Serie von Straftaten: 30-Jähriger auf Tatorten quer durch den Landkreis Schwandorf
Einbruchstouren auf der Suche nach Geld für Drogen

Symbolbild: Stefan Puchner/dpa
Vermischtes
Nabburg
10.05.2018
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Wie kann jemand nur so leben? Gerade einmal 30 Jahre alt und schon lange Knasterfahrung. Kaum draußen, schon wieder hinter Gittern. Ein Mann, der sich die Kriminalität quasi zum Beruf gemacht hat. Mit einem Hang zu Alkohol und Drogen.

Er kam weit herum im Landkreis Schwandorf. Immer mal wieder aus der Haft entlassen, dann auch eine Alkoholtherapie abgebrochen. Weil angeblich die Therapeutin der Allgäuer Klinik ebenfalls soff. Kaum draußen, begann im August 2016 eine längere Serie von Straftaten, deren Klärung nun die Erste Strafkammer beim Landgericht Amberg beschäftigt. Erst, so stand in der Anklageschrift, seien auf einem Industriegelände östlich von Freihöls (Gemeinde Fensterbach) bei insgesamt fünf gewaltsam begangenen Diebstählen 37 ebenso leere wie schwere Gasbehälter entwendet worden. "Ich war nur einmal dort", sagte der 30-Jährige. Dabei seien von ihm vier Behälter mitgenommen worden. Dafür habe es in einem Schwandorfer Baumarkt Pfandgeld gegeben. Seltsam allerdings: Die Diebstähle ereigneten sich innerhalb weniger Tage.

Der arbeitslose Mann musste seinen Lebensunterhalt und den Drogenkonsum bestreiten. Durch kriminelles Vorgehen. Er verkaufte in Burglengenfeld ein von anderen im Raum Regensburg gestohlenes Motorrad (Zeitwert 3500 Euro) für 800 Euro, war im September 2016 mit dabei, als in ein Nittenauer Wohnhaus eingebrochen wurde. Eine Frau begleitete ihn. Zusammen holten sie eine Reihe von elektronischen Geräten aus dem Anwesen.

Oft im Drogen-Milieu

Dann folgte in der Auflistung von Staatsanwalt Tobias Kinzler der Einbruch in ein Fitnessstudio in Maxhütte-Haidhof. Eine unmittelbare Beteiligung an diesem Coup wies der 30-Jährige von sich. Doch ein dabei neben Bargeld erbeutetes Fahrrad will er für ein Gramm Crystal Speed frühmorgens um 4 Uhr gekauft haben. Auch ein Sonnenstudio in der Stadt Teublitz wurde im Herbst 2016 mehrfach von Einbrechern heimgesucht. Dem 30-Jährigen schrieb man zumindest eine dieser Straftaten zu. Vor Richterin Roswitha Stöber gestand er nun zwei. Alles geschehen im Dunstkreis von Drogensüchtigen und mit dem seltsam anmutenden Hinweis, die Türen dort seien immer offen gewesen. Zum Schluss noch eine Motorsäge. Geklaut aus einem Holzlager im Kreis Schwandorf. Auch dabei stand ihm der Sinn danach, die Beute zu verhökern, um Geld für Drogen zu kriegen. Fakt war nach der langen Vernehmung: Da sitzt einer, der fest verwurzelt ist in einem Kreis von Rauschgiftkonsumenten, die ständig auf der Suche nach Finanzmitteln für ihre Abhängigkeit sind.

Therapie muss sein

An einer erneuten und vom Gericht angeordneten Langzeittherapie dürfte kaum ein Weg vorbei führen. Darauf wurde bereits von der Strafkammer hingewiesen. Der Prozess wird fortgesetzt. Momentan sitzt der 30-Jährige abermals in U-Haft.
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