24.11.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Kreisbehörde genehmigt Flächennutzungsplan nicht "Nein" aus dem Landratsamt

Wenn die Rahmenplantrasse zur Beseitigung des Bahnübergangs umgesetzt wird, muss die Baywa ihren jetzigen Standort beim Bahnhof aufgeben, weil große Teile ihrer Fläche auf dem Verlauf der neuen Straße liegen. Für eine mögliche Umsiedlung des Unternehmens stünde ein Areal im neuen Gewerbegebiet "Am Diendorfer Graben" im Stadtteil Diendorf zur Verfügung. So weit, so bekannt. Aber: Das Landratsamt hat den von der Stadt dafür geänderten Flächennutzungsplan nicht genehmigt. Das teilte Bürgermeister Armin Schärtl bei der Bürgerversammlung am Donnerstag in der Nordgauhalle mit.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Wie aus gut unterrichteten Quellen zu vernehmen war, wurde der Stadtrat im nichtöffentlichen Teil der vergangenen Sitzung bereits über diese Entwicklung in Kenntnis gesetzt. Das Stadtoberhaupt kündigte nun an, dieses Thema in der Dezember-Sitzung des Gremiums auf die Tagesordnung zu nehmen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Auch vonseiten des Landratsamtes war auf Nachfrage unserer Zeitung am gestrigen Freitag zu hören, dass die Türe für weitere Verhandlungen in dieser Frage trotz der behördlichen Ablehnung noch nicht endgültig geschlossen ist (siehe Infokasten).

Generell sagte Schärtl zur Beseitigung des Bahnübergangs an die Zuhörer gewandt: "Mir geht das viel zu langsam - das wissen Sie." Es sei aber nicht so, dass in diesem Jahr nichts passiert sei. Schärtl nannte in diesem Zusammenhang weiteren Grunderwerb durch den Freistaat oder Bohrungen und Baugrunduntersuchungen in der Naab. Aus einem Zeitungsbericht zitierte er, dass es im Freistaat Bayern mit über 3000 Bahnübergängen so viele wie in keinem anderen Bundesland gebe. Dort hätten sich im vergangenen Jahr 35 Unfälle mit sechs Todesopfern ereignet.

Wie Schärtl weiter ausführte, habe er in einem Gespräch mit der Regierung der Oberpfalz betont, dass die Geduld der Nabburger Bürger langsam zu Ende gehe, wenn sich beim Bahnübergang nicht bald etwas tue. Daraufhin wurde ihm ein Zeitraum für das weitere Verfahren mitgeteilt: Erörterungstermin - so laute die Zusage aus Regensburg - sei definitiv Anfang kommenden Jahres - und zwar unabhängig davon, was noch an Einwendungen komme. "Wer jetzt noch versucht, Sand ins Getriebe zu streuen, wird es nicht mehr verhindern", war Schärtl angesichts dieser Aussage der Regierung überzeugt.

Weitere Gespräche

Das Landratsamt bestätigt, dass der Flächennutzungsplan nicht genehmigt worden ist. Über die genauen Gründe für das behördliche "Nein" will Sprecher Rudolf Reger nicht allzu viel sagen. Nur: "Es war nicht so einfach." Allerdings betonte er auch, dass die Tür noch nicht ganz verschlossen ist. Das letzte Wort in dieser Sache sei noch nicht gesprochen, unterstrich Reger und legte dar, dass die Behörde in dieser Frage weiter in Gesprächen mit der Stadt Nabburg sei. (tib)

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