13.04.2018 - 20:10 Uhr
NabburgOberpfalz

Ladesäule auf städtischen Grund

Dass eine Ladestelle für Elektromobile in der Stadt entstehen soll, steht außer Frage. Aber wo? Mehrheitlich entscheidet sich der Stadtrat für ein öffentliches Grundstück. Welches es sein wird, bleibt einstweilen offen.

Beim Parkhaus in Schwandorf gibt es eine Ladestelle. Im gleichen Stil soll sie auf öffentlichem Grund in Nabburg entstehen. Bild: rhi
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Auf der Tagesordnung stand eine Grundsatzdiskussion. Sie führte der Stadtrat ausführlich, nachdem er sich mit dem Thema ohnehin bereits zweimal befasst hatte. Nun lag ein neues Angebot vor. Die Firma E-Wald aus Teisnach würde - analog zu einer in Schwandorf bereits bestehenden Anlage - eine Ladesäule mit zwei Steckplätzen bauen. Die Kosten für die Stadt lägen - ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz - bei 4200 Euro. Hinzu kämen 20 Euro pro Monat an laufender Gebühr.

Zwei Sichtweisen

Die Debatte zeigte schnell: Auch wenn es nicht Aufgabe einer Kommune ist, eine "Tankstelle" zu bauen, so will man sich dem Trend zur Elektromobilität nicht verschließen. SPD-Sprecherin Evi Thanheiser verwies darauf, dass die Stadt Pfreimd schon eine Ladestation auf dem Marktplatz hat. Auch die Stadt Nabburg solle nun Vorreiter für weitere private Investoren sein. Eine Ladestation gibt es bereits auf dem Gelände eines Autohauses in der Sauerzapfstraße.

CSU-Fraktionssprecher Hans-Georg Dobler hielt einen Platz für geeignet, der der Stadt angeboten worden war: den Parkplatz der Raiffeisenbank in der Georgenstraße. Er wertete die Offerte als Entgegenkommen des Geldinstituts und meinte, es gebe wohl kaum eine besser geeignete Stelle. Bürgermeister Armin Schärtl (SPD) erinnerte daran, dass über das Raiffeisen-Angebot schon einmal gesprochen worden war. Zusätzlich zu den Baukosten müsse man mit rund 7700 Euro für den Anschluss rechnen. Somit summiere sich der Aufwand aktuell auf 11 900 Euro; vorher hatte man noch mit 15 000 Euro gerechnet.

Evi Thanheiser äußerte Bedenken. Der Parkplatz gehöre einer Firma, auf der mit öffentlichen Geldern die Anlage gebaut würde. "Da machen wir ein Fass auf", befürchtete sie, dass weitere private Interessenten bei der Stadt anklopfen und gleiches Recht für sich einfordern könnten. Sie trat stattdessen dafür ein, dass die Kommune einen öffentlichen Platz zur Verfügung stellen solle. Zum Beispiel könne der Seyerleingarten herangezogen werden. Für eine Verwirklichung auf städtischem Grund trat auch ABU-Sprecherin Irene Ehemann ein und fügte an: "Das muss nicht der Seyerleingarten sein."

Dritte Bürgermeisterin Heidi Eckl (ÖDP) brach dagegen eine Lanze für den Raiffeisen-Parkplatz: Die Lage sei ideal und zentral - der Standort besitze eine Wertigkeit, die an anderer Stelle nicht zu erreichen wäre. Horst Jäger regte die Suche eines Platzes an, an dem man sich die hohen Anschlusskosten sparen kann. Als seinen Favoriten nannte er den Parkplatz bei der ehemaligen Sparkasse, der ja nun der Stadt gehört.

Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) sah die Stadt nicht im Zugzwang. Man könne ruhig noch abwarten, was die neue Bundesregierung in Richtung der Förderung der E-Mobilität vor hat. Mit dem Platz der Raiffeisenbank wollte er sich jedenfalls nicht anfreunden. Denn, so fragte er sich: "Wer soll da noch tanken können", wenn sich zum Beispiel die Bank Elektro-Dienstfahrzeuge anschaffe und die Ladeplätze zumeist selber belege?

Drei Entscheidungen

Es folgten drei Abstimmungen. In der ersten entschied sich der Stadtrat bei nur einer Gegenstimme (von Josef Fischer), das Angebot der Firma E-Wald anzunehmen. In der zweiten lehnte er mit 13:7-Stimmen den Antrag der CSU ab, die Ladestation bei der Raiffeisenbank bauen zu lassen. Und in der dritten sprach er sich auf Antrag der SPD mit 17:3-Stimmen dafür aus, ein öffentliches, im Eigentum der Stadt befindliches Grundstück zu suchen, das für die Errichtung der Ladestation geeignet ist. Bei den Abstimmungen zeigten sich die Fraktionen von CSU und SPD nicht geschlossen.

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