27.02.2018 - 20:00 Uhr
Nabburg

Sozialstation-Bau kann starten

"Der Plan ist genehmigt!" Mit dieser Botschaft überrascht Pfarrer Hannes Lorenz den Krankenpflegeverein. Damit kann schon in den nächsten Tagen, je nach Witterung, mit dem Neubau der Caritas-Sozialstation an der Regensburger Straße begonnen werden. Die Räumlichkeiten beim Bahnhof genügen den gestiegenen Anforderungen nicht mehr.

Im Gelände des ehemaligen "Danhauser-Gartens" an der Regensburger Straße sind die Obstbäume bereits gefällt. Bilder: bph (2)
von Sepp FerstlProfil

Der häuslichen Pflege in christlichem Umfeld hat sich der Krankenpflegeverein seit 1945 verschrieben. Die Einrichtung, der Heiligen Elisabeth von Thüringen gewidmet, will sich laut Vorsitzendem Friedrich Namyslo entgegen dem Zeitgeist nicht der Stoppuhr und dem wirtschaftlichen Aspekt der Pflege, sondern den pflegebedürftigen Menschen in ihrem Umfeld annehmen. Nicht der "Fall", sondern die Person sei das Ziel des Engagements. "Wir verstehen uns als Solidargemeinschaft, die aus christlicher Motivation heraus für andere Menschen einsteht".

Ziel: Im Dezember fertig

"Wir haben einen Stand von 284 Mitgliedern", berichtete Friedrich Namyslo, aufgegliedert in 162 Einzelpersonen und 122 Familienmitglieder. Im vergangenen Jahr wurden von der Caritas-Sozialstation monatlich bis zu 64 Patienten aus dem Gebiet der Pfarrei Nabburg betreut. Davon seien 42 Personen Mitglied im "Elisabethenverein". Dem Kassenbericht von Elfriede Jauernig war zu entnehmen, dass die Gemeinschaft finanziell auf gesunden Beinen stehe.

Eingehend auf die Situation der Caritas-Sozialstation begründete Hannes Lorenz die Gründe für den Neubau. "Mit einem Personalstand von 50 Mitarbeitern bei 240 zu betreuenden Patienten im Altlandkreis Nabburg stoßen wir an Grenzen". Wie gut die Station angenommen werde, verdeutliche die Zahl von 13 Hauswirtschafterinnen. Der Erfolg und das Interesse an der Angebotspalette liege sicherlich an der Tatsache, "dass wir bei Bedarf nicht lange fackeln, wir packen an mit christlicher Solidarität."

Das Gelände werde in den nächsten Tagen vorbereitet, wobei der Stadtpfarrer die Hoffnung trage, Ostern den Grundstein legen zu können. "Das große Ziel sei die Inbetriebnahme im Dezember 2018. Beseitigt werde dann damit nicht nur die Raumnot sondern auch der Bedarf an Parkplätzen. Es sind 27 Stellflächen geplant in einer Einbahnstraße rund um die Station." Vor dem geistlichen Wort meinte der Seelsorger noch, dass bei der nächsten Jahreshauptversammlung die neue Station dann schon besichtigt werden könne.

Klarheit im Erbfall schaffen

Notar Anton Wiedemann befasste sich vor der Rückschau mit dem Thema "Erben und Vererben". Dabei appellierte er an die Versammlung: "Hinterlassen Sie Klarheit!" Ohne Testament oder Erbvertrag werde der gesamte Nachlass grundsätzlich nach der gesetzlichen Erbfolge vererbt. Und dem Gesetz sei es völlig gleichgültig, welches Verhältnis der Erblasser zu seinen Erben hatte. Aber auch ein vorhandenes, doch nicht formgerechtes Testament können den letzten Willen zunichte machen. Dazu komme, dass mit der Höhe des Vermögens die Streitlust der Erben zunehme.

"Ohne Testament oder Erbvertrag greift die gesetzliche Erbfolge." Wer allerdings glaube, dass das gesamte Vermögen nach dem Tode generell auf den Ehe- oder Lebenspartner übergehe, liege falsch. Je nachdem, welcher Güterstand vereinbart sei oder welche Verwandten hinterlassen werden, betrage der gesetzliche Erbteil ein Viertel, ein Drittel oder die Hälfte. Alleinerbe werde lediglich der, wenn es weder Verwandte erster und zweiter Ordnung noch Großeltern gebe. Verwandte erster Ordnung seien Kinder, zweiter Ordnung Eltern.

Da ja bekanntlich alle nur das Beste wollen, sei es vorteilhaft, selbst zu bestimmen, wer was bekomme. "Das geht auch, indem man nahe Verwandte enterbt." Völlig freie Hand gebe es dabei nicht, denn das Gesetz sichere die nächsten Angehörigen durch Pflichtteilsansprüche am Nachlass ab. Aus Verantwortung für seine Lieben und das eigene Vermögen sollte rechtzeitig Vorsorge getroffen und der Nachlass individuell durch ein Testament oder einen Erbvertrag geregelt werden. "Damit könne Streit und Enttäuschung vermieden werden." Weitere Punkte betrafen Schenkungen und Steuern. Eine lebhafte Diskussion schloss sich dem Vortrag an.

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