05.02.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Schüler nah dran an der Politik

Das Gymnasium spielt Landtag. Im Unterricht machen die Schüler einen Ausflug in die große Politik. Sie bekommen dazu Besuch von "echten" Politikern.

Den Oberstufenschülern des Gymnasiums machte es Spaß, sich beim Planspiel "Der Landtag sind wir" einmal einen Vormittag lang spielerisch in die Rolle eines echten Landespolitikers hineinzuversetzen. Bild: exb
von Externer BeitragProfil

Der Mehrzweckraum des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums glich beinahe dem Plenarsaal des Bayerischen Landtags im Münchener Maximilianeums. Um das Rednerpult herum waren Sitzreihen aufgebaut, die in ihrer Anordnung mit dem Parlament übereinstimmten, denn im Rahmen eines spannenden Planspiels übernahmen die Schüler der elften Jahrgangsstufe einen Vormittag lang die Rolle der Abgeordneten. Eine Bayernfahne durfte dabei auch nicht fehlen, so dass auch auf diese Weise für die passende Atmosphäre gesorgt war.

Der Bayerische Landtag beauftragte die spezielle "Forschungsgruppe Jugend und Europa (FGJE)" mit der Entwicklung eines Planspiels, das parlamentarische Abläufe, politische Entscheidungsprozesse der Landespolitik sowie die Rolle der Medien in der Politik für Jugendliche vermitteln soll. Seit nunmehr 2006 gibt es dieses bundesweit bislang einzigartige interaktive Lernprojekt "Der Landtag sind wir - parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren" für den flexiblen und modularen Einsatz an Schulen. Während eines Projekttags wurde auf Initiative von Studienrat Christian Käsbauer den Schülern der elften Jahrgangsstufe die Möglichkeit geboten, die Aufgaben eines Abgeordneten hautnah und spielerisch kennenzulernen.

Die Teilnehmer wurden von den Fachkräften des "Centrums für angewandte Politikforschung (CAP)" in fünf Gruppen eingeteilt. Die Oberstufenschüler übernahmen in den nächsten Stunden die Rollen fiktiver Abgeordneter, die sich in den im Landtag vertretenen Fraktionen CSU, SPD, Grüne und Freie Wähler zusammenfanden. Sogar eine simulierte "vierte Gewalt" wurde in Form einer Schülergruppe gegründet. Diese Vertreter einer fiktiven Tageszeitung gestalteten die gesamte Berichterstattung. Wie im richtigen Parlamentsbetrieb auch wurden der Landtagspräsident und die Fraktionsvorsitzenden gewählt und in Ausschüssen über einen konkreten "Gesetzesentwurf" durchaus hitzig diskutiert.

Nachdem sich die Fraktionen entsprechend ihrer aktuellen Stärke im Landtag zusammengefunden hatten, erarbeiteten sie ihre jeweilige Position in der strittigen Frage der Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen in Bayern. Anschließend versuchten die Fraktionsvorsitzenden in der Plenarsitzung, die Abgeordneten der anderen Fraktionen mit Argumenten zur eigenen Position zu überzeugen. So "wetterte" ein Grünen-Abgeordneter gegen den Vorschlag der CSU, an Plätzen mit hoher Kriminalität pauschal eine breitgefächerte Videoüberwachung zu installieren: Am Ende des politischen Prozesses wurde sogar ein neues Gesetz verabschiedet - natürlich mit einigen Änderungen und Kompromissformulierungen, wodurch sich letztendlich alle demokratischen Parteien einbringen konnten. Abschließend wurden die Schüler der elften Jahrgangsstufe von den eigens angereisten Landtagsabgeordneten Alexander Flierl (CSU) und Franz Schindler (SPD) besucht, welche ihnen als Polit-Profis erklärten, wie ihre Parteien tatsächlich zu diesem Gesetzentwurf zum Thema Videoüberwachung argumentieren würden. Danach beantworteten sie noch viele Fragen zu Bereichen, welche die Schüler brennend interessierten. Wie stehen die Parteien zu der Frage der verschiedenartigen Anforderungen der Abiturprüfungen in Deutschland? Was kann man tun angesichts einer immer drastischeren Wohnraumsituation für Studierende in Universitätsstädten?

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