7200 Quadratmeter Fläche mit neuem Besitzer
Stephanusheim verkauft

Letzte Aktion: Pfarramtssekretärin Hannelore Blank (links) und Pfarrerin Irene Friedrich vor dem leergeräumten Heim.
Vermischtes
Nabburg
10.04.2018
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Das an der Regensburger Straße gelegene Stephanusheim der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde ist verkauft worden. Bilder: Dobler (2)

Das Stephanusheim der evangelischen Kirchengemeinde hat einen neuen Eigentümer. Es ist ein Unternehmer aus der Umgebung, dem das große Areal und die zwei darauf stehenden Häuser seit 1. April gehören. Nach dem Leerräumen von Pfarrbüro und Gemeindesälen sowie der früheren Pfarrerswohnung kommen schwierige Zeiten auf die Pfarrei zu. Ein Provisorium soll helfen.

"Das Wertvolle", versichert Pfarrerin Irene Friedrich, "sind nicht die Gebäude. Es ist der Grund." Sie blickt auf dem Parkplatz vor dem kleinen Häuserensemble an der Regensburger Straße noch einmal zurück, einen Waschkorb voll alter Sachen in der Hand. Neben ihr steht Hannelore Blank, die Pfarramtssekretärin. Auch sie ist bepackt mit letztem Umzugsmaterial. Ein blauer Glasteller fällt einem der Helfer versehentlich zu Boden und zerbricht. "Macht nichts", sagen die beiden Frauen und lächeln beschwichtigend, "ein Teil weniger".

Bei Hannelore Blank mischt sich ein bisschen Wehmut in den Blick. Anders als die Pfarrerin hat sie zum Stephanusheim eine jahrzehntelange, persönliche Verbindung. Ähnlich geht es vielen Gemeindegliedern, weiß Pfarrerin Irene Friedrich. Das Heim war Treffpunkt für Gruppen und Kreise der Kirchengemeinde, bot Raum für Besprechungen, Feste und Feiern: "Ein Stück Zuhause und Heimat, wo die Kinder aufwuchsen, man sich mit Freunden traf, Leben und Glauben, Freude und Leid miteinander teilte." Überdies wohnte dort lange Zeit der Pfarrer. Zuletzt war das Pfarrer Werner Herrmann. Wer jetzt vorbeifährt, wird Kreuz und Schriftzug am Giebel vermissen, die vor einiger Zeit abmontiert wurden.

50 Jahre Heimat

Der Verkauf des Heims, das den Nabburger Evangelischen seit den 1960er Jahren Heimat war, sei unumgänglich gewesen, um den Neubau beim Obertor zu finanzieren. Der Käufer, der laut Pfarrerin noch ungenannt bleiben möchte, hat schon vor Jahren Interesse an der Immobilie gezeigt. Vor allem an dem großen Grund. "Das sind 7200 Quadratmeter Fläche", informiert Irene Friedrich. Dass die zwei Häuser darauf abgerissen werden, ist sie sich sicher. Aber nicht, wann das passieren wird. Der Verkauf ging über die Bühne, nachdem die Zentrale in München ihr kirchenaufsichtliches Einverständnis mit dem Kaufpreis signalisiert hatte. Das dauerte ein wenig. "Aber sie haben dann schon verstanden, dass man hier in der Oberpfalz keine Münchner Immobilienpreise erzielen kann", sagt sie und lacht.

Veranstaltungen in Pfreimd

Es wird wohl noch ein Jahr dauern, bis die Pfarrei ihr neues Domizil am Obertor beziehen und nutzen kann. "Das ist sehr ärgerlich, aber darüber zu klagen nützt nichts", gibt sich Pfarrerin Friedrich pragmatisch: "Wir haben jetzt eine Übergangszeit und müssen Übergangslösungen bewältigen." Das soll im Benehmen mit der Kirchengemeinde Pfreimd vonstatten gehen, die von Irene Friedrich ebenfalls seelsorgerlich betreut wird. Geplant ist, dass Veranstaltungen, die bisher im Stephanusheim stattfanden, größtenteils in die Pauluskirche nach Pfreimd verlegt werden. Zum Teil will man auch die Freyslebenstube in der Nabburger Laurentiuskirche nutzen.

Pfarramt in Schwarzenfeld

Pfarramtssekretärin Hannelore Blank ist zwischenzeitlich mit Computer und den nötigsten Akten ins evangelische Pfarramt Schwarzenfeld umgezogen - eine ihr vertraute Umgebung, da sie auch Pfarramtssekretärin der Schwarzenfelder Kirchengemeinde ist und am Donnerstag von 8 bis 12 Uhr dort anzutreffen ist. Wer den evangelischen Pfarreien Nabburg und Pfreimd schreiben möchte, muss bis auf weiteres eine neue Adresse benutzen: Sie lautet Naabweg 6 in Nabburg, Telefon 0943/20 33 567 oder 0160-997 024 98.

"Das alles ist sicher gewöhnungsbedürftig", weiß die Pfarrerin. Sie sieht aber auch einen positiven Aspekt. Vielleicht kommen sich die Pfreimder und Nabburger ja noch näher, wenn die Nabburger Veranstaltungen in Pfreimd stattfinden, hofft sie.

Das ist sehr ärgerlich, aber darüber zu klagen nützt nichts.Pfarrerin Irene Friedrich zur Verzögerungen beim Neubau am Obertor
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