsäckel.

Dem gegenüber steht die Pro-Kopf-Verschuldung, die bei rund 1300 Euro liegt. "Es gibt natürlich Gemeinden, die weniger haben - aber die haben nicht so viel investiert wie wir", führte Bürgermeister Schärtl aus. Die Schlüsselzuweisungen für die Stadt sanken in den vergangenen Jahren von rund 700 000 in den Jahren 2013 bis 2015 auf rund 70 000 in diesem Jahr. (tib)

Wir wollen dem Ansinnen des Bürgerentscheids da nachkommen, wo man es braucht.Bürgermeister Armin Schärtl zum geplanten Handelszentrum im Garten des ehemaligen Krankenhauses
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