02.07.2017 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Langwieriges Projekt vollendet

Lange zog sich diese Baustelle hin. Jetzt ist die einstige Spitalkirche fertig und nutzbar. Beim Festakt zur Einweihung des neuen Kulturzentrums begründete der Bürgermeister die eingetretene Verzögerung mit "Unwägbarkeiten".

Die Planungen gehen schon zurück bis auf das Jahr 2004. Nach langem Vorlauf mit archäologischen Ausgrabungen konnte die Sanierung der einstigen Marienkirche erst 2012 so richtig losgehen. Von zwei Jahren Bauzeit ging man ursprünglich aus. Unter dem Strich dauerte es aber wesentlich länger. Jetzt ist das frühere Gotteshaus (rechts) neben der katholischen Stadtpfarrkirche für Veranstaltungen nutzbar. Bilder: Götz (3)
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Jahrelang dauerte es, bis sich das Kleinod in der Altstadt so entwickelte wie es nun da steht: Am Freitag konnte die frühere Spitalkirche St. Marien der öffentlichen Nutzung übergeben werden. Dies geschah bei einem Festakt, der auch der Eröffnung des Oberpfälzer Kulturtages diente (wir berichteten). In seinen einleitenden Worten erinnerte Bürgermeister Armin Schärtl daran, dass sich die entweihte Kirche rund 200 Jahre lang in Privatbesitz befand, bevor sie ins Eigentum der Stadt überging und saniert werden konnte. Auf die Gründe, die zu den unerwartet lange dauernden Bauarbeiten führten, ging er nicht näher ein. Dass es gewiss keine einfache Baustelle war, deutete Architekt Johann Ernst in seiner kurzen Ansprache an.

Drei Regierungspräsidenten, zwei Landräte, zwei Bürgermeister, zwei Stadträte, drei Generalkonservatoren und vier Gebietsbeauftragte des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und nur ein Architekt - so zählte er auf - amtierten während der Bauzeit. Vielfache Probleme mussten immer wieder gelöst werden, so dass sich die Fertigstellung ungewöhnlich lange hinzog. Die für die Kommune erfreuliche Nachricht: Die vorab veranschlagten Kosten (3,5 Millionen Euro) konnten nicht nur eingehalten, sondern sogar leicht unterschritten werden. Deswegen erhalte der Architekt nun etwas weniger Honorar, "aber man kann ihn ja für die lange Bauzeit nicht auch noch belohnen".

Ernst vollzog die symbolische Schlüsselübergabe an Bürgermeister Schärtl, bevor die kirchliche Segnung anstand. Die beiden Geistlichen Irene Friedrich und Hannes Lorenz nahmen sie gemeinsam vor. Wobei es der katholische Pfarrer mit Blick zur Decke schon eher als eine Seltenheit bezeichnete, dass ein Bauwerk eingeweiht wird, "über dem Jesus Christus schon längst wacht". Er erinnerte damit daran, dass das Gebäude einst tatsächlich als Kirche diente.

Am Ende der Segnung sangen die Anwesenden gemeinsam "Großer Gott, wir loben Dich", weil - so Lorenz mit Blickkontakt zum Bürgermeister - "nach zehn Jahren nicht nur einem ein Stein vom Herzen fällt, dass der Bau endlich genutzt werden kann".

Den Einweihungsteil des Festaktes beendete Bürgermeister Armin Schärtl mit der Feststellung, dass das Projekt inklusive Sanierung und Erneuerung der Wohnungen im Nachbargebäude Am Obertor rund 3,3 Millionen Euro kostete. Für die Mithilfe bei der Finanzierung dankte er allen Zuschussgebern. Für die musikalische Begleitung sorgte das Bläserensemble der Berufsfachschule für Musik aus Sulzbach-Rosenberg.

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