21.02.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Raumsuche für Förderzentrum

Das sonderpädagogische Förderzentrum auf dem Nabburger Schulberg platzt aus allen Nähten: "Es fehlt Raum an allen Ecken und Enden", schildert Michaela Gottmeier vom Landratsamt die Misere. Neben einer Erweiterung der Schule steht als mögliche Lösung nun noch eine andere Alternative im Raum.

Das sonderpädagogische Förderzentrum braucht dringend mehr Platz. Neben einer Erweiterung steht nun auch ein möglicher Umzug in die Außenstelle der Berufsschule als Alternative im Raum. Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Schwandorf/Nabburg. Die dramatische Platznot der Maria-Schwägerl-Schule verdeutlichen zwei Zahlen: Laut Raumprogramm der Regierung der Oberpfalz hätte die Schule einen Bedarf von 2200 Quadratmetern. Tatsächlich vorhanden sind auf dem Schulberg knapp 1000 Quadratmeter - also weniger als die Hälfte dessen, was eigentlich nötig wäre. Bei einer Besichtigung der Schule durch den Landkreis-Bauausschuss am Montag (wir berichteten) erläuterte Schulleiter Oliver Vogel, dass von derzeit zwölf Klassen des Förderzentrums nur sieben im Gebäude der Schwägerl-Schule unterrichtet werden können. Der Rest ist in angemieteten Räumen anderer Einrichtungen untergebracht.

Architekt Christian Schönberger und die Sachgebietsleiterin für den Hochbau, Michaela Gottmeier, stellten dem Kreis-Bauausschuss eine Möglichkeit vor: Demzufolge müsste das bestehende Gebäude aufgestockt werden. Darüberhinaus wäre ein Erweiterungsbau an der Stelle der momentan stehenden Hausmeisterwohnung und eines Teils der Werkstätten für die Berufsschule nötig. Doch selbst dann wäre der Platzbedarf nicht vollständig gedeckt: Die Mittagsbetreuung müsste in Räumen der Berufsschule stattfinden.

Siegfried Damm (SPD) meldete sich zum Auftakt der Debatte zu Wort und brachte einen völlig neuen Gesichtspunkt ins Gespräch: "Mir leuchtet nicht ein, dass wir ein Berufsschulgebäude für 40 Millionen Euro bauen - und dann sind Schulklassen ausgelagert", betonte er in Bezug auf die laufenden Baumaßnahmen am Beruflichen Schulzentrum in Schwandorf und eine mögliche Zusammenlegung der Außenstelle Nabburg mit der Schule in der Großen Kreisstadt. Das Raumproblem des sonderpädagogischen Förderzentrums wäre gelöst, wenn es die Räume der Berufsschule in Nabburg nutzen könnte. "Wenn die Berufsschule in Frage steht, dann wäre für die Förderschule ein ganz anderes Raumvolumen bereits da", machte Georg Butz (CSU) deutlich, dass in diesem Punkt noch Klärungsbedarf in Sinne weiterer Informationen bestehe. Das sah auch Karl Bley (SPD) so: Er sprach sich dafür aus, zunächst zu ermitteln, welcher Raumbedarf auf dem gesamten Schulberg herrsche. Butz ergänzte, dass in diese Überlegungen auch die Zukunft des Hallenbades (wir berichteten) einbezogen werden müsste.

Landrat Thomas Ebeling wies auf rechtliche Fragen bei einer möglichen Verlagerung der Außenstelle nach Schwandorf hin. Darüberhinaus müsste geklärt werden, ob ein Umzug nach Schwandorf überhaupt möglich wäre. Er schlug auch vor, zusätzlich eine Kostenschätzung für einen Neubau des Förderzentrums außerhalb des Schulbergs einzuholen, um eine fundierte Diskussionsgrundlage zu haben. In der nächsten Sitzung soll dieser Punkt deshalb wieder auf die Tagesordnung kommen.

Der eigentlich bei der Zusammenkunft am Dienstag geplante Beschluss über ein europaweites Vergabeverfahren zur Architektensuche für die Erweiterung des Förderzentrums wurde aufgrund dieser neuen Entwicklungen ebenfalls vertagt.

Mir leuchtet nicht ein, dass wir ein Berufsschulgebäude für 40 Millionen Euro bauen - und dann sind Schulklassen ausgelagert.SPD-Kreisrat Siegfried Damm

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