27.10.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Experte stellt Energiekonzept für das Schmeller-Gymnasium vor - Wirtschaftlich "schwer ... Hohe Kosten, geringer Nutzen

Schwandorf/Nabburg. (tib/plcs) Obwohl das Gebäude bereits relativ alt ist, hält sich der Energieverbrauch in Grenzen: 1 108 500 Kilowattstunden benötigt das Nabburger Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium im Jahr. Darin enthalten ist die Schwimmhalle, die alleine mit fast 400 000 Kilowattstunden zu Buche schlägt. Im Zuge des Energieeffizienz-Netzwerkes mit dem Institut für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden wurde für die Schule ein Konzept erarbeitet, das mögliche Energiesparpotenziale suchen sollte.

Das Nabburger Gymnasium ist zwar bereits älter, vom Energieverbrauch her aber in einem guten Zustand. Bild: plcs
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Vorneweg: Es gäbe Möglichkeiten, "wenn man alle Bauteile auf den aktuellen Stand der Technik setzen kann", betonte Ingenieur Stefan Schedl vom Institut für Energietechnik. Er stellte die Ergebnisse der Untersuchung bei der Sitzung des Landkreis-Bauausschusses vor. 30 Prozent der Wärmeverluste entfallen seinen Ausführungen zufolge auf die unsanierten Fenster, 14 Prozent auf die Bodenplatte. Dem Machbaren steht aber die Wirtschaftlichkeit gegenüber, die Schedl folgendermaßen definierte: "schwer darstellbar". Das heißt, relativ hohen Kosten - Schedl nannte rund 1,3 Millionen Euro für die energetische Sanierung des Schulgebäudes - steht angesichts des jetzt bereits relativ niedrigen Energieverbrauchs eine im Verhältnis geringe weitere Einsparung gegenüber. "Die Kosten amortisieren sich sehr schlecht", betonte Schedl.

Als mögliche Maßnahmen, um den Energieverbrauch am Schmeller-Gymnasium weiter zu senken, nannte der Experte zum Beispiel die Dämmung der Außenwände oder den Austausch der Lichtkuppeln sowie der Fenster im Bau II der Schule. Angesichts des Kosten-Nutzen-Aufwands empfahl Schedl dem Ausschuss eine sukzessive Sanierung des Gebäudes. Sein Fazit: "Es besteht kein dringender Handlungsbedarf." In absehbarer Zeit sei aber die Erneuerung des Wärmeerzeugers nötig. Der Kessel stamme aus dem Jahr 1992. Möglich wäre es auch, die Bildungseinrichtungen auf dem Schulberg in einem Wärmeverbund zusammenzuführen.

Tipps vom Experten

Wichtig für eine Energieeinsparung ist laut Stefan Schedl von der OTH Amberg-Weiden vor allem richtiges Lüften in den Zimmern. Alle zwei bis drei Stunden Stoßlüften sei wesentlich besser, als den ganzen Tag die Fenster zu kippen. Am effektivsten sei dabei die Querlüftung: Fenster und Türen werden gleichzeitig geöffnet. So kühlen auch die Oberflächen nicht so stark aus, was das Raumklima angenehmer macht. Der Behaglichkeitsbereich liegt laut dem Experten zwischen 19 und 23 Grad Celsius und 40 bis 50 Prozent Luftfeuchtigkeit. Für Büros und Klassenräume sei eine Temperatur von 20 Grad Celsius ideal. LED- und Energiesparlampen könnten außerdem den Verbrauch merklich senken. Elektronische Geräte sollten außerdem nicht auf Stand-by gelassen werden. Stattdessen sollten abschaltbare Steckdosenleisten benutzt werden. (plcs)

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