14.02.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe Alles andere als rosige Zeiten

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Zukunft scheint nicht rosiger.

von Irma Held Kontakt Profil

Die Sanierungen im Zweckverband (ZV) zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe gehen voran. Die gemeinsam mit dem Landkreis ausgeschriebenen Arbeiten auf der Kreisstraße 27 von Lissenthan zur A 6 sind laut Verbandsvorsitzendem Armin Schärtl fast erledigt. In der Verbandssitzung im Nabburger Rathaus sprach er von Restarbeiten, die noch im zeitigen Frühjahr 2018 erledigt werden.

Mit einem Anteil von 240 000 Euro für den ZV werde der veranschlagte Kostenrahmen nicht gesprengt. Der Wasserpreis für die Wassergäste bleibe bei 96 Cent. Eine Erhöhung prognostizierte Geschäftsführer Hans Werner erst nach der Sanierung der Hauptleitung.

Für den vierten Teil der im Bauabschnitt I ausgeschriebenen Arbeiten in Rottendorf, Inzendorf, Kadermühle, Passelsdorf, Obersteinbach, Ragenhof und Frauenberg mit geschätzten Kosten von drei Millionen Euro soll demnächst die Angebotseröffnung erfolgen. Eine Vergabe könnte in einer Märzsitzung geschehen. Die Kanalsanierung in Rottendorf sei auf 2019 verschoben.

Der Geschäftsführer sprach in seinem Kurzbericht zur finanziellen Situation 2017 von einem "schwierigen Haushaltsjahr". Die beantragte Kreditaufnahme sei von der Rechtsaufsichtsbehörde nicht im vollen Umfang genehmigt worden. "Mehrere große Rohrbrüche in Rottendorf stellten den Zweckverband vor erhebliche Liquiditätsprobleme." Der Ansatz für Rohrbruchreparaturen wurde um 60,75 Prozent überschritten. 64 300 Euro stellten einen Ausgabenrekord dar. Auch der Wassereinkauf sei mit 108 000 Kubikmeter auf Rekordhöhe gestiegen. Er könnte hohen Wasserverlusten geschuldet sein. "Die Rücklagen des Zweckverbandes sind zum Jahresende 2017 vollständig aufgebraucht." Drei Bürger wären bislang die Vorauszahlung schuldig geblieben.

Wegen der zeitlichen Verzögerungen im Sanierungsablauf schlug Werner vor, in einer weiteren Vorauszahlung nicht - wie ursprünglich beschlossen - ein zweites Drittel, sondern 57 Prozent einzufordern. Dann wären 90 Prozent bezahlt und die Schlussrechnung würde niedriger ausfallen. 2016 und 2017 seien die Bürger nicht belastet worden. Bei 257,09 Quadratmeter würden 3099,29 Euro fällig statt 1812,45 Euro, so eine Beispielrechnung.

Florian Burth sprach sich dafür aus, bei der Drittelung zu bleiben. Verbandsrat Karl Beer favorisierte ebenfalls die Drittellösung mit der Neuerung, die zweite Rate anzuheben. Ein Drittel sei bei dem bereits genannten drei Millionen Auftrag eine Million, rechnete Werner vor. "Dann brauchen wir eine Zwischenfinanzierung." Mit 5:3 entschied sich die Versammlung für die 57 Prozent.

Die Beratung über Kreditaufnahmen rief erneut Florian Burth auf den Plan. Er brachte wieder eine Übertragung der Sanierungslast für die durch Rohrbrüche unterspülte Straßen auf die Gemeinde Schmidgaden ins Spiel. Bei einer von der Staatsregierung geplanten Aufhebung der Straßenausbaubeiträge könnte sich der Verband das Geld sparen. Schmidgadens Bürgermeister Josef Deichl konterte: "Warum soll die Gemeinde vom Zweckverband verursachte Schäden übernehmen?"

Die Straßen seien Schrott, erregte sich Burth. Der Unterbau sei noch nie in Ordnung gewesen. Auch Christian Pröls schlug in diese Kerbe. Der ehemalige Schmidgadener Bürgermeister Rudolf Birner, dem als Zuhörer das Wort erteilt wurde, warf ein, die Straßen seien 60 bis 70 Jahre alt und schlecht gebaut. Die Straßen müssten sowieso gemacht werden. So einen Betrag könne die Gemeinde tragen. Die Rede ist von 280 000 Euro. Schärtl stellte noch einmal klar: "Wenn wir den Kredit nicht brauchen, werden wir ihn auch nicht in Anspruch nehmen." Mit 6:2 wurde eine Kreditaufnahme mit einer Zinsfestschreibung auf 20 Jahre festgelegt. Sollte das Geld gebraucht werden, schlägt es mit 25 Cent auf den Wasserpreis durch.

Die Rücklagen des Zweckverbandes sind zum Jahresende 2017 vollständig aufgebraucht.Geschäftsführer Hans Werner

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.