15.02.2018 - 20:00 Uhr

Die Jagdgenossenschaft Alletsried (Markt Neukirchen-Balbini) wird als einziges Revier der ... Einsatz für Kulturlandschaft

Am Waldrand sorgt ein Wildacker für Futter, die Hecken sind gepflegt, und Schneisen gestatten den Jägern einen freien Blick. Solche Details haben der Jagdgenossenschaft von Alletsried (Markt Neukirchen-Balbini) eine Medaille eingebracht, mit der sich ihr Revier in der Oberpfalz von allen anderen abhebt.

So viel Engagement für den Wald und seine Lebewesen freut alle Beteiligten: (von links) Jagdvorsteher Karl Gebhard, BJV-Präsident Jürgen Vocke, die Alletsrieder Jäger Simon, Franz und Marion Sedlmeier, Franziska Süß von der BJV-Kreisgruppe Neunburg, Laudator Alfons Griesbauer und Landtagsabgeordneter Alexander Flierl. Bild: Stephanie Schlicht
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Neukirchen-Balbini/München. Das Alletsrieder Revier ist mit der Medaille "Naturerbe Bayern" des Bayerischen Jagdverbands (BJV) ausgezeichnet worden - als einziges im Bezirk Oberpfalz. Damit werden die vorbildliche Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern sowie die Bewahrung einer artenreichen Kulturlandschaft gewürdigt. Weitere Medaillen gab es für fünf weitere Jagdgenossenschaften aus anderen Regierungsbezirken Bayerns.

Zur Entgegennahme der Ehrung reiste eine kleine Delegation mit Jagdvorsteher Karl Gebhard und den Jägern des Reviers sowie zwei Vertreterinnen der BJV-Kreisgruppe Neunburg nach München. Das Schloss Fürstenried wurde heuer zum ersten Mal vom Bayerischen Jagdverband (BJV) als Ort für die Verleihung gewählt, um die Prämierung in einem würdigen Rahmen vornehmen zu können.

Viele Pluspunkte

Vorausgegangen war im August 2017 eine Besichtigung und Bewertung des Reviers Alletsried durch zwei Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Verbandes. Die Anlage von Schneisen durch die Landwirte zur Bejagung des Schwarzwildes wurde den Landwirten ebenso als Pluspunkt verbucht wie deren Engagement bei der Realisierung von Wildäckern und Blühstreifen. Vor der Mahd wurden Wiesen nach Rehkitzen abgesucht. Die Pflege der Hecken im Revier und die Teilnahme an Artenschutzprogrammen wie "Lidl-Milch" und "Kulap" überzeugten ebenfalls.

Die Jagdgenossen engagierten sich bei Führungen von Kindern durchs Revier, beim Aufstellen und Freischneiden von Hochsitzen sowie der Silage von Wildfutter. All das wurde wohlwollend von der Jury registriert. Beeindruckt zeigte sie sich vor allem auch davon, dass der Pachtpreis angesichts des rapide zurückgegangenen Vorkommens von Niederwild wie Hase und Fasan im vergangenen Jahr von der Genossenschaft ohne Gegenstimme reduziert wurde. Ebenso spreche die Tatsache, dass Wildschäden nahezu immer einvernehmlich reguliert werden konnten, für ein harmonisches Verhältnis zwischen Pächter und Verpächter.

Zur Prämierung im Schloss vor hochrangigen Gästen, darunter Leitende Ministerialrätin Helene Bauer vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, MdL Alexander Flierl, der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes Jürgen Vocke, wurden die ausgewählten Reviere einzeln vorgestellt.

In Harmonie

Für Alletsried beschrieb Alfons Griesbauer aus Aiterhofen in seiner Laudatio die Eindrücke der Bewertungskommission beim Besuch des Reviers. Neben den Verdiensten um Wild und Natur hob er insbesondere das kameradschaftliche Verhältnis zwischen Jägern und Landwirten hervor, welches ihm besonders positiv aufgefallen sei.

Als äußeres Zeichen der Würdigung für das Engagement um Wild und Natur erhielt die Delegation der Alletsrieder Jagdgenossen eine Urkunde, einen Sack mit Saatgut, das den Tieren zugute kommen soll, sowie ein Geldgeschenk aus der Hand von Jägerpräsident Vocke.

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