15.09.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Für ein Handelszentrum

Der Stadt gehört jetzt der ehemalige Krankenhauspark. Das zwei Hektar große Gelände soll der Ansiedlung eines Handelszentrums dienen. Mit der Vorstellung erster Pläne ist in der nächsten Woche zu rechnen.

Das rot markierte Grundstück gehörte dem Landkreis, das gelbe dem BRK: Beide Teile befinden sich nun im Eigentum der Stadt. Im bisherigen Park des einstigen Krankenhauses (rosa, oben links) soll nun an der Regensburger Straße (unten) ein Handelszentrum analog zum gescheiterten Bürgerentscheid-Projekt entstehen. Plan: Stadt Nabburg
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Das Grundstücksgeschäft, das der Stadtrat schon vor mehreren Monaten beschlossen hatte, ist seit wenigen Tagen perfekt. Nachdem die Stadt bereits vor einigen Wochen einen 0,47 Hektar großen und bisher dem Landkreis gehörenden Teil des Geländes an der Regensburger Straße (Weiher und Umfeld) erworben hatte, gehört ihr nun auch das wesentlich größere Stück des einstigen Krankenhausparks, das sich über den Hubschrauberlandeplatz hinauf zieht bis zu den Parkplätzen. Dieser Teil befand sich bislang im Eigentum des Bayerischen Roten Kreuzes in der Nachfolge der gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises. Weil dazu der BRK-Landesverband auch seine Zustimmung geben musste, zog sich dieser Kauf nach Angaben von Bürgermeister Armin Schärtl länger hin.

Schärtl und sein Stellvertreter Kurt Koppmann informierten in dieser Woche bei einem Pressegespräch darüber, dass auf diesem Gelände eine Nachfolgeregelung für den geschlossenen Diska-Markt und zugleich eine Umsetzung des Bürgerbegehrens für ein Handelszentrum erfolgen solle. Dazu hatte sich der Stadtrat schon im Mai in einer nichtöffentlichen Sitzung die Vorstellungen von drei interessierten Projektentwicklern angehört. Zum Zug kam letztlich die Ratisbona GmbH aus Ponholz (Stadt Maxhütte-Haidhof). Aus dem Rennen sind dagegen Michael von Keitz von der Bayreuther Unternehmensgruppe Graf Thun und Hohenstein Veit, die das per Bürgerentscheid verlangte und dann aber nicht zustande gekommene Handelszentrum am östlichen Rand der Stadt bauen wollte, und ein Großcenter-Planer aus Norddeutschland.

Die Erschließung des Grundstücks soll über die Regensburger Straße erfolgen. Am nächsten Donnerstag wird im Rathaus der Ratisbona-Inhaber Rudolf Schels erwartet, um seine Ideen für die Bebauung des einstigen Krankenhausparks zu präsentieren. Nach den Worten des Bürgermeisters hatte man ihm die Vorgabe gemacht, einen Lebensmittelmarkt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche und zwei Fachmärkte zu planen.

Um das Vorhaben verwirklichen zu können, sind Änderungen in der städtischen Bauleitplanung und das Aufstellen eines Bebauungsplanes nötig. Diese Schritte möchte der Stadtrat in der Sitzung am 10. Oktober einleiten. Mit den Zielen des Landesentwicklungsplans und des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes geht dieses Handelszentrum nun laut Schärtl konform.

Das Projekt an der Staatsstraße nach Oberviechtach, auf einem Areal zwischen Sauerzapf- und Schlörstraße geplant, war hingegen genau daran gescheitert, zumal die Stadt schon damals die Zusage hatte, das alte Krankenhausgelände kaufen zu können. Somit konnte sie eine Fläche für ein Handelszentrum an anderer Stelle vorweisen, so dass die Genehmigungsbehörden keinen Grund sahen, einen Ausnahmetatbestand für das Bürgerentscheid-Grundstück zu schaffen.

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