Leuchtende Sterne für das Jahr

Der Einzelsegen mit Handauflegung stand am Ende des Jahresschlussgottesdienstes in der Pfarrkirche. Bild: bph
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Nabburg
02.01.2017
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Silvester ist von je her der Tag im sich zu Ende neigenden Jahr, um Rückschau zu halten. So auch in der Pfarrei Sankt Johannes auf dem "Domberg". In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pfarrer Hannes Lorenz die 366 Strohsterne an den genau acht Meter hohen Christbäumen im Kirchenschiff.

"An den vier Bäumen leuchten 555 Lichter und 398 rote Kugeln. Sie erinnern an die Äpfel im Paradiesbaum", sagte der Pfarrer. Die Strohsterne am Christbaum seien aus keinem edlen Material, eigentlich ein Abfallprodukt, so Hannes Lorenz einleitend. Das kostbare, die Ähre, bereits abgeschlagen, der Halm bleibe zurück. Manche wüssten, wie wenig das ist, wenn sie sich an den letzten Strohhalm der Hoffnung klammern müssen.

Und mancher werde in der Rückschau auf das vergangene Jahr sagen müssen: Viel zu ernten gab's dieses Jahr in meinem Leben nicht: Da blieb nur wenig übrig, das trockene Stroh meiner Misserfolge und Niederlagen, das unbrauchbare Stroh einer Krankheit oder familiärer Schwierigkeiten. "Selbst wenn jemand stolz und glücklich sein kann über alles, was er 2016 geleistet hat, es braucht oft nur ein schlimmes Erlebnis, und das ganze Jahr verliert an Wert, das ganze Jahr scheint nur noch Stroh gebracht zu haben." Die Strohsterne am Christbaum seien mit Geduld zusammengelegt und geordnet, bis sie eine schöne Form ergeben.

"Was ist das für eine hoffnungsvolle Botschaft für unser Leben?" Dort, wo man nur noch Stroh in Händen halte, brauche es eigentlich nur einen, der es geduldig ordne und zusammenfüge, und dann könne selbst aus Wertlosigkeiten Sinnvolles, Schönes entstehen. Das Kind in der Krippe ruhe nicht nur auf Stroh, es lade ein, ihm Stroh in die Hand zu geben. Jesus wolle es für die Christen ordnen. Er verlange Vertrauen. Vertrauen und Geduld.

Die Strohsterne am Christbaum leuchten nicht aus eigener Kraft, sondern erst, wenn eines der Lichter sie bescheint. So sei es auch mit all dem, was im Leben gelinge und sich zum sinnvollen Ganzen zusammenfüge. 366 Strohsterne am Christbaum sollen Zeichen der Dankbarkeit sein, dass Gott im vergangenen Jahr die Pfarrei Tag für Tag mit seinem Licht begleitet habe. "Heute an Silvester sagen wir ihm Dank für alles, was in unserem Leben wie ein heller Stern aufleuchtete, was uns den Weg zeigte und uns froh machte. Jeder von Ihnen wird seinen Sternen Namen geben können. Jedem von Ihnen wünsche ich, dass er möglichst 366 solche Sterne benennen kann, oder wenigstens annähernd soviel."

Für die Pfarrgemeinde waren nach Ansicht des Pfarrers auch solche großen Sterne die Live-Übertragung des Gottesdienstes am Drei-Königstag mit unzähligen Rückmeldungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die Renovierung des Seiteneingangs mit dem neuen Lucernar mit dem Brünnl-Wallfahrtsbild. Oder all jene, die im vergangenen Jahr neu zur Pfarrei kam, aber insbesondere auch durch die Erfahrung des Kirchenasyls, das Naji Yaggo gewährt wurde. Die Silberprimiz in Unteraich, der afrikanische Kirchweih-Montag, um nur zwei zu nennen.

Die 366 Sterne, zeigte sich der Priester überzeugt, leuchten nicht nur an Silvester, sondern auch in das Jahr 2017 hinein. Zum Abschluss des letzten Messopfers im Jahr 2016 spendete der Stadtpfarrer zusammen mit Kaplan Berno Lässer den Einzelsegen mit Handauflegung für alle, die vor den Altar kommen wollten. Ab 23.30 Uhr war die Kirche offen. Und nach dem "Anläuten" der Glocken des Neuen Jahres gab es Sekt für die Anwesenden.

Statistik St. JohannesDas Sakrament der Taufe erhielten während des Jahres 2016 42 Kinder. Die Erstkommunion empfingen 39 junge Christen. Zur Firmung schritten 35 Jugendliche. Den Bund der Ehe besiegelten 7 Paare im "Johannesdom" sowie 8 Paare aus der Pfarrei gaben sich auswärts das Ja-Wort. Aus dem Gebiet der Pfarrgemeinde verstarben im vergangenen Jahr 74 Personen, davon wurden 57 in Nabburg beerdigt. (bph)
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