16.08.2017 - 17:14 Uhr
NabburgOberpfalz

Marias Grab voller Kräuter

Zu einem "Osterfest mitten im Sommer" begrüßte Stadtpfarrer Hannes Lorenz die vielen Teilnehmer an der Wallfahrtskirche "Maria Brünnl". Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel sei nichts anderes als das Bekenntnis, dass Christus seine Mutter zur Auferstehung und zum ewigen Leben gerufen hat.

Das Wetter passte: Zahlreiche Gläubige feierten am Brünnl den Frauentag. Den Gottesdienst zelebrierte Stadtpfarrer Hannes Lorenz. Die musikalische Gestaltung übernahm die Jugendblaskapelle. Sie gab auch beim Frühschoppen den Ton an. Bild: bph
von Sepp FerstlProfil

Damit habe sich an ihr schon erfüllt, was allen Menschen verheißen sei, die an Christus glauben. "Mariä Himmelfahrt" zu feiern sei deshalb die Hoffnung auf die eigene Auferstehung, betonte der Stadtpfarrer. Der "Brünnl-Frauentag", wie er in der Pfarrei St. Johannes genannt wird, hat an Attraktivität nichts verloren. Durch den Sonnenschein eingeladen, kamen sehr viele Gläubige zu den beiden Gottesdiensten am Freialtar vor dem Kirchlein. Schon Tage zuvor hatten der Männerverein und der Pfarrmesner zusammen mit dem Bauhof das Gelände im Wald hergerichtet. Der Hauptgottesdienst wurde von der Jugendblaskapelle musikalisch gestaltet.

Pfarrer Hannes Lorenz ging in seiner Predigt auf das "Magnificat" ein, den Lobgesang der Gottesmutter. "Wir Menschen möchten an den Gesetzmäßigkeiten dieser Welt oftmals schier verzweifeln: Dass immer die Starken sich durchsetzen und die Schwachen das Nachsehen haben, dass die Erfahrung von Krankheit manchmal alles zunichte macht, woran man ein Leben lang gearbeitet hat, dass schließlich der Tod das letzte Wort in dieser Welt hat. Maria hingegen preist Gott als den, der die Maßstäbe dieser Welt auf den Kopf stellt." Gott schaue auf die Kleinen und Schwachen, wie ja auch Maria, die junge Frau aus dem damals unbedeutenden Städtchen Nazareth eine war. Er wende sich den Kranken und Leidenden zu. Niemand sei zu klein, zu unbedeutend oder zu schwach, als dass Gott ihm nicht Ansehen schenken würde. In der Himmelfahrt Mariens werde auch deutlich, "dass Gott sogar den Tod für uns Menschen aus den Angeln hebt und ewiges Leben verheißt". Es gebe keinen Grund zur Verzweiflung für den, der an Christus glaubt, wie es Maria uns vorgelebt hat.

Am Ende des Gottesdienstes wurden die Kräuterbüschel gesegnet. Zuvor erinnerte Pfarrer Lorenz an die Legende, die beschreibt, dass der Apostel Thomas nicht dabei war, als die Gottesmutter bestattet wurde. Er wollte sie aber noch einmal sehen. Als man ihr Grab öffnete, war der Leichnam nicht mehr da und Maria bereits in den Himmel aufgenommen. Das Grab war übervoll mit duftenden Kräutern. Der Brauch der Kräutersegnung hält dieses Andenken lebendig. Der Frauenbund Nabburg hatte 500 Büschel gebunden, die gerne von den Gläubigen mitgenommen wurden. Im schattenspendenden Hochwald lud die Kolpingfamilie zu Bratwürstln ein.

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