16.01.2017 - 02:00 Uhr
NabburgOberpfalz

BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm beklagt sich Resignation der Bauern

"Noch nie haben so viele landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben als in den letzten beiden Jahren", betonte BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm. Er sagte auch deutlich, woran es liegt. Für ihn war es am Samstag der letzte Sebastiani-Bauerntag in dieser Funktion.

Für BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm war es der letzte Bauerntag in dieser Funktion.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche, zelebriert von Pfarrer Johannes Lorenz und musikalisch begleitet vom Landfrauenchor, begann der Sebastiani-Bauerntag traditionsgemäß. Die sich anschließende Kundgebung eröffnete das Jagdhornbläser-Ensemble der BJV-Kreisgruppe Nabburg, das auch zur Abwechslung zwischen den Reden in Aktion trat.

Eine lange Liste an Besuchern aus Politik, landwirtschaftlichen Behörden und Verbänden sowie aus der Wirtschaft hieß BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm (Pischdorf) willkommen. Er machte in seinen einleitenden Worten deutlich, was der Landwirtschaft arg zu schaffen macht: Preisdruck, politischer Aktionismus, überzogene Forderungen von Umwelt- und Tierschützern sowie Kritik und Schlagzeilen in überregionalen Medien. Plakate an der Bühne prangerten diese Probleme auch an.

Es entstehe der Eindruck, "als ob wir alles falsch machen, unsere Äcker und Tiere ausbeuten und dafür noch Subventionen erhalten." Man stelle die Landwirtschaft unter Generalverdacht und klage sie an, während die Gesellschaft wie ganz selbstverständlich die Leistungen der heimischen Landwirtschaft in Anspruch nimmt. "Mehr Widersprüche in sich gibt es nicht", betonte er. Immer mehr Auflagen und Bürokratie führten unweigerlich zum Strukturbruch, der mit Resignation bei den Bauern einhergeht. "Wir fühlen uns alleine gelassen", unterstrich er und zählte auf, "was wir vermissen": eine ganzheitliche Betrachtung, Klarstellungen durch politische Kräfte und ein Einstehen in fachlicher Hinsicht durch staatliche Institutionen im landwirtschaftlichen Bereich. Es müsse allen klar werden, was auf dem Spiel steht: die Sorge für gesunde und sichere Nahrungsmittel, die Pflege der Kulturlandschaft, die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe und die Lieferung regenerativer Energien. Diese Zerreißprobe verdeutlichte danach der Hauptredner Werner Schwarz.

Bevor sein Stellvertreter Alfred Bauer das Schlusswort sprach, zog Johann Wilhelm einen persönlichen Schlussstrich. Nach 20 Jahren war für ihn am Samstag der letzte Sebastiani-Bauerntag als Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes gekommen, weil er bei den in Kürze anstehenden Neuwahlen sein Amt abgibt. "Mich sind Sie dann los", sagte er schmunzelnd und dankte für Besuch und Unterstützung. (Seite 21)

Zitate

"Wir müssen beim Bürokratie-Abbau endlich mal Erfolge vorweisen können. Das Thema kann eigentlich schon keiner mehr hören." MdB Karl Holmeier (CSU)

"Was wir tun können, werden wir auf der Ebene des Landratsamtes möglichst unbürokratisch abarbeiten, wobei uns dabei natürlich enge Grenzen gesetzt sind." Landrat Thomas Ebeling (CSU)

"Fair und gerecht muss es zugehen. Aber wir wissen ja selber: Wenn Joghurt 19 Cent kostet, nehmen wir gleich eine ganze Steign davon mit." Bürgermeister Armin Schärtl (SPD)

"Ich bin überzeugt, dass die Diskussion ganz klar positiv bestanden wird von der Landwirtschaft." MdL Alexander Flierl (CSU)

"Die Bevölkerung muss dankbar sein, dass sie so gut ausgebildete Landwirte hat, die hochwertige Nahrungsmittel erzeugen." BBV-Präsident der Oberpfalz, Franz Kustner

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