Lärmschutz ermöglichen

Politik
Nabburg
11.08.2017
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In den Bauwerksentwürfen, die zur Beseitigung des Bahnübergangs geplant werden, wird sichergestellt, dass Lärmschutzmaßnahmen an der Bahnlinie auch baulich möglich sind. Diese Aussage traf der Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, Henner Wasmuth, gegenüber der NT-Redaktion. Ob die Abstimmung bereits erfolgt ist oder noch zu geschehen hat, ließ er offen.

Am Rande einer Bahnkonferenz in Neustadt/WN hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kürzlich der "BI Bahnlärm Nabburg" empfohlen, mit dem Staatlichen Bauamt Kontakt aufzunehmen und dafür einzutreten, dass die neue Situation, die der verbindlich zugesicherte Lärmschutz mit sich bringt, auch auf die aktuellen Planungen zum Bau der Umgehungsstraße abgestimmt wird. In einer bahnpolitischen Gesprächsrunde der SPD, die mit dem Verkehrsausschussvorsitzenden des Bundestags, Martin Burkert, in Nabburg stattfand, hatte es dagegen geheißen, dass diese Abstimmung durch das Bauamt bereits erfolgt sei (wir berichteten).

Antwort an die BI

Ungeachtet dessen wandte sich BI-Mitglied Herbert Zweck per Mail an Bauamtsleiter Henner Wasmuth. Von ihm bekam er folgende Auskunft: "Wir sind mit der DB-Netze in engem Kontakt. Das Projekt der Beseitigung des Bahnüberganges in Nabburg ist ein gemeinsames Projekt des Freistaates Bayern und der Deutschen Bahn. Aufgrund einer geschlossenen Vereinbarung nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz wird die Bahn - sofern als Ergebnis der Planfeststellung gebaut werden darf - das Überführungsbauwerk der Bahnlinie über die abgesenkte Staatsstraße selber planen und bauen. Der Freistaat Bayern baut später einen getrennten Grundwassertrog unter der Bahnbrücke hindurch. Von daher sind der Bau der Bahnbrücke und der Bau der Elektrifizierung in einer Hand, der Deutschen Bahn. Darüber hinaus haben wir regelmäßige Abstimmungsgespräche mit der Deutschen Bahn, da die Planungen intensiv aufeinander abgestimmt werden müssen."

Antwort an die Redaktion

Gefragt nach dem aktuellen Sachstand der Abstimmungen, leitete Wasmuth diese Antwort an die BI auch der Redaktion unserer Zeitung zu. Nachdem darin nicht wörtlich auf den Lärmschutz eingegangen wird, präzisierte Wasmuth auf Rückfrage der NT-Redaktion: "Bisher gibt es im Raum Nabburg nur eine verfestigte Planung - nämlich die Beseitigung des Bahnüberganges im Zuge der Staatsstraße 2040, für die das Planfeststellungsverfahren läuft. Die Elektrifizierung der Bahnlinie ist ein Projekt der Deutschen Bahn. Nach unserer Kenntnis müssen für einen Planungsbeginn der Deutschen Bahn verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Welche das sind und ob diese erfüllt sind, klären Sie bitte mit der Deutschen Bahn. Da - vorbehaltlich einer durch Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes gesicherten Planung - eine Elektrifizierung der Bahnlinie einschließlich Lärmschutz absehbar ist, wird in den Bauwerksentwürfen sichergestellt, dass Lärmschutzmaßnahmen an der Bahnlinie auch baulich möglich sind. Insbesondere durch die mitgeteilte Tatsache, dass die Eisenbahnbrücke von der Deutschen Bahn geplant und gebaut wird, sind entsprechende Vorsorgemaßnahmen sichergestellt."

"Es ist gut, dass in Sachen Lärmschutz alles in einer Hand ist", reagierte BI-Mitglied Herbert Zweck auf die Antwort, die ihm von Leitendem Baudirektor Henner Wasmuth zugegangen war. Seine Anfrage sei damit erledigt. Nachdem der aktive Lärm- und Erschütterungsschutz vom Verkehrsminister zugesagt und nach dessen Worten auch in der Finanzierung gesichert ist, sehe es die Bürgerinitiative nun als ihre Aufgabe an, die Planungen der Bahn zu hinterfragen und schon im Entstehungsprozess zu begleiten, damit die gemachten Zusagen auch eingehalten werden.

Termin der "BI Bahnlärm Nabburg"Die "BI Bahnlärm Nabburg" möchte ihre Arbeit nun auf eine breitere Basis stellen. Dazu soll auch eine öffentliche Veranstaltung dienen, die am Donnerstag, 17. August, um 19.30 Uhr in der Gaststätte "Zum Kräuterbeck" beginnt. Dort wollen Repräsentanten der Bürgerinitiative den aktuellen Sachstand zum Lärmschutz an der Bahnstrecke Hof-Regensburg darstellen, die elektrifiziert wird. Ferner präsentiert die BI einen von ihr erstellten Flyer unter dem Motto "Damit ihre Ohren nicht unter die Räder kommen", der - so ist darauf zu lesen - von allen Fraktionen des Stadtrates unterstützt wird. Die BI fordert darin den aktiven und passiven Lärm- und Erschütterungsschutz für Alle sowie die Einhaltung der maximalen Lärmwerte von 59 Dezibel am Tag und 49 Dezibel in der Nacht. Sie hält den Bewohnern der Stadt vor Augen: Während Experten auf dem künftigen Nord-Süd-Bahnkorridor von mindestens 80 Güterzügen an einem Tag ausgehen, seien laut Studie des Umweltbundesamtes zur "Schienennetz-2025/2030-Ausbaukonzeption für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr in Deutschland" sogar mehr als 200 Durchfahrten möglich. Die Länge eines Zuges könnte - so heißt es - bis zu 740 Meter betragen. (am)
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