Für Rente, die reicht

Politik
Nabburg
19.05.2017
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Eine gut finanzierte gesetzliche Rente ist verlässlicher und sicherer als jede private Vorsorge. Das Umlagesystem bietet die größte Sicherheit, meint die Gewerkschaft Verdi. Auf eine solche Basis müssten weitere Säulen aufsetzen. Sie unterstützt deshalb die DGB-Kampagne "Gute Rente geht".

Es gelte, den Abwärtstrend zu stoppen. Dazu haben die Gewerkschaften im DGB die Kampagne zum Kurswechsel in der gesetzlichen Rentenversicherung gestartet. Ein Kurswechsel sei zwingend erforderlich und zwar für die Jungen: So lautete das Fazit von Manfred Haberzeth, Verdi-Seniorensprecher, in einer Versammlung des Verdi-Ortsvereins im Gasthaus Sauerer. Ortsvereinsvorsitzender Helmut Butz freute sich laut Pressemitteilung über den starken Zuspruch zur Versammlung. Die Gewerkschaften hätten es geschafft, dass dieses Thema ganz oben auf der politischen Tagesordnung steht.

In 17 "Reform"-Gesetzen seit 1978 wurde an der Rentenformel aus der Rentenreform von 1957 herumgebastelt. Ziel waren geringe Verbesserungen und überwiegend Einschnitte. Statt dem damals angepeilten Ziel, ein Rentenniveau von 60 Prozent zu erreichen, stehe heute ein Ergebnis von knapp über 47 Prozent. Betrachte man nur die Höhe der Renten für Männer in Bayern, die bis 2015 in Rente gegangen sind, wird der rasante Abstieg deutlich: Der Durchschnitt sinke von 1078 auf 1049 Euro.

Ein Kurswechsel ist laut Verdi möglich und finanzierbar. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen zwar die Beiträge auf 22 Prozent steigen, die Renten aber trotzdem sinken. Wenn dieser Anstieg früher beginnt, könnten das Absinken gestoppt und Reserven gebildet werden. Genauso wichtig sei aber, dass der Griff in die Rentenkasse zur Haushaltskonsolidierung und Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben beendet wird. Ganz zu schweigen davon, was alles in die Förderung privater Vorsorgesysteme fließt. Ein konsequentes Umlagesystem mache eine Rentenhöhe wie in Österreich möglich.

Durch Krankheit, Erwerbsminderung oder Arbeitslosigkeit werde die Lebensleistung häufig entwertet, weil die Betroffenen es oft nicht bis zur regulären Rente schaffen. Dazu müsse berücksichtigt werden, dass es einen umfangreichen Niedriglohnsektor gibt, Eltern und pflegende Angehörige wichtige gesellschaftliche Leistungen erbringen. Das gehe über die abgeschaffte Rente nach Mindestentgeltpunkten, eine bessere Anerkennung von Pflege sowie Aus- und Weiterbildungszeiten und eine Anhebung bei den Erwerbsminderungsrenten. Im Ergebnis kommt es aber für alle Sonderheiten im Rentensystem auf eine Basis an, die zum Leben nach langer Berufstätigkeit auch reicht. Neuer Überlegungen bedürfe es aufgrund der sich abzeichnenden Folgen aus der vierten industriellen Revolution.
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