28.09.2017 - 18:14 Uhr
NabburgOberpfalz

Modenschau zum Frauenbund-Geburtstag Steter Wandel

Als "i-Tüpfelchen" der Jubiläumsfeier 100 Jahre Frauenbund darf die Modenschau bezeichnet werden. Attraktive Models entführten die Gäste auf eine modische Reise, zurück bis in die Gründungszeit.

Auch Tracht wandelt sich im Lauf der Jahrzehnte. Bilder: bph (3)
von Sepp FerstlProfil

Das Modenschau-Team hatte sehr schöne Kleidungsstücke gesammelt und in vielen Stunden die Choreografie unter Maria Schmidl einstudiert. Das erste Augenmerk galt der Tracht. Sie ist ebenso dem Wandel der Mode unterworfen wie unsere Alltagskleidung. Die Trachtenkleidung vermittelt ein starkes Zugehörigkeitsgefühl und stiftet eine gemeinsame Identität. Die 1910er und 20er Jahre waren zusammengefasst: Der Frauenbund war noch ganz jung. Der Jugendstil nahm vor allem Einfluss auf schmale Linienführung, Verzierungen aller Art (meist in Form von Stickereien aus feinem und einzigartigem Design), Zigarettenspitze, Bubikopf und Topfhut. Die Kleider waren knielang. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Frauenbund aus der Öffentlichkeit verdrängt. Ein schmal geschnittener, bis zur Wade reichender Rock und eine taillierte Jacke wurden zur gängigen Kleidung der Damenwelt. In Deutschland trugen die Frauen Schürze und Wollkleid. Die Comedian Harmonists sangen "Ein Freund, ein guter Freund". "Vom Winde verweht" und "Die drei von der Tankstelle" liefen im Kino.

Hoch geschlossen

In den Kriegsjahren schneiderten die Frauen aus Sparmaßnahmen und anderen Gründen selbst. Getragene Kleidung wurde umgenäht, auseinandergeschnitten und völlig neu zusammengesetzt. Die Röcke wurden etwas kürzer, stattdessen waren Kleider hoch geschlossen. Am 14. Juni 1952 wurde der Frauenbund in Nabburg wieder gegründet. Kleider mit Petticoat bestimmten das Straßenbild, und neue Materialien wie Kunstseide eroberten den Markt; im Fernsehen liefen Heimatfilme.

Schlechter Geschmack

In den 60er Jahren war Mini-Kleid oder -Rock eine Moderevolution. In den 70ern ist die Hippie-Mode weiterhin sehr beliebt, Flower-Power, ausgefallene Schnitte, Peace-Zeichen und Blumen ohne Ende. Die 80er Jahre gelten heute als "Jahrzehnt des schlechten Geschmacks", geprägt von Schulterpolstern, Sakkos, Sonnenbrille, Sport-Walkman, Stirnband, Leggings. Am 5. Oktober 1986 wurde beim Frauenbund Fahnenweihe gefeiert. Die Farben waren schrill, die Frisuren meist Dauerwelle. Die Wiedervereinigung und der Euro prägten die Zeit zwischen 1990 und 2000. Die Stoffe waren leicht und luftig wie die Farbkombination von weiß, beige und blau. Es wird wieder mehr körperbetonte Mode getragen. Nach der Jahrtausendwende zeigt sich, dass immer häufiger Kleidungsstücke vergangener Epochen wiederentdeckt und neu kombiniert werden, um als neue Trends auf den Laufsteg zu gelangen. Wie bezaubernd müssen unsere Großmütter gewesen sein, wenn etwas Altmodisches wieder Mode wird. Moderatorin Cornelia Prey und Co-Moderator Raphael Haubelt verstanden es, in die Vorstellung der verschiedenen Stilepochen auch die Geschichte sowie gesellschaftliche Ereignisse und kulturelle Entwicklungen der Jahrzehnte einfließen zu lassen.

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