26.02.2017 - 20:01 Uhr
NabburgOberpfalz

Nabburg macht Werbung in eigener Sache Imagekampagne zum Anschauen

Die Stadt Nabburg will mit ihren Pfunden wuchern. Als da sind: Schulen, Unternehmen, Einzelhandel, Kultur und Geschichte. Der Kulturausschuss favorisiert eine Plakataktion fürs Image. Die Bürger dürfen schon gespannt sein.

Imagekampagnen, wie etwa diese in Landau an der Isar, können Städte voranbringen. Die für Nabburg vorgelegten Entwürfe sind aber optisch weitaus peppiger und überraschender als dieses Beispiel. Bild: exb
von Irma Held Kontakt Profil

Der Begriff Plakataktion klingt eigentlich banal und abgedroschen, doch die Entwürfe, die Diplomgeograf Achim Gebhardt von der CIMA Beratung und Management GmbH mit Vertretern des Netzwerks Nabburg erarbeitet hat, haben es in sich. Allseits bekannte Motive werden mit Nabburg in Verbindung gebracht, darin verpackt sind viele Informationen. 13 unterschiedliche Plakate sollen es werden. Gebhardt stellte die Imagekampagne am Donnerstagabend dem Kulturausschuss im Rathaus vor.

Seit gut eineinhalb Jahren arbeiten der Verein und Gebhardt zusammen. Diese Kooperation ist das Ergebnis eines mit 15 000 Euro dotierten Preises, den das Netzwerk Nabburg im Juli 2015 von der Ridstiftung erhalten hat. Übergeben wurde nicht die fünfstellige Summe, sondern ein Beratungsgutschein zur Förderung des mittelständischen Einzelhandels.

Unter dem Titel "Imagekampagne" machten sich Gebhardt und das Netzwerk an die Arbeit, denn auch die Stadt sollte von dem Preis profitieren. Herausgekommen ist nun besagte Aktion, die dem Gremium sofort gefiel. Wechselnde Plakate werden über ein Jahr hinweg an signifikanten Plätzen die Blicke auf sich ziehen und auf die Besonderheiten Nabburgs aufmerksam machen. Gebhardt spricht von einem humoristischen Ansatz mit Motiven, die im Kopf bleiben. "Mit dem, was wir haben, müssen wir klotzen. Wir haben einiges", sagte zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann dazu.

Die Diskussion im Ausschuss und mit den Zuhörern, denen Rederecht erteilt wurde, entspann sich also nicht über das Ob, sondern das Wann und Wie. Wollte Gebhardt beispielsweise die Kampagne mit dem "Tonart"-Festival beginnen und zum Mittelalterlichen Markt 2018 beenden, gab Hans Kreckl vom Netzwerk Nabburg zu bedenken, dass heuer noch zwei große Baustellen in der Regensburger- und Georgenstraße auf die Stadt und ihre Bürger zukommen. Zum Weltspartag sei auch der Umzug der Sparkasse geplant. Für ihn wäre das der richtige Zeitpunkt.

Nach den Worten von Jens Pernath, der Plakatwerbung betreibt, ist es günstiger die bestehenden Werbetafeln an exponierten Stellen zu mieten, als neue aufzustellen. Josef Götz interessierte sich für die praktische Umsetzung. Die Federführung für diese Aktion hat das Netzwerk. Es wird personell von der Stadt unterstützt. Bürgermeister Armin Schärtl riet, 30 000 Euro auf zwei Jahre verteilt in den Haushalt einzuplanen. Gebhardt hat maximale Kosten von 31 000 Euro berechnet. Er betonte in der Sitzung aber, dass es erfahrungsgemäß billiger werde.

Hans Kreckl und Gisela Westiner vom Netzwerk haben bereits mit möglichen Sponsoren gesprochen. Kreckl zufolge ist es ihnen aber wichtig, dass die Kampagne keine Eintagsfliege bleibt. Sie möchten Folgeaktionen, um zum Beispiel bei der Anwerbung von Personal etwas in der Hand zu haben. Gisela Westiner fiel da spontan eine Broschüre ein, wie "Neu in Nabburg", die alle wichtigen Informationen enthalte. Das sei jedoch ein übernächster Schritt und ehrenamtlich nicht mehr zu leisten.

Jetzt gelte es ihrer Ansicht nach die Einheimischen aufzurütteln. "Die Nabburger wissen nicht, was sie an ihrer Stadt haben." Auch für Peter Haas und Hans-Georg Dobler steht die Imagekampagne außer Zweifel. Dobler mahnte aber mit Verweis auf den Bürgerentscheid zum Handelszentrum grundsätzlich mehr Zusammenhalt in der Stadt an.

Imagekampagne

Der Kulturausschuss ist nur ein beratendes Organ, weshalb er einstimmig dem Stadtrat die Imagekampagne empfahl. Die Arbeiten zur Umsetzung sollen sofort aufgenommen werden. Der Start der Aktion ist für heuer fest geplant, spätestens im Herbst. Auf zwei Jahre verteilt sind 30 000 Euro im Stadthaushalt bereit zu stellen. Das Netzwerk Nabburg ist federführend tätig. Nach den Worten von Bürgermeister Armin Schärtl wird voraussichtlich der Stadtrat in der Sitzung im April darüber entscheiden. (ihl)

Mit dem, was wir haben, müssen wir klotzen.Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann
Die Nabburger wissen nicht, was sie an ihrer Stadt haben.Gisela Westiner, Vorsitzende Netzwerk Nabburg

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