02.04.2018 - 17:36 Uhr
NabburgOberpfalz

Osterritt zum Brünnl Mit dem Kaplan hoch zu Ross

Weder Oster-, noch Angsthasen sind am Ostermontag in Nabburg gefragt: Bei der Pferdeprozession zum Brünnl stehen Ross und Reiter im Mittelpunkt - und ein Kaplan, der mit sichtbarer Freude im Sattel sitzt.

Die Nabburger Reiter und Kaplan Berno Läßer führten den Osterritt an. Diesmal waren auch Teilnehmer aus Neumarkt und München dabei. Bilder: arr
von Autor AUBProfil

Über 60 Ponys und Pferde beteiligten sich heuer an der 69. Auflage des Osterrittes. Nur einer fehlte. Stellvertretend übernahm Wolfgang Unger im Namen des Reit- und Fahrvereins die Dankesworte an alle Teilnehmer und Organisatoren. Ihm, allen Mitgliedern und auch Kaplan Berno Läßer war es ein spürbares Anliegen, den erkrankten Josef Brunner wenigstens in Gedanken und im Gebet um baldige Genesung an jener Veranstaltung teilnehmen zu lassen, die ihm bisher so am Herzen lag und um deren Fortbestand er sich alljährlich so engagiert bemühte.

"Braucht es nicht viel Mut, aufs Pferd zu steigen?", werde er oft gefragt, so der Kaplan. "Nun", so seine Antwort, "ich denke mir, alle meine tapferen Begleiter werden schon wissen, was sie tun!" Wichtig sei, dass jeder seine Fähigkeiten und Talente an der richtigen Stelle einsetzt. Dazu erzählte er eine Anekdote: Ein Professor bat einen Fischer, ihn mit dem Boot überzusetzen. Dabei kamen sie ins Gespräch. Der Fischer schien weder an Mathematik, Fremdsprachen noch Literatur sehr interessiert. "Dann fehlen ihnen ja 75 Prozent des Lebensinhaltes", stellte der Professor erschrocken fest. Als kurz darauf das Boot kenterte und der gelehrte Nichtschwimmer um Hilfe bat, konterte der Fischer: "Und wenn ich sie jetzt nicht rette, fehlen ihnen gleich 100 Prozent ihres Lebens!"

So, resümierte der Kaplan, "sollen auch wir ganz im Sinne Gottes jedes unserer noch so klein oder unbedeutend erscheinenden Talente einsetzen". Jede individuelle Fähigkeit sei gefragt. Und eine der für Christen wichtigste sei, so befand er abschließend, das Miteinander-Beten und Gottesdienst-Feiern. Den Abschluss der Freiluft-Messe, die die Jugendblaskapelle musikalisch gestaltete, bildete der traditionelle Segen für die fesch herausgeputzten Pferde und ihre stolzen Besitzer.

Ich denke mir, alle meine tapferen Begleiter werden schon wissen, was sie tun.Kaplan Berno Läßer

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