11.09.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Jetzt alle Ortsteile der Stadt Nabburg abwassertechnisch versorgt Millionenprojekt abgeschlossen

Für die Haindorfer ist jetzt eine beschwerliche Zeit zu Ende gegangen. Nachdem die Abwasserleitung verlegt und ihre Straße wieder asphaltiert ist, ist im Dorf nach einem Jahr wieder Ruhe eingekehrt. Mit dem Abschluss dieser Maßnahme kann die Stadt Nabburg gleichzeitig ein übergreifendes Großprojekt ad acta legen.

Ein letzter Blick auf den Plan: Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann (rechts) und Ulrich Süß vom städtischen Bauamt erläuterten dem Umfang der Tiefbaumaßnahme.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Wie Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann und Ulrich Süß vom städtischen Bauamt vor Ort mitteilten, seien mit der Vollendung der Abwasseranlage Haindorf "alle Ortsteile der Stadt Nabburg abwassertechnisch entsorgt". Koppmann erinnerte daran, dass 1993 der Stadtrat dem Ingenieurbüro Weiss aus Neunburg v. W. den Auftrag erteilt habe, für die noch nicht angeschlossenen Ortschaften Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. 1995 wurde der entsprechende Entwurf vorgelegt. Später kam noch ein Abwasserentsorgungskonzept hinzu, um die wirtschaftlichsten Lösung zu ermitteln.

Zwölf Ortschaften

Im Zeitraum zwischen 2003 und 2008 wurden als Folge des Konzepts Bergelshof und Lissenthan angeschlossen. Die Anlagen in den restlichen zehn Ortschaften wurden ab 2009 bis jetzt errichtet und mit Haindorf konnte die Gesamtmaßnahme nun abgeschlossen werden. Neben den drei genannten Orten gibt es zwischenzeitlich auch in Etzelhof, Passelsdorf, Diepoltshof, Brudersdorf, Namsenbach, Eckendorf und Höflarn moderne Abwasserentsorgung mit Kanälen und Pumpstationen. Für die insgesamt zwölf Ortschaften investierte die Stadt 8,2 Millionen Euro; der Freistaat Bayern gewährte dafür Zuschüsse in Höhe von 3,2 Millionen Euro.

Andernorts mussten andere Lösungen gesucht werden, um die Anschlusskosten nicht astronomisch hoch werden zu lassen. So hat man für Girnitz und Windpaißing städtische Ortsteilkläranlagen errichtet, da sie zu weit von der Nabburger Kläranlage entfernt sind.

Eine Abwasserreinigung in privaten häuslichen Kleinkläranlagen erfolgt in Wölsenberg, Fraunberg, Ragenhof, Haselhof, Wiesensüß, Grubhof, Stöcklhof, Kumpfmühle, Bärnmühle, Richtmühle, Tauchersdorf und Obersteinbach. Die beiden zuletzt genannten Ortschaften haben eine private Ortsteilkläranlage errichtet, die von den Bewohnern betrieben wird.

Ein Jahr lang in Haindorf

Die Baumaßnahmen in Haindorf wurden 2016 ausgeschrieben, Beginn war vor einem Jahr. Gebaut wurden 400 Meter Ortskanäle und 330 Meter Verbindungsleitungen zwischen den beiden Ortsteilen, die von einem Bahngleis getrennt werden. Im östlichen Ortsteil wurde beim Dorfweiher ein Abwasserpumpwerk errichtet. Von dort wird das gesamte Schmutzwasser über eine 500 Meter lange Druckleitung, teilweise unter der Naab, in das bestehende Pumpwerk nördlich des Bauernmuseums geleitet. "Verlegt wurde die Leitung unter dem Fluss mittels Bohrspülverfahren", informierte Süß. Zeitgleich wurden das Breitbandkabel mit verlegt und die Straßen wieder hergestellt.

Die Kanalarbeiten wurden von der Firma Baumer aus Oberviechtach durchgeführt, die Asphaltierung erfolgte durch die Firma Huber aus Rötz. Den Zuschlag für die maschinen- und elektrotechnische Ausstattung für das Pumpwerk hatte die Firma Scharr-Tec aus Neukirchen erhalten. Die Baubetreuung hatte Wolfgang Vetter vom Ingenieurbüro Weiss, dem ein ausdrückliches Lob der beiden Vertreter der Stadt galt.

Jetzt anschließen lassen

In den nächsten zwei bis drei Wochen werden noch Restarbeiten wie das Erstellen der Bankette und die Inbetriebnahme des Pumpwerkes durchgeführt. "Sobald die Anlage in Betrieb ist, werden die Grundstückseigentümer von der Stadt angeschrieben, mit Hinweisen zum Anschluss an die Kanalisation", sagte Kurt Koppmann.

In ihrer Bilanz sprachen Koppmann und Süß auch davon, dass sich die Stadt Nabburg neben den Firmen und dem Ingenieurbüro beim Wasserwirtschaftsamt Weiden für die gute Zusammenarbeit bedanke. "Ein besonderes Dankeschön geht vor allem an die Bewohner der einzelnen Ortschaften für ihr Verständnis. Bis auf einen Fall gab es in den vergangenen 14 Jahren keine größeren Probleme, die nicht einvernehmlich ausgeräumt werden konnten", schloss der Zweite Bürgermeister.

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