09.02.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Landfrauentag mit "Mentalbäuerin" Elke Pelz-Thaller Lob für "Ferrari-Lebensmittel"

Obwohl in Deutschland hochwertige Lebensmittel produziert werden, lebt die Landwirtschaft laut Elke Pelz-Thaller am Rande der Gesellschaft. Die "Mentalbäuerin" schildert beim Landfrauentag, warum das so ist - und gibt den Besucherinnen konkrete Lösungsvorschläge.

"Mentalbäuerin" Elke Pelz-Thaller verdeutlichte, wie schwer Landwirte oft zu tragen haben und vermittelte den Besucherinnen des Landfrauentages Strategien, um sich selber in einen positiven Zustand zu versetzen.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Elke Pelz-Thaller kommt gebürtig aus Ingolstadt - "einem Vorort von Audi", wie sie sagt. Als "Mentalbäuerin" ist sie in ganz Deutschland unterwegs, um der Landwirtschaft das scheinbar verloren gegangene Selbstbewusstsein wieder einzuimpfen. "Lob Dich selbst, sonst lobt Dich keiner": So war ihr knapp zweistündiger Vortrag beim Landfrauentag am Freitagnachmittag in der Nordgauhalle überschrieben. Über 500 meist weibliche Besucher waren von dem Vortrag mit humorigen Elementen begeistert. Mit Hilfe einer Besucherin und Holzscheiten stellte die Referentin anschaulich dar, wie schwer die Landwirte oftmals zu tragen hätten, angesichts von bis zu 18 Stunden langen Arbeitstagen. "Es wäre schön, wenn wir eine Gesellschaft hätten, die anerkennt, was die Landwirte tun", betonte die "Mentalbäuerin" und erinnerte sich an ein Gespräch mit Bauern aus der ganzen Welt am Rande der Weltausstellung in Mailand. Dort sei ihr gesagt worden, dass in Deutschland "elitär" produziert werde und hier "Ferrari-Lebensmittel" hergestellt werden. "Wir müssen uns Gedanken machen, warum das die ganze Welt weiß, aber die eigenen Leute im eigenen Land nicht", unterstrich Elke Pelz-Thaller.

Strategien für Marketing

Ein Lösungsansatz liegt für die Persönlichkeitstrainerin in der Ausbildung: Unbedingt müsse diese dahingehend verändert werden, dass sie auch Kommunikationspsychologie und Marketingstrategien enthalte. Bis jetzt laufe es nach dem Motto: "Wir produzieren und produzieren - und liefern ab". Ferrari zum Beispiel liefere aber nicht an Händler und warte, was dieser zahlt. Der Hersteller gebe vielmehr vor, was sein Produkt wert ist, unterstrich Pelz-Thaller. Es gebe auch keine italienischen Nobelautos im Sonderangebot: "Wer einen Ferrari produziert, hat auch das Recht auf Ferrari-Preise".

Um dort hin zu kommen, seien Kraft, Anerkennung und Kommunikation notwendig. Ein Blick ins Nachbarland Österreich: "Die wissen mittlerweile, wie man das angeht". Ein bekannter Getränkehersteller investiere zum Beispiel 90 Prozent seines Umsatzes in die Werbung. "Wer von euch hat einen Flyer?", fragte die Referentin in die Runde und machte klar: "Unsere Höfe brauchen unsere Gesichter". Aus einem Erfolgsseminar brachte sie eine mögliche Erfolgsstrategie für die Landwirtschaft mit. Sie beruht auf dem Prinzip von Aktion und Reaktion, oder - um im Bild zu bleiben - von "Saat und Ernte". Das heißt für Elke Pelz-Thaller: "Wir müssen mit der Gesellschaft so umgehen, dass sie uns und unsere Produkte wertschätzt". Wichtig sei es in diesem Zusammenhang, den Menschen, die die Erzeugnisse kaufen, ein gutes Gefühl mitzugeben.

Zwei Übungen

Um sich - gemäß dem Grundsatz von "Saat und Ernte" - zuvor selber in einen guten Zustand zu versetzen, gab die "Mentalbäuerin" den Besuchern des Landfrauentags zwei konkrete Übungen an die Hand. Die eine heißt "EFT" - "Emotional Freedom Techniques". Dabei geht es darum, durch die Stimulation von bestimmten Punkten im Gesicht und auf der Brust durch Klopfen negative Gefühle abzuarbeiten. Mit Hilfe von "Schorsch", einem männlichen Besucher aus dem Publikum, führte die Referentin die Wirkungsweise dieser Methode auf humorvolle Art und Weise vor. Die andere ist ein "Powerbekenntnis", das wie ein Mantra 30 Tage lang gesprochen werden muss.

Für Kreisbäuerin Sabine Schindler war der Landfrauentag eine Premiere: Sie begrüßte zum ersten Mal die zahlreichen Besucher - darunter waren auch viele Ehrengäste - in der vollen Nordgauhalle. Viel Applaus gab es neben dem unterhaltsamen Vortrag auch für die Lieder des Landfrauenchors zur Eröffnung, den Auftritt der Stullner Kinder- und Jugendgarde sowie einen Sketch.

Es wäre schön, wenn wir eine Gesellschaft hätten, die anerkennt, was die Landwirte tun"Mentalbäuerin" Elke Pelz-Thaller

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