13.02.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Nachschlag ohne Begeisterung

Der Anbau an das Feuerwehrhaus in Neusath führt zu Nachwehen im Stadtrat. Denn die beiden beteiligten Vereine, die örtliche Feuerwehr und der Gartenbauverein, kommen mit den veranschlagten Kosten nicht aus. Deshalb beantragen sie eine Nachförderung, die der Stadtrat zähneknirschend gewährt - in reduzierter Form.

von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Die Vereine starteten das Projekt gemeinsam, um ihre Platzprobleme zu lösen. Die Feuerwehr kalkulierte mit 14 500 Euro, der Gartenbauverein mit 11 000 Euro. Der Stadtrat beschloss daraufhin im Jahr 2016, den Zuschuss bei insgesamt 20 000 Euro zu deckeln. Doch während der Bauausführung traten Mehrkosten ein, die zum Teil aus Umplanungen resultierten. Für die Feuerwehr beliefen sie sich auf 13 200 Euro, für den Gartenbauverein auf 5800 Euro. Beide traten nun an die Stadt heran und beantragten einen finanziellen Nachschlag. Daraus resultierte eine Diskussion.

Seit ihrer Stadtratstätigkeit habe die Kommune noch kein anderes Vereinsheim in diesem Ausmaß unterstützt wie diesen Bau in Neusath, stellte SPD-Sprecherin Evi Thanheiser fest. Eine eingebaute Fußbodenheizung stelle doch eine Form von Luxus dar. Sie trat dafür ein, beiden Vereinen - analog zur Sportförderung - zehn Prozent der Mehrkosten abzunehmen und den Gartlern zusätzlich 1500 Euro für den Gasanschluss zu geben. Frank Zeitler (CSU) sprach sich indes für eine volle Kostenübernahme aus, weil das Geld ja in ein städtisches Gebäude fließe.

Die vorgeschlagenen zehn Prozent erachtete CSU-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Dobler als zu wenig. Aber: "Es wäre besser gewesen, wenn wir von diesen Kosten rechtzeitig erfahren hätten, nicht erst als schon vollendete Tatsachen geschaffen waren." So sah es auch Zweiter Bürgermeister Kurt Koppmann (ÜPW). Bei der Maßnahme seien bewusst die Kosten überschritten worden, ohne die Stadt vorher zu fragen: "So läuft es nicht", kritisierte er das Vorgehen der beiden Vereine. Altbürgermeister Josef Fischer (ABU) empfand es als seltsam, dass in einem städtischen Gebäude ein Umbau läuft und die Stadt wisse unterdessen nichts von der Kostenentwicklung. Der Bau-Ingenieur der Verwaltung, so meinte er, sei doch dafür da, dass er in solchen Fällen eingeschaltet wird. Bei allem, was schief gelaufen ist, wollte Fischer aber dennoch gegenüber den Vereinen großzügig sein.

Schließlich kam ein Kompromiss zustande: Die Feuerwehr bekommt noch 5000 Euro, der Gartenbauverein 1500. Diesen Beschluss fasste der Stadtrat mit 15:4-Stimmen. Vorher lehnte er Zeitlers Antrag auf Komplettübernahme der Mehrkosten ab. Außer Zeitler konnte sich niemand dafür begeistern.

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