13.02.2018 - 20:28 Uhr
Nabburg

Bewusste Ernährung mit der "Tellerebene" Fastenzeit auf den Teller bringen

Was esse ich, wie esse ich? Die Fastenzeit bietet sich für Elisabeth Beer gerade dafür an, "bewusst über falsche Ernährungsgewohnheiten nachzudenken". Die Umstellung ist nicht schwer: Dank der "Tellerebene".

Eine Tellerhälfte mit Gemüse, ein Viertel mit Beilagen und ein Viertel mit wenig Fleisch: Das ist die richtige "Tellerebene". Bild: Völkl
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Für Diplomökotrophologin Elisabeth Beer, Abteilungsleiterin für "Bildung und Beratung" am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), sind die kommenden Wochen eine gute Gelegenheit, um zu hinterfragen: Den meist viel zu hohen Fleischkonsum, die oft ungesunde Ernährung. den zu wenig genutzten regionalen Einkauf. "Man muss wissen, was auf den Teller kommt". Es gibt zwar die "Ernährungspyramide", mit der sich jeder seinen täglichen Speiseplan zusammenstellen kann. Das ist aber vielen zu aufwendig. Ihre Kollegin, Ökotrophologin Johanna Baumann, empfiehlt den nicht gar so Disziplinierten die "Tellerebene".

Drei Segmente

Auf fünf Tellern sind Haupt- und Zwischenmahlzeiten angerichtet. Johanna Baumann nimmt sich den wichtigsten Teller für das Mittag- oder Abendessen heraus. Die Hälfte des Tellers ist mit Gemüse gefüllt, ein Viertel mit Stärkebeilage, sprich Kohlenhydraten, und ein Viertel mit dem Eiweißlieferanten Fleisch."Wenn die Mengen hier eingehalten werden, ist schon viel gewonnen", betont sie. Der halbe Teller besteht aus Gemüse und Salat. Nicht ohne Grund: Neben Ballaststoffen stecken in Wintergemüsen Mineralstoffe, in Karotten, Rote Beete oder in Paprika Vitamine. Gemüse besitzt auch sekundäre Pflanzenstoffe - vorbeugend gegen Krebs und Cholesterin bindend. Und die Zubereitung kann einfach sein. "Ofengemüse macht außer schneiden keine Arbeit", meint Elisabeth Beer.

Energielieferanten

Ein Viertel des Tellers ist für die Beilage reserviert. Kartoffeln, Nudeln, Reis, Bulgur oder Couscous. Kohlenhydrate werden in Zeiten von Low Carb oft verteufelt. Hier muss zwischen den kurzkettigen und langkettigen Kohlehydraten unterschieden werden: Letztere enthalten Stärke und Ballaststoffe. "Das sind Energielieferanten", betont Johanna Baumann. Sie sind gut für die Darmstruktur, binden Schadstoffe und sorgen für ein Sättigungsgefühl.

Satt macht auch der Eiweißlieferant Fleisch, der im zweiten Teller-Viertel seinen Platz hat. Die Menge ist sehr überschaubar: Laut Elisabeth Beer gilt die Faustregel: 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Man kann sich durchaus auch mal ein dickes Steak leisten, doch das sollte an den Folgetagen wieder eingespart werden. Zuviel Fleisch ist ungesund für die Nieren, kann zu Gicht und hohen Cholesterinwerten führen. Weniger Fleischkonsum ist für die beiden Ernährungsfachfrauen auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Und ganz wichtig: Zu jeder Mahlzeit muss es ein Getränk geben. Die Ernährungsberatung möchte die "Tellerebene" auch der neuen Zielgruppe "55 plus" näher bringen. Nur zehn Ämter in Bayern haben den Zuschlag für dieses neue Vortrags-, Schulungs- und Kursangebot erhalten, darunter das Landwirtschaftsamt in Nabburg.

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https://www.bzfe.de/inhalt/wann-esse-ich-986.

Linsenpflanzerl mit Ofengemüse

Zutaten:

Ofengemüse: 400 Gramm gemischtes Wintergemüse, (Gelbe Rüben, Kürbis, Pastinake, Rote Beete), 2 EL Rapsöl, Salz. Pfeffer, 4 EL Weinessig.

Linsenpflanzerl: 200 Gramm rote Linsen, 200 ml Gemüsebrühe, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 EL Rapsöl, 40 g zarte Haferflocken, 2 Eier, Salz, Pfeffer, eventuell Semmelbrösel, Rapsöl zum Ausbacken.

Zubereitung:

Das Gemüse schälen und klein schneiden. Mit Öl und Gewürzen in einer Auflaufform mischen und mit Alufolie bedeckt 30 bis 40 Minuten bei 200 Grad backen. Wenn das Gemüse knapp bissfest ist, Essig darüber geben und zehn Minuten weiter backen. In der Zwischenzeit die Linsen in der Gemüsebrühe aufkochen und 15 Minuten quellen lassen. Eventuell überschüssige Brühe abgießen. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Im heißen Öl andünsten. Mit Haferflocken und Eiern unter die Linsen mischen und kräftig würzen. Bei Bedarf Semmelbrösel zugeben. Aus der Masse Pflanzerl formen und im heißem Öl knusprig backen. Die Pflanzerl mit Gemüse und Kräuterdip anrichten.

Die Fastenzeit bietet sich dazu an, bewusst über das Thema Ernährung nachzudenkenElisabeth Beer

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