11.10.2017 - 19:56 Uhr
NabburgOberpfalz

Barrierefreiheit als Pflaster

Die Eröffnung des BRK-Museums verschiebt sich um knapp ein Jahr, doch das hat einen aktuellen Anlass: Das ursprünglich dafür vorgesehene frühere Schwesternwohnheim findet einen neuen Besitzer. Das Museum wird deshalb im ehemaligen Nabburger Krankenhaus untergebracht.

Im Hauptgebäude ziehen noch Museum und Rettungswache ein. Vom früheren Schwesternwohnhaus (links) trennt sich das BRK. Bilder: Völkl (2)
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Eigentlich hätte das Rot-Kreuz-Museum Ostbayern schon im März eröffnen sollen, doch der Brandschutz wirbelte den Zeitplan durcheinander. Gerd Hofbauer, peilte dann den 8. Mai als neuen Termin an. Hofbauer hatte die Sammlung in Regenstauf mit einem Kreis an Helfern aufgebaut und seit 1999 betreut. Doch das Haus wird abgerissen, die Exponate sollen in Nabburg eine neue Bleibe finden. 300 Quadratmeter im ehemaligen Schwesternwohnheim plus Lager- und Archivräume - das bot sich an. Das Inventar kam nach Nabburg. Alte Holzkoffer mit Verbandsmaterial, über 200 Suchbildlisten, war das Rote Kreuz nach dem Zweiten Weltkrieg doch Drehscheibe für die Vermisstensuche. Ausbildungvorschriften, Auszeichnungen, altes medizinisches Instrumentarium stapelten sich. Viele Raritäten hatte der Förderverein des Rot-Kreuz-Museums zusammengetragen und schon ins Schwesternwohnheim geschafft.

Rettungswache: Neuer Plan

In einem Teilbereich des Hauses war auch die neue Nabburger Rettungswache vorgesehen. Doch dann änderten sich die Pläne. Laut stellvertretendem BRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Seeliger gibt es "einen sehr seriösen Investor" für das ehemalige Schwesternwohnheim, dessen Planungen in Richtung "Betreutes Wohnen" gehen. Dem Verkauf muss noch der BRK-Vorstand zustimmen. "Das wird sich hier gut einfügen", meint Seeliger mit Blick auf das geplante benachbarte Handelszentrum und das Angebot im BRK-Gesundheits- und Betreuungszentrum Nabburg, dem früheren Kreiskrankenhaus. Hier sind sechs Arztpraxen, die Senioren- und Pflegeeinrichtung St. Johannes und der Notarztstandort untergebracht. Laut Seeliger gibt es zudem Überlegungen in Richtung Tagespflege. Entgegen den bisherigen Plänen (Schwesternwohnheim) soll nun auch die Rettungswache ins Haupthaus integriert werden, da hier die Umsetzung einfacher und wirtschaftlicher ist. Hinzu kommt, dass der Küchentrakt nicht mehr benötigt wird und Kapazitäten frei werden.

Standort mit Vorteilen

Sie hat man auch noch in einem Teilbereich des zweiten Obergeschoßes. Passend für das Museum. "Das sind nur 20 Quadratmeter weniger Ausstellungsfläche", berichtet Joachim Seeliger. Zusätzlich gibt es großzügige Lagermöglichkeiten. Vorteil des neuen Standortes: Er hat einen Aufzug, ist somit behindertengerecht, und verfügt über sanitäre Anlagen. In den früheren Krankenzimmern waren kleinere Umbauarbeiten erforderlich. Gerd Hofbauer und seine Helfer müssen zwar erneut umziehen, sie sehen aber auch den Vorteil der Barrierefreiheit. Bezirks- und Kreisverband investieren 30 000 Euro in das neue Museum. Es gibt diverse Themenbereiche. Sie spannen sich von BRK-Bereitschaft, Ausbildung, BRK-Geschichte, Bergwacht, Jugendrotkreuz und Wasserwacht über den Suchdienst bis hin zum Katastrophenschutz und die sozialen Dienste. Sehenswert: Ein Luftschutzkeller, ein Krankenzimmer aus den 60er Jahren und ein Zahnarztzimmer aus den 30ern. Ein Raum bleibt Sonderausstellungen vorbehalten. Die Eröffnung ist im Frühjahr 2018 angepeilt.

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