10.03.2009 - 00:00 Uhr
NabburgOberpfalz

EU-Parlamentarier Albert Deß spricht vor Schülern des Schmeller-Gymnasiums Schwandorf Europa in längster Friedensperiode

Im europäischen Vergleich ist es nur eine kurze Strecke, für den Europaabgeordneten Albert Deß aber dennoch ein Stück Weg: 80 Kilometer ist er am Montag vom heimischen Neumarkt nach Nabburg gefahren, um am "Europatag" vor Sozialkundeschülern der Kollegstufe des Schmeller-Gymnasiums zu sprechen.

von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Um zu erkennen, dass sich Deß, der seit fünf Jahren für die Christsozialen im Europaparlament sitzt, mit seiner Funktion identifiziert, genügt ein Blick auf das Nummernschild seines Autos, für das er die Buchstabenkombination "NM-EU" gewählt hat. Auch sonst macht der 61-Jährige aus der westlichen Oberpfalz aus seiner EU-Begeisterung keinen Hehl. Immerhin bewirbt sich Albert Deß, der auch schon 14 Jahre dem Deutschen Bundestag angehört hat, am 7. Juni erneut um Sitz und Stimme im Europäischen Parlament. Entfacht, so der Abgeordnete, wurde seine Europa-Leidenschaft bereits im zarten Alter von 16 Jahren.

Eine politische Vision

Und das kam so: Deß war damals, also 1963, mit Mitschülern eine Woche lang in Straßburg, um französische Jugendliche zu treffen. Eingeladen hatte der Parlamentarier Dr. Heinrich Aigner. Aigner hatte die politische Vision, dass die Zusammenarbeit der sechs EU-Gründerstaaten Europa demokratisch machen werde (damals gab es noch Diktaturen, etwa in Griechenland und Spanien), auch der Eiserne Vorhang fallen und Europa seine längste Friedensperiode erleben werde. "Meine Großmutter, die zwei Kriege erlebt hat, hat damals gesagt, das wäre zu schön, um wahr zu sein." Und jetzt, so Deß, "leben wir bereits im 63. Friedensjahr". Der Friede sei die größte Errungenschaft des Einigungsprozesses, ist sich der Politiker sicher. "Denn Frieden ist nicht selbstverständlich." Als Europa-Abgeordneter wolle er an diesem Prozess mitarbeiten.

Brüssler Vorschriften werden heftig kritisiert

Es geht natürlich auch eine Stufe niedriger, und da kommen die EU-Vorschriften ins Spiel. Dass so manche Brüssler Vorschrift in Deutschland heftig kritisiert wird ist für Deß schlicht ein Kommunikationsproblem, siehe das Brezensalz. "Niemand will den Kunden das Salz auf der Breze streitig machen, das haben die Medien falsch vermittelt", versicherte er. Es sei schlicht darum gegangen, dass Lebensmittel mit viel Salz nicht als besonders gesund beworben werden dürfen. "Aber das machen die Bäcker mit ihren Brezen sowieso nicht", ist Deß überzeugt.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.