18.04.2018 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Dritter Tag des Erörterungstermins zur Beseitigung des Bahnübergangs Bedenken an den Kreisverkehren

Für die Beseitigung des Bahnübergangs und die Verlegung der Staatsstraße ist auch Privatgrund nötig. Die Einwände der Grundstücksbesitzer, die Flächen abtreten müssten, stehen am dritten Tag des Erörterungstermins im Mittelpunkt. Der Fokus liegt dabei auf zwei Kreisverkehren am Anfang und Ende der künftigen Trasse.

Im östlichen Bereich des Planungsgebietes ist an der jetzigen Kreuzung der Oberviechtacher Straße mit der Staatsstraße 2040 der Bau eines Kreisverkehrs vorgesehen. Dieser stand am dritten Tag des Erörterungstermins zur Beseitigung des Bahnübergangs im Fokus. Bild: Amann
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Im Zuge der Verlegung der Staatsstraße ist auch je ein Kreisverkehr am Anfang beziehungsweise dem Ende der neuen Trasse vorgesehen. Am dritten Tag des Erörterungstermins kamen Betroffene an die Reihe, die für die Umsetzung des Jahrhundertprojektes "Beseitigung des Bahnübergangs" Flächen auf ihrem Grundstück abgeben müssen. Das betraf zum Beispiel ein Areal am künftigen Kreisverkehr im Bereich des China-Restaurantes. Der Einwender sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, den Kreisverkehr etwas zu verschieben.

Dem entgegnete Stefan Noll, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach: Der dort geplante Kreisverkehr sei mit einem Außendurchmesser von 35 Metern ohnehin schon kompakt geplant. Eine Verschiebung sei aus fahrgeometrischen Gründen wohl nicht möglich, weil die Befahrbarkeit im geplanten Umfang des Kreisverkehrs sonst nicht mehr gewährleistet sei. Nolls Fazit: "Das ist ein Eingriff, der sich nicht vermeiden lässt". Möglich wäre eine Verschiebung wohl, wenn der Kreisverkehr den Venediger Weg und die Hütgasse nicht mehr anbindet. "Aber das wäre ein erhebliches Problem", fuhr der Behördenvertreter fort.

Mehrere Varianten

Der Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt sagte aber zu, dass die Behörde dennoch eine weitere Überprüfung vornehmen werde. Dabei untersucht sie auch mehrere Varianten: Verzicht auf den Kreisverkehr und Beibehaltung der jetzigen Situation, Verschiebung des Kreisverkehrs, Ausweisung des Venediger Weges und der Hütgasse als Einbahnstraßen sowie eine mögliche Ampel an der bestehenden Kreuzung. Für den Bau des neuen Kreisverkehrs wird außerdem die Fläche dreier Parkplätze auf einem angrenzenden Grundstück benötigt. Dafür sagte das Staatliche Bauamt Ersatz zu: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden drei Stellplätze auf dem ehemaligen Sparkassen-Parkplatz zur Verfügung gestellt.

Die Dimensionierung des zweiten Kreisverkehrs an der Regensburger Straße war Gegenstand eines weiteren Einwandes: Dieser sei mit einem Außendurchmesser von 38 Metern deutlich zu groß dimensioniert. Dieser Einwand bezog sich auf einen Forschungsbericht und zog dessen Ergebnisse zu Rate. Der Regelwert liege demzufolge bei 30 bis 35 Meter. "Das muss aber auch geometrisch funktionieren", entgegnete Noll. Die Ein- und Ausfahrtsradien der Äste dürften sich nicht überschneiden. Sie bestimmen deshalb den Radius. Ein geforderter Mini-Kreisverkehr an dieser Stelle mit einem deutlich kleineren Durchmesser war für den Abteilungsleiter beim Bauamt durch die als Staatsstraße klassifizierte Straße und auch aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen.

Eine weitere Befürchtung: Durch den Ausbau könnte die Strecke durch die Stadt für den Schwerlastverkehr als Abkürzung zur A 6 attraktiv werden. Hierzu entgegnete der Vertreter des zuständigen Ingenieurbüros, dass die Lastwagen auf ihrem Weg durch die Stadt künftig zwei Kreisverkehre, eine Ampel, eine enge Kurve sowie eine Bedarfs-Fußgängerampel passieren müssen und darüberhinaus innerorts nur 50 Kilometer in der Stunde fahren dürfen. Die befürchteten Zeitgewinne für den Schwerlastverkehr seien aus diesem Grund nicht zu bestätigen. Nicht enthalten ist in den Verkehrsermittlungen das Aufkommen, das in diesem Bereich durch ein mögliches kleines Einkaufszentrum im ehemaligen Krankenhauspark entsteht. Das Staatliche Bauamt sicherte generell zu, die Achsgestaltung des Kreisverkehrs in der Regensburger Straße noch einmal zu überprüfen.

Keine Umgehung

Geäußert wurde auch der Vorschlag, die Stadt mit einer Ortsumgehung zu umfahren. Der Einwender erhielt zur Antwort, dass es in der Stadt sehr viel Binnenverkehr - Verkehr innerhalb der Stadt - gebe. Deshalb würde eine weiträumigere Umfahrung nicht zu einer signifikanten Reduzierung des Verkehrsaufkommens in der Stadt führen. Außerdem würde dadurch das Planungsziel - die Beseitigung des Bahnübergangs - nicht erreicht.

Weitere Einwände bezogen sich in der Regel auf die Auswirkungen des Projektes auf das eigene Grundstück. Sie hatten zum Beispiel Befürchtungen wegen des Lärms, der Abgase oder Hochwassergefahr zum Inhalt. Heute - am letzten Tag des Erörterungstermins - sind die Privateinwendungen, die durch Grundabtretung betroffen sind und anwaltschaftlich vertreten werden, am Zug.

Das ist ein Eingriff, der sich nicht vermeiden lässt.Abteilungsleiter Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt

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