Ein Kind bewegt die Welt

"Schenken wir ihm nicht nur die Aufmerksamkeit dieser einen Nacht, schenken wir ihm unser Lächeln und unser Leben", so die Aufforderung von Pfarrer Hannes Lorenz bei der Feier der Weihnachtsliturgie im Johannisdom.
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Nabburg
26.12.2016
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Zum traditionellen "Christkindlanblasen" hatten sich Musiker der Jugendblaskapelle unter am Castillon-Brunnen versammelt. Bilder: bph (2)

"Das Kind in der Krippe bewegt die Welt auch heute noch. Aber es liegt an jedem von uns, ob es uns nur heute bewegt, oder auch morgen. Ob es unsere Herzen erreicht, oder nur unsere Schale mit den Gewohnheiten. Lassen wir uns ansprechen von ihm", appellierte Stadtpfarrer Hannes Lorenz in der Christmette an die Besucher.

Bereits am Nachmittag begannen die Feierlichkeiten zum Hochfest Christi Geburt mit dem "Einläuten", dem Krippenspiel der Kinder und der Mette für die Senioren. Drangvolle Enge zeigte sich nicht nur dabei, auch bei der Christmette - zelebriert von Pfarrer Hannes Lorenz und Kaplan Berno Lässer - kurz vor Mitternacht, wollten viele Gläubige dabei sein.

Bei Kerzenschein

Passend zum kirchlichen Hochfest im Jahreskreis erklang vor der Christmette erbauliche Orgelmusik. Für die passende Stimmung sorgte bei Kerzenschein im "Johannesdom" der Kirchenchor, begleitet von Orgel, Klarinette und Querflöte, mit weihnachtlichen Gesängen. Zu Hören war die Pastoralmesse in G von Joseph Güttler, beginnend mit dem fulminanten "Gloria".

"Wo auch immer Eltern ihr kleines Kind mitnehmen, steht es irgendwie im Mittelpunkt. Andere drehen sich nach ihm um, lächeln ihm zu, freuen sich, es im Arm zu halten", begann der Stadtpfarrer seine Predigt. Kleine Kinder seien etwas ganz Besonderes. Sie verdienen alle Aufmerksamkeit, auch wenn es gerade noch so Wichtiges zu reden gäbe. In dieser Heiligen Nacht sei es genauso. Ein Kind bewege die Welt. "Das Kind in der Krippe von Bethlehem, dessen Geburt wir feiern. Das Kind, das wir gläubigen Herzens den Sohn Gottes nennen, der für uns Mensch geworden ist. Auch wir sind mitten in der Nacht gekommen, um diesem Kind unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken."

Das Kind in der Krippe habe mehr bewegt als die Großen der Welt. Das Kind in der Krippe spreche ohne Worte - man brauche es nur anzusehen. Es sage uns: "Das Kleine ist in unserer Welt oft mächtiger als das Gewaltige. Wir sollten wieder an die Kraft des Kleinen glauben lernen, an das, was man mit einem guten Wort, einer Geste, einem Lächeln im anderen bewegen kann." Das Kleine, das Unscheinbare, könne manchmal größere Probleme lösen als noch so viele Argumente und Gespräche.

Sehnsucht nach Frieden

Die unterkühlte Welt brauche mehr Wärme in Form von mehr Rücksicht, mehr Anteilnahme und mehr Hilfsbereitschaft. "Wenn wir uns dazu bewegen lassen, haben wir den Sinn der Weihnacht begriffen." Kein Wort klinge in diesen Tagen so bewegend wie das Wort Friede, und das mit Recht, formulierte der Seelsorger. Es bringe die Sehnsucht der ganzen Welt zum Ausdruck, die immer wieder zerstört werde, ob in Aleppo oder an anderen Kriegsschauplätzen. Es bringe - angesichts der schrecklichen Ereignisse von Berlin - die Sehnsucht nach einem Zusammenleben ohne Hass und Gewalt auf den Punkt. Dabei gehe es aber nicht nur um den Weltfrieden, sondern genauso um den Frieden in den eigenen vier Wänden: "Wenn innerer Friede unsere Herzen füllt, dann kann auch äußerer Friede Bestand haben."

Mit "Stille Nacht", gesungen wie aus einem Mund bei Kerzenschein, klang der feierliche Gottesdienst aus. Im Anschluss versammelten sich die Mettenbesucher vor dem Rathaus auf dem Oberen Markt. Die Ministranten schenkten Glühwein aus und die Jugendblaskapelle setzte zum "Christkindl anblasen" an.
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