17.04.2018 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Zweiter Tag des Erörterungstermins zum Bahnübergang Bahnhof als Problembereich

Die Verlegung der Staatsstraße 2040 im Zuge der Beseitigung des Bahnübergangs hat auf das Umfeld des Bahnhofes ebenfalls große Auswirkungen. Betroffen davon ist auch die Bundeswehr. Die Streitkräfte nehmen dort Transporte vor und befürchten eine signifikante Verschlechterung des ohnehin nicht optimalen Zustandes.

Die Rampe beim Bahnhof nahm am zweiten Tag des Erörterungstermins breiten Raum ein. Für die Bundeswehr wäre es nötig, sie weit nach hinten zu versetzen. Ansonsten sahen die Vertreter der Streitkräfte zum Beispiel durch Rückstau Probleme auf der neuen Staatsstraße. Bild: Amann
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Die Bundeswehr nutzt das Bahnhofsgelände und vor allem die dort stehende Rampe für die Verladung schwerer Militärfahrzeuge auf die Schiene oder vom Zug auf die Straße. Am zweiten Tag der Erörterungstermins für die Beseitigung des Bahnübergangs - es waren die Einwände von Vertretern von Kommunen, Behörden, Verbänden und Leitungsträgern an der Reihe - äußerten die Streitkräfte Bedenken gegen die Planung und sahen dringenden Handlungsbedarf.

Das betraf zunächst den Kreisverkehr, der im Stadtosten beim China-Restaurant geplant ist. Hier wiesen die Vertreter der Bundeswehr beim Termin im Nabburger Rathaus darauf hin, dass Militärverkehr mit breiten und schweren Fahrzeugen stattfinden werde. Während die neue Staatsstraße generell dafür geeignet sei, müsste beim Kreisverkehr sichergestellt werden, dass eine Befahrbarkeit gewährleistet ist. Frank Viehauser, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, sagte eine Überprüfung zu und war zuversichtlich, "dass wir dieses Problem in den Griff bekommen".

Verhandlungen laufen

Eine größere Schwierigkeit gibt es im Bereich des Bahnhofes: Die Bundeswehr forderte eine Möglichkeit, geradeaus von der künftigen Staatsstraße in das Bahnhofsgelände abbiegen zu können. Bisher seien dafür Dreh- und Lenkbewegungen notwendig. Diese könnten auf lange Sicht gesehen zu Schäden an der Straße führen. Ein Problem: Dafür wäre Grund nötig, der derzeit der Baywa gehört. Insofern war für die Vertreter des Bauamtes eine Zusage nicht möglich, da mit dem Unternehmen momentan noch Verhandlungen laufen.

Besonders schwierig stellt sich für die Streitkräfte die derzeitige Lage der Verladerampe auf dem Bahnhofsgelände dar. Laut Auskunft der Bundeswehr bräuchte sie für die Verladung der Fahrzeuge etwa 180 bis 200 Meter Platz. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass es auf der künftigen Staatsstraße zu einem Rückstau kommt, nachdem eine Verladung zwischen zwei und fünf Stunden dauern könne. Eine bereits diskutierte Verlegung um 75 Meter reicht nach Ansicht der Bundeswehr aber nicht aus. 250 wären ihrer Meinung nach dafür nötig, um die Verladungen störungsfrei abwickeln zu können. Karl Gebert, Leiter des Sachgebiets Straßen- und Brückenbau bei der Regierung der Oberpfalz, wies darauf hin, dass die Rampe außerhalb des Umgriffs des Planfeststellungsverfahrens liegt und mithin eine Verlegung nicht Gegenstand des laufenden Verfahrens sei. Bei einem Treffen zwischen der Deutschen Bahn als Eigentümer, der Bundeswehr als Nutzer sowie dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach als Vorhabensträger soll nun eine Lösung gefunden werden.

Neuer Straßenverlauf

Einwendungen kamen auch von der Stadt Nabburg. Einer von ihr geforderten Verbreiterung der Fußgängerunterführung auf fünf Meter versprach das Staatliche Bauamt Rechnung zu tragen - zumindest dahingehend, das Bauwerk nun 4,50 Meter breit zu machen. Der neue Verlauf des Turnhallenweges an der Nordgauhalle vorbei war der Kommune ebenfalls ein Dorn im Auge. Sie plädierte dafür, die Fahrbahn etwas zu verlegen und hatte zu diesem Zweck bereits eine Skizze ausgearbeitet. Damit war das Staatliche Bauamt einverstanden. Ein weiterer Punkt betraf die Straßenentwässerung: Weitere Einleitungen seien ohne bauliche Maßnahmen am Kanalnetz nicht möglich, teilte die Stadt mit und forderte von der Behörde, entsprechende Maßnahmen zu bezahlen. Auch das sagten die Vorhabensträger zu.

Bereits am ersten Tag des Erörterungstermins nahm die Frage nach möglichen Überflutungen im Trog, der unter der Bahnstrecke hindurchführen wird, breiten Raum ein. Auch die Stadt machte darauf aufmerksam. Sie bekam zu hören, dass das Bauwerk einem sogenannten "100-jährigen Hochwasser" standhält. Darüberhinaus würden zwei Pumpen eingebaut. Außerdem wäre eine Verbindung - auch für Rettungsfahrzeuge - durch einen höher gelegenen Gehweg gewährleistet.

Zwei weitere Anliegen der Stadt waren eher optischer Natur: Einen von der Kommune geforderten Architektenwettbewerb zur Gestaltung der neuen Naabbrücke lehnten die Vertreter des Staatlichen Bauamtes ab. Sie sagten aber zu, dass die Gestaltung mit der Stadt abgestimmt wird. Mit einer Empfehlung, die Gestaltungsvorgaben des Stadtentwicklungskonzeptes zu verwirklichen, bestand seitens der Behörde Einverständnis - sofern keine zusätzlichen Kosten oder weitere Grundstücksangelegenheiten entstehen. Am heutigen dritten Tag des Erörterungstermins sind ab 9 Uhr im Rathaus die Einwendungen Privater, die durch Grundabtretung betroffen sind und nicht anwaltschaftlich vertreten werden, an der Reihe.

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