03.01.2018 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Ernährungsgewohnheiten ein Thema für Bauern Wissen, was auf den Tisch kommt

Die Landwirte wollen die zukünftigen Ansprüche der Verbraucher besser kennenlernen. Der Bauernverband rückt deshalb die Entwicklung der Ernährungsgewohnheiten in den Mittelpunkt einer alljährlichen Traditionsveranstaltung: Er befasst sich damit bei seinem Sebastiani-Bauerntag.

Die Spitze des Bauernverbandes rückt heuer Ernährungsthemen in den Mittelpunkt: Geschäftsführer Josef Wittmann, Kreisbäuerin Sabine Schindler und Kreisobmann Josef Irlbacher (von links) wollen damit auch beim Sebastiani-Bauerntag einen noch größeren Publikumskreis ansprechen. Bild: Amann
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

"Unsere Bauern produzieren die Lebensmittel - sie müssen deshalb wissen, was die Leute wollen": BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann macht das Ernährungsthema zu einem Schwerpunkt im Jahr 2018. Er ist sich bewusst: Der Fleischverzehr sinkt, ausgenommen vom Trend sind hochpreisige Edelteile und Geflügel. Der Verbraucher entscheidet, was auf den Tisch kommt, entsprechend muss sich die Agrarwirtschaft im Alltag darauf einstellen. Rein statistisch gesehen ist ein Landwirt ja dafür zuständig, 140 Bundesbürger zu ernähren.

Kreisobmann Josef Irlbacher (Grubhof bei Nabburg) und Kreisbäuerin Sabine Schindler (Öd bei Nittenau) halten es ebenso für besonders wichtig, die Nachfrage unter die Lupe zu nehmen. Deswegen erachten sie es für sinnvoll, die Ernährung beim nächsten Tag des ländlichen Raumes (Sebastiani-Bauerntag) zu behandeln, der am 20. Januar in Nabburg stattfindet (Hintergrund). Es genüge nicht, dass in den Regalen und Theken der Supermärkte ein ständiges Überangebot vorhanden ist, von dem niemand weiß, wo es eigentlich her kommt. Der saisonale und regionale Bezug gehe da oft vollkommen verloren - zum Beispiel, wenn es "frische" Erdbeeren zu Weihnachten gibt.

Einen zweiten thematischen Schwerpunkt legt der BBV heuer auf die Risiko-Absicherung auf den Höfen. Er will die Landwirte dafür sensibilisieren, mehr Daseinsvorsorge zu betreiben und rechtzeitig zu regeln, was geregelt werden kann. Die Bauern dürften nicht nur darauf bedacht sein, gut mit Tieren und Pflanzen umzugehen. "Sie schauen oft zu wenig auf sich selber", sagt Wittmann in einem Redaktionsgespräch. Eine große Herausforderung in den Betrieben liegt darin, mit der neuen Düngeverordnung klar zu kommen. Was bisher eher nach individuellen Plänen ablief, muss seit Juni vergangenen Jahres schematisiert berechnet, dargestellt und dokumentiert werden. "Die Zeiten sind vorbei, in denen man das per Hand und Kopf machen konnte", sieht Wittmann da zusätzlichen Bedarf an Dienstleistern. Bauernverband und Maschinenring erklären sich behilflich, um die Vorgaben erfüllen und schließlich den erhofften Ertrag am Standort erzielen zu können. Ähnlich verhalte es sich mit dem Mehrfachantrag für das Kulturlandschaftsprogramm: "Da muss man heutzutage schon gut aufpassen, dass man bei den vielen möglichen Interaktionen kein Loch fährt", mahnt der Geschäftsführer.Der Sebastiani-Bauerntag, der Tag des ländlichen Raums, dient seit Jahrzehnten dazu, sich mit landwirtschaftspolitischen und standesspezifischen Themen auseinanderzusetzen. In diesem Jahr geht der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes einen neuen Weg: Er setzt die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland auf die Agenda und öffnet die Veranstaltung damit für einen noch größeren Interessentenkreis. Als Referenten erwartet er am Samstag, 20. Januar, den Dozenten Florian Schwemin vom Institut für vergleichende Kulturwissenschaften an der Uni Regensburg. Er spricht bei der Kundgebung, die um 10 Uhr im Saal des katholischen Jugendwerks beginnt. Vorausgeht um 9 Uhr ein Gottesdienst in der Nabburger Pfarrkirche, den der Landfrauenchor mitgestaltet.

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