13.10.2017 - 20:00 Uhr
NeualbenreuthOberpfalz

Städtebauförderung: Bürgerbeteilgung im Tillensaal Lob für den grünen Gürtel

"Mach mit - gestalte mit - rede mit": Der Aufforderung folgen viele Neualbenreuther. Sie bringen kreative Ideen mit ein.

Viele Neualbenreuther waren in den Tillensaal gekommen, um bei Neugestaltungsmaßnahmen im Ort mitzuwirken. Bild: enz
von Autor ENZProfil

Bürgermeister Klaus Meyer war froh, dass die Marktgemeinde in das wichtige Programm der Städtebauförderung aufgenommen ist und freute sich über das große Interesse. "Mitreden ist wichtig in einer lebendigen Gemeinde. Wir sind auf einem guten Weg, zukunftsfähig zu sein."

Landschaftsarchitekt Christoph Brenner aus Landshut stellte zunächst fest, dass die Grundlage für eine Förderung eine Grobanalyse ist, die er sodann vorstellte. Dabei ging es um zu sanierende Gebäude, zu entwickelnde Außenbereiche und die Gestaltung von Grünräumen. Das Lob des Experten galt dem grünen Gürtel um die Gemeinde aus Hecken und Waldstücken. Die Neugestaltung des Umfeldes von Feuerwehr und Bauhof sei nahezu abgeschlossen. Die Grobanalyse sehe auch eine Sanierung des Geländes vor der Schule vor. Zu allen Arbeiten soll eine Prioritätenliste erstellt werden.

Dann das Hauptthema - die Gestaltung des Raiffeisenareals mit Dorfweiher. Dabei stellte er erste Ideen in einer Skizze vor: Das Wohnhaus neben dem Lagerhaus soll wegen der schlechten Bausubstanz abgebrochen werden, ebenso die Lagerhalle zwischen Lagerhaus und Dorfteich. Die Silos sollen in die Gestaltung mit einbezogen werden, indem man sie verkleidet und eine Aussichtsplattform schafft. Das Areal soll neu gestaltet werden mit Bänken und einem Duftgarten. Der Dorfteich soll mit einem Strand für Kinder und einer Anlage zum Kneipp'schen Wassertreten ausgestattet werden. Dazu müsse aber die Wasserqualität verbessert, ständig Frischwasser zugeführt werden.

Dann stellte Architekt Ulrich Greiner aus Neustadt/WN seine Entwürfe zur Nutzung des Raiffeisen-Lagerhauses sowie der Blech-Lagerhalle vor. Sie soll als offene Halle zum Unterstellen für Feste - etwa das Teichfest - oder Public Viewing und ähnliche Veranstaltung nutzen zu können. Bei dem alten Raiffeisen-Lagerhaus soll die Rampe entfernt und der Fußboden auf Erdniveau abgesenkt werden.

In jedem Fall entsteht dort eine behindertengerechte öffentliche WC-Anlage, und es wird eine Dämmung des Daches geben. Es ist vorgesehen, dort in einer Hälfte eine Ein- und Ausfahrt sowie die Unterstellmöglichkeit für eine Bimmelbahn zu schaffen. Die andere Hälfte sowie das Dachgeschoss soll zu Veranstaltungs- und Vortragsräumen umgestaltet werden. Bürgermeister Klaus Meyer bestätigte noch einmal, dass er an einer sinnvollen Nutzung, wo auch etwas stattfinden kann, interessiert ist.

Informieren kann sich jeder auf der Webseite der Marktgemeinde, in der Presse und durch Teilnahme als Zuhörer an den Gemeinderatssitzungen. Als Zeitplan nannte er den 1. Dezember 2017. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Projekt bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht sein. (Info-Kasten)

Lebensmittelladen und Mehrzweckgebäude

In der Diskussion gingen die Meinungen weit auseinander - sowohl was die Nutzung des alten Lagerhauses betrifft als auch der Neugestaltung des Areals wegen. Die erste Wortmeldung kam von Feuerwehr-Vorstand Stefan Keil, der für die Feuerwehr dringenden Platzbedarf anmeldete. Der jetzige Raum für die Ausrüstung sei nicht beheizbar, ein passender Versammlungsraum fehle. Weiterhin kamen Vorschläge, dort einen Lebensmittelladen einzurichten bzw. eine Möglichkeit für die Vermarktung regionaler Produkte zu schaffen, etwa eine kleine Brauerei zu errichten. Andere Meinungen fürchteten, dass der Abbruch der Rampe und die Absenkung des Bodens das Gebäude als historisches Gebäude entwerteten. Hierzu bemerkte Bürgermeister Meyer, dass hier kein Denkmalschutz bestehe. Es wurde auch danach gefragt, was mit der Nepomuk-Säule geschehen soll. Weitere Vorschläge gingen in die Richtung, alles abzureißen, die Grünflächen auszudehnen und einen modernen Mittelpunkt für alle Generationen zu schaffen - etwa mit einem neuen Mehrzweckgebäude.

Hier verwies Christoph Brenner darauf, dass nur die Sanierung von bestehenden Gebäuden gefördert wird. Es wurde darauf hingewiesen, dass eine Nutzung des Gebäudes gewährleistet sein sollte. Dazu müsse auch eine Heizung eingebaut werden. Auch sollte die Bushaltestelle, deren Unterstellmöglichkeiten bei Regen viel zu klein sind, zur Überdachung des Lagerhauses verlegt werden. Werner Hirschberger schlug vor, einen kleinen Hügel aufzuschütten, von dem aus man auf den Dorfteich schauen kann. Auch vertrat der Marktrat die Meinung, das dort stehende angeblich älteste Haus Neualbenreuths mit in die Gestaltung einzubeziehen. Weiterhin wurde der Wunsch vorgebracht, dass die Einwohner rechtzeitig informiert werden. (enz)

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