09.03.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Mehrheit trotz Kostenanstieg

Der Ausbau des westlichen Zwingerwegs wird teuerer als gedacht. Mit nur knapper Mehrheit entscheidet sich der Stadtrat, das Projekt doch ausführen zu lassen.

Der Stadtrat vergab den Ausbau des westlichen Zwingerwegs (hier die Stelle des späteren Zugangs von der Schmiedgasse her). Er soll in Kürze schon beginnen. Bild: Amann
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der Stadtrat hatte beschlossen, den Zwingerweg zwischen Mähntor und Überbau bei der Zinngießerei Schreiner zugänglich zu machen. Landschaftsarchitekt Franz Rembold ließ in der Sitzung in dieser Woche erkennen, dass das Ausschreibungsergebnis negativ überraschte. Kalkuliert hatte man mit 199 880 Euro für den Bau, inklusive Beleuchtung und Bänken mit 232 000 Euro. Nun jedoch verlangt der billigste von nur drei Bietern rund 430 000 Euro. Der von Martin Popp (SBS München) geplante, gestalterische Teil und die Instandsetzung der Stadt- und der Zwingermauer waren im Paket ausgeschrieben worden.

Der CSU zu teuer

Rembold nahm die Zahlen unter die Lupe. Er erklärte, dass aus dem Angebot eine nicht unbedingt notwendige Position herausgenommen worden sei, so dass sich die Kosten auf 371 000 Euro reduzierten. Davon entfielen 267 000 Euro auf den Wegebau und 104 000 Euro auf die Mauern. Statiker Ernst-Georg Bräutigam teilte mit, dass die Zwingermauer aus Sicherheitsgründen erhöht werden und eine Rampe von der Schmiedgasse her angelegt werden muss. An der Stadtmauer bestehe der Bedarf, sie zu stabilisieren und teilweise zu verfugen.

CSU-Fraktionssprecher Hans-Georg Dobler erinnerte daran, dass die CSU bei der ursprünglichen Kostenschätzung von 200 000 Euro schon skeptisch gewesen sei. Die Fraktion stimme deshalb angesichts der Kostenmehrung nicht zu. Außerdem sei ja noch nicht geklärt, wie es mit dem Weg ab der Zinngießerei dann weitergehen soll. "Wenn wir es jetzt nicht machen, wird es später noch teuerer", meinte dazu Dritte Bürgermeisterin Heidi Eckl (ÖDP).

Dobler fügte an, dass außerdem nach den Worten des Architekten Rembold nur eine Instandsetzung der Mauer, keine richtige Sanierung vorgesehen sei. Rembold stellte klar, dass die Instandsetzung in der geplanten Form schon in Ordnung sei. Eine größere Sanierung wäre vermutlich kaum bezahlbar, weil dann auch noch Gutachten erstellt und Auflagen erfüllt werden müssten. Die Logik der CSU, die sich mit ihrem Nein auch gegen den Erhalt der Stadtmauer ausspreche, erschien Josef Weber (SPD) nicht nachvollziehbar. Frank Zeitler (CSU) antwortete: Die Haltung der CSU sei konsequent, denn man könne partiell nicht zustimmen, solange es kein Gesamtkonzept für die Mauer gibt.

Zünglein an der Waage

Helmut Ertl (CSU) sagte, warum er dagegen stimmen werde: "Ich sehe das als nicht so vordringliche Maßnahme in der Stadtgestaltung an." Er wolle andere Prioritäten beim Geldausgeben gesetzt haben. Die Auffassung, dass der Ausbau des Wegstücks nicht pressiert hätte, teilte auch Altbürgermeister Josef Fischer (ABU). Seiner Meinung nach gäbe es Dringenderes in der Altstadt zu tun, zum Beispiel das Mähntor zu sanieren. Angesichts des weit fortgeschrittenen Verfahrens wolle er aber dennoch zustimmen, obwohl er nicht mit Herzblut an der Maßnahme hänge.

Schließlich vergab der Stadtrat mit 9:8-Stimmen den Auftrag; dagegen votierten die vollzählig anwesenden CSU-Räte. Er ging für 267 000 Euro an die Firma Bauer aus Niedermurach. Eine städtebauliche Nachförderung der Mehrkosten ist laut Bürgermeister bei der Regierung beantragt worden. Ausgeklammert blieb einstweilen die Mauer-Instandsetzung, weil noch Gespräche über eine Bezuschussung aus Denkmalpflegemitteln ausstehen.

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