08.03.2018 - 11:26 Uhr
Nabburg

Stadtrat lässt Verfahren für Sondergebiet weiterlaufen Vier Hektar für Photovoltaik an der A 6

Zwischen den Ortsteilen Diepoltshof und Passelsdorf soll eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einem Leistungsvermögen von 1500 Kilowatt Peak entstehen. Für die dazu notwendige Ausweisung des "Sondergebietes Photovoltaik" werden in Kürze die Pläne ausgelegt. Dafür machte der Stadtrat den Weg frei.

Auf beiden Seiten der A 6 soll die Photovoltaikanlage (blau markiert) zwischen den Nabburger Ortsteilen Passelsdorf (oben Mitte) und Diepoltshof (unten links) gebaut und betrieben werden. Luftbild/Plan: Büro Rembold
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Der Antrag war bereits im Jahr 2017 von der Südwerk Projektgesellschaft aus Burgkunstadt (Landkreis Lichtenfels) gekommen. Sie möchte die Anlage auf zwei Grundstücken östlich und westlich der A 6 errichten und braucht dazu rund vier Hektar Gelände. Für dieses Areal benötigt sie einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Änderung des Flächennutzungsplans. Mit den Planungen beauftragte sie das Nabburger Landschaftsarchitekturbüro Rembold. Der erste Entwurf ging an die Behörden und Fachstellen. Ihre Stellungnahmen hatte der Stadtrat nun in dieser Woche zu behandeln. Architekt Matthias Rembold trug sie vor.

Die Autobahndirektion Nordbayern hatte darauf hingewiesen, dass an Autobahnen eigentlich eine Bauverbotszone von 40 Metern einzuhalten ist. Sie kann auch auf 25 Meter verringert werden, wenn ein in Auftrag gegebenes Blendgutachten nicht dagegen spricht und der Betrieb zunächst auf 20 Jahre beschränkt wird.

Für eine zeitliche Verzögerung hatte ein Hinweis des Stromnetzbetreibers Tennet gesorgt. Die Firma gab zu verstehen, dass das ins Auge gefasste PV-Gelände zwar nicht auf einer geplanten Stromtrasse liegt, jedoch zu einem ernsthaft in Erwägung zu ziehenden Alternativ-Korridor zählt. Deshalb verlangt Tennet eine Rückbauverpflichtung vom Investor. Bedeutet: Falls die Bundesnetzagentur wider Erwarten doch eine Stromtrasse durch die beiden Grundstücke ziehen lässt, müsste die Photovoltaikanlage vorübergehend abgebaut werden. Erst nach der Verlegung der Stromleitung könnte sie dann nach wenigen Wochen unter Einhaltung eines Sicherheitsstreifens wieder installiert werden. Hierüber laufen noch die Verhandlungen.

In der Sitzung wurde auch bekannt, dass es der Investor der Bürgerenergiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz (Bemo) ermöglichen würde, sich am östlichen Teil der Anlage zu beteiligen. Ebenso könnten Bewohner der Orte Diepoltshof und Passelsdorf Anteile kaufen - quasi als Ausgleich dafür, dass sie die Anlage vor Ort "ertragen" müssen.

Der Stadtrat fasste einstimmig den Billigungs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan. Damit läuft das Genehmigungsverfahren weiter.

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