13.08.2014 - 00:00 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Behindertenbeauftragte und Vertreterin der Selbsthilfegruppe: Rundgang im Sibyllenbad Keine ausgrenzenden Notlösungen

In einem Atemzug mit dem Wiesauer Bahnhof genannt zu werden, das war Gerhard Geiger dann doch etwas zu viel: Die Kritik am Kurmittelhaus von Reinhard Schön, dem Behindertenbeauftragten im Landkreis, wollte der Sibyllenbad-Chef nicht unwidersprochen lassen.

Während des Rundgangs notierte sich Sibyllenbad-Chef Gerhard Geiger (rechts) die Anregungen, die Behinderten den Besuch des Kurmittelhauses noch angenehmer gestalten sollen. Von links Doris Scharnagl-Lindinger, Reinhard Schön und Martina Sötje. Bild: pz
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Der Werkleiter lud Schön und seine Stellvertreterin Doris Scharnagl-Lindinger zu einem Vorort-Termin und einer Besichtigung in den Heilquellenkurbetrieb ein (wir berichteten). Zum Wochenbeginn war es so weit: Mit den beiden Beauftragten war Martina Sötje von der Selbsthilfegruppe Behinderte-Nichtbehinderte gekommen.

Bei dem Rundgang notierte sich Geiger die Anregungen, die die Besucher im Hinblick auf die Nutzung durch Behinderte im Kurmittelhaus äußerten. Beim Umbau der Drehkreuze wäre gezielt zusätzlicher Raum für einen separaten Zugang für Rollstuhlfahrer entstanden, unterstrich Geiger. Im Sibyllenbad gebe es keine ausgrenzenden "Notlösungen" für Menschen mit Behinderung.

In unmittelbarer Nähe der Umkleiden stehen für Menschen mit Behinderung Umkleide-, WC- und Duschmöglichkeiten zur Verfügung. Die erneuerten und modernisierten Armaturen laufen sensorgesteuert und berührungsfrei. In allen Kundenbereichen, davon konnten sich die Gäste beim Rundgang überzeugen, sind die Gesundheits- und Wohlfühlangebote problemlos auch für Menschen mit Behinderung nutzbar - abgesehen vom neuen Attraktionsbecken mit dem Whirlpool. Ein Lift, der Rollstuhlfahrer ins Becken hieven könnte, war nach einer Testphase wieder abgebaut worden. Zu umständlich wäre die Handhabung in der Praxis gewesen, wie es hieß. Alternativ könnten Rollstuhlfahrer aber den Whirlpool im großen Becken benutzen. Nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich ist weiterhin der orientalische Badetempel: "Dieser Bereich war auch nicht Bestandteil der Modernisierungsarbeiten", warb Geiger um Verständnis.

Signale für Hörgeschädigte

Dass die Notwendigkeit von Hilfestellung zunehme, erklärte der Sibyllenbad-Chef bei der Besichtigung der medizinischen Wannenbäder im per Aufzug erreichbaren Obergeschoss des Kundenbereiches Medizin. "Die beiden mobilen Lifts werden zunehmend für Patienten mit eingebucht, um eine einfachere Nutzung der Wannenbäder zu garantieren". Wichtig war dem Werkleiter, der als Mitglied der Tirschenreuther Lebenshilfevereinigung und mehrerer Selbsthilfegruppen in ständigem Austausch mit Interessenvertretern steht, auch der Hinweis auf Verbesserungen, die neben den Rollstuhlfahrern anderen Behinderungs-Bildern zu Gute kämen. Mit der Umsetzung des neuen Brandschutzkonzeptes waren neben einer verbesserten Sprach-Durchsage nun auch optische Signalgeber installiert worden. Sie informieren Menschen mit Hörschädigung über eine Störung.

Auch an die Patienten, die wegen ihrer Morbus-Bechterew-Erkrankung das gesundheitsfördernde Angebot des einzigen Kurbades der nördlichen Oberpfalz besuchen wurde gedacht: Türschilder auf zwei unterschiedlichen Höhen ermöglichen künftig dieser Patientengruppe problemfreie Orientierung.

Umsetzung wird geprüft

Die Anregungen, die beim Rundgang mit den beiden Rollstuhlfahrerinnen artikuliert wurden und die sich Gerhard Geiger notiert hat, werden nunmehr auf Umsetzungsmöglichkeit geprüft. "Wir bleiben im Interesse der Menschen mit Behinderung in direkter Verbindung", versicherte Schön. Er würdigte auch das spezielle Angebot, das Sibyllenbad seit einigen Jahren für die Mitglieder des VdK und des Sozialverbandes Deutschland bietet.

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