19.12.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Auf Geschmacksreise am Bierglas

Ein "Bier-Genuss-Erlebnis" der besonderen Art bekommen die Mitglieder des Männervereins bei ihrer Monatsversammlung. Mit dem Hobby-Biersommelier Stefan Wissel, Pfarrer in Barbing bei Regensburg, stehen fast zwei Stunden lang im Jugendwerk das Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen des Gestensaftes im Vordergrund. 13 Biere stehen zur Auswahl.

Pfarrer Stefan Wissel (links) ist Hobby-Biersommelier. 13 Sorten hatte er zu seinem Besuch ins Jugendwerk mitgebracht. Männervereinsvorsitzender Dionys Ringlstetter hatte ihn dazu eingeladen. Bild: bph
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Vor der Verkostung ging Stefan Wissel auf die Definition von Bier ein, sprach über dessen lange Geschichte und sprach auch die Einteilung der Biersorten an. Und wer denkt schon an Bier, wenn da die Rede ist von leichten Duftnoten von Biskuit und roten Früchten, die Farbe ein leuchtendes Kupferrot, dazu ein moussierendes Mundgefühl.

Seit Jahren zeige sich laut Wissel eine spannende Entwicklung auf dem Biermarkt. "Galt Pils lange Zeit als Synonym für die ganze Branche, sprießen seit Jahren immer mehr kleinere, sogenannte Craft-Bier-Brauereien aus dem Boden, die zeigen, wie vielfältig Bier sein kann." Dies mache sich auch im Getränkemarkt und in der Gastronomie bemerkbar: Das Angebot an verschiedenen Bierspezialitäten sei riesig.

Bei weltweit über 150 Bierstilen sei es dabei für den geneigten Biertrinker nicht immer einfach, das passende Getränk zu finden. "Kaum jemand weiß, wie ein Stout oder ein Scotch Ale schmeckt". So habe sich in den letzten Jahren eine Weiterbildung für Bierkenner, Brauer und Interessierte etabliert, welche das Thema Bier und Bierkultur in den Mittelpunkt stelle: der Biersommelier. Eingehend auf sein Wissen über Bier verriet Wissel, "das stammt aus dem Kolpinghaus in Regensburg". Dort gab es bei den Angestellten einen Fachmann. Den Rest habe er sich angeeignet.

Zum Einstieg gab es ein fruchtiges belgisches Kirschbier. Dazu gesellte sich mit dezenten Hopfennoten ein Kneitinger Edelpils, leicht mineralisch, zitrusartig. Der Riedenburger Dolden-Sud, gebraut mit Emmermalz, präsentierte sich als obergäriges Spezialbier. Nelken- und Vanillenoten ließen sich beim belgischen Leffe Blonde erahnen.

Als Brotzeitbier schlechthin bekannt ist das Tegernseer Spezialbier mit einem Geschmack wie frisches Brot. Dazu passe nach Stefan Wissel ein Rettich. Für den festlichen Höhepunkt eigne sich die "Festweiße" von Schneider, wobei hier die Note von Zitrusgras zu schmecken sei. Ein geeignetes Getränk für asiatische Gerichte.

Als neue Weißbier-Dimension mit Saphirhefe könne die Hopfen-Weiße aus der gleichen Braustätte bezeichnet werden. Eine Zäsur im Genuss dann der Eisbock, ebenfalls von Schneider "Aventinus". "Gewürzt" mit bayerischen, katholischen Witzen vom Hobby-Sommelier und Pfarrer Hannes Lorenz ging es weiter mit einem Kupfer Spezial von Winkler-Bräu, ein feines Dunkles, passend zu Schweinebraten. Englisch angehaucht dann Dolden Dark von Riedenburger. Im Test weiter Marc's Chocolate Bock von Maisel & Friends, die bayrische Interpretation eines irischen Stouts. Westmalle Trappist zum Endspurt, ein Tripel aus Belgien. Es wird immer noch von Mönchen aus der wohl bekanntesten Trappistenbierbrauerei gebraut, die die alte Tradition leben, brauen, arbeiten und beten. Bekannt ist das Bier auch als "Mutter aller Triple". Den krönenden Abschluss bildete das österreichische "Green Betty" - ein Spezialbier mit den Bio-Kräutern Wermuth, Gundelrebe, Giersch und Mädesüß.

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