17.02.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Landfrauentag mit Humor: Wie es singt und lacht

Da singen Erwachsene - Abgeordnete, Bürgermeister, Banker - am Freitagnachmittag in der Nordgauhalle im Kanon "Froh zu sein bedarf es wenig". Peinlich ist das den Nachfahren der Fischerchöre keineswegs. Im Gegenteil, sie fühlen sich pudelwohl. Geschafft hat diesen einmaligen Auftritt Hans-Martin Bauer.

Der Landfrauenchor (im Dirndl) gestaltete den Landfrauentag musikalisch. Hans-Martin Bauer brachte aber die gesamte Nordgauhalle zum Singen.
von Irma Held Kontakt Profil

Doch nicht nur das: Plötzlich rhythmisches Klatschen im Saal, und es ertönt der Schlachtruf "Ho!Ho!Ha!Ha!Ha!" (Ältere kennen ihn in abgewandelter Form aus der Zeit der Studentenbewegung der 60er Jahre). Und obendrein: Das alles ist keine Comedy-Show, sondern Teil des Landfrauentages, der alljährlich die Nordgauhalle füllt. Psychotherapeut Hans-Martin Bauer ist der "Übeltäter", der die Menschen zum Lachen bringt, manchen vielleicht ein Lachen abringt - aber das nur am Anfang, später lachen alle spontan.

Nicht grinsen

Sprüche zum Thema "Lachen" und "Humor" sowie Smileys auf den Tischen deuten schon darauf hin, dieses Mal wird es besonders heiter. Die Luftschlangen erinnern ganz nebenbei daran, dass Fasching ist. Doch derbe Scherze ist nicht das, was Bauer unter Humor versteht. Ebenso wenig dies: "Witze erzählen hat mit Humor relativ wenig zu tun." Dass Menschen nur grinsend in die Gegend schauen, ist auch nicht das, was der Stuttgarter meint, wenn er von Lachen spricht.

Das Sprichwort "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" bedeutet ihm hingegen viel. Ihm kommt es ganz besonders auf das Trotzdem an. Also trotz Krankheit, trotz schlechter Nachrichten, trotz Problemen. Bauer textet die Landfrauen und die Männer, die sich pflichtschuldigst und gar nicht ungern in der Nordgauhalle sehen lassen, weder mit wissenschaftlichen Erkenntnissen noch mit Banalitäten zu. Mitmachen ist angesagt, ganz gleich, ob er zum Sich- Selbst-auf-die-Schulter-Klopfen animiert oder zu besagten Schlachtruf aufruft. Atemübungen lockern zwischendurch auf, was noch nicht locker ist.

Ins Fäustchen lachen

Keiner sieht auf die Uhr, sondern ist ganz bei der Sache. Wer bezweifelt, dass Lachen ansteckend ist, hätte am Freitagnachmittag unbedingt in der Nordgauhalle sein müssen. Da wäre auch der größte Miesepeter weich geworden. Spätestens dann, wenn Bauer das vor-beugende Lachen oder ein ins Fäustchen lachen vorführt und natürlich selbst dabei herzhaft lacht. Nur ganz am Schluss lässt er der Nachdenklichkeit absichtlich Raum, wenn er aus Peter Maffays Musical "Tabaluga" singt: "Ich wollte nie erwachsen sein." Damit verbindet er den Rat, sich das innere Kind zu bewahren, "denn von Kindern können wir lernen wie Humor geht".

Die Ehrengäste haben schnell gelernt. Beschwingt und kurz zollten unter anderem Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier, Landrat Thomas Ebeling, Bürgermeister Armin Schärtl und der Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Reinhold Witt, den Bäuerinnen und den Landwirten Respekt. Landtagsabgeordneter Alexander Flierl hatte sein "Soll an Lachen" erfüllt. "Ich kann ganz entspannt in den weiteren Tag gehen." All jene, bei denen es nicht so war, durften beim Sketch "Die Wunderbox" von Landfrauen aus Oberviechtach und Schönsee noch einmal lachen.

Witze erzählen hat mit Humor relativ wenig zu tun.Psychotherapeut Hans-Martin Bauer
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