21.06.2017 - 20:00 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Patrozinium der "Kirche ohne Dach" Jahreszahlen eingemeißelt im Türsturz

Neualbenreuth/Maiersgrün. So still wie sie in vier Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verfiel, so still wurden in den vier Jahren nach der politischen Wende die verbliebenen Reste gesichert, um sie als Kirchenruine den Nachkommen zu erhalten. Die Pfarrkirche "St. Johannes der Täufer" in Maiersgrün (Vysoka). Neben Maiersgrün gehörten ab 1756 die Dörfer Grafengrün und Neumugl zur Pfarrei. Vorher waren sie nach Königswart eingepfarrt. Neumugl wurde 1784 in die Pfarrei Ottengrün "Kleine Kappl" eingegliedert. Über den Bau der damaligen Pfarrkirche in Maiersgrün gibt es so gut wie keine Aufzeichnungen. Bei den Sicherungsarbeiten wurde am Haupteingang gegenüber dem Turm ein Türsturz aus Granit freigelegt, in dem die Jahreszahlen 1806 und 1817 eingemeißelt sind und an eine Renovierung erinnern. Der Kirchenbau der heutigen Ruine wohl sehr viel früher entstanden. Bald nach dem ersten Besuch in der alten Heimat nach der politischen Wende entstand der Wunsch, die Kirche wieder herzurichten, wozu es aber viele Gegenstimmen gab. Nur Erich Konhäuser, Ortsbetreuer von Grafengrün und der Königswarter Hans-Werner Dietl verfolgten die Idee weiter, mussten aber bald erkennen, dass man es bei einer Sicherung der Ruine belassen müsse.

So stellt sich die "Kirche ohne Dach" heute dem Besucher dar. Bild: fsc
von Autor FSCProfil

So entstand in all den Jahren mit viel persönlichem Engagement, vielen Spenden und der Beteiligung des tschechischen Denkmalschutzamts in Eger die heutige Kirchenruine. Ihr war vor geraumer Zeit den anerkannten Beinamen "Kirche ohne Dach" gegeben worden.

Ihr Bestand ist dank der aktiven Mithilfe der Gemeinde Staravoda (Altwasser) und der Mikroregion Marienbad ( Mariánskolázensko, o.p.s.) auf Jahre hinaus gesichert. Bei der Beendigung der Renovierung im November 2013 hieß es in der Einladung zu einem feierlichen Gottesdienst: "Ziel des Projektes war die Unterstützung der Zusammenarbeit der Bürger der grenznahen Gemeinden und Verbesserung der Umgebung für Besucher der Region durch Umsetzung von Gemeinden kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltung." (Info-Kasten)

Gottesdienst beim Heimattreffen zentraler Punkt

Wenn zur Sonnenwende frühere Bewohner und ihre Kinder zum Heimattreffen der Maiersgrüner und Grafengrüner in die Patengemeinde Neualbenreuth kommen, wird der Gottesdienst zum Patrozinium "St. Johannes d.T." wieder eine zentrale Bedeutung haben. Er wird am Samstag, 24. Juni, 11 Uhr, traditionell vom Pfarrer in Marienbad und dem Pfarrer der Patengemeinde gefeiert. Alle die daran teilnehmen, werden sich dann wohl den Gedanken des einstigen Pfarrers von Neualbenreuth BGR Oswald Mayerhöfer anschließen können. Er hatte Mitte der 1990er Jahre gesagt, er fühle sich aufgenommen in den Kreis der früheren Bewohner und spüre eine "echte Gemeinschaft des Denkens, der Freude und des Zusammengehörens". (fsc)

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