04.12.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Zweckverband Nord-Ost-Gruppe hat künftige Investitionen im Blick Wasserpreis steigt um 20 Cent

Die Verbandsräte hatten die Zukunft im Blick, als sie den neuen Beiträgen und Gebühren zustimmten. Umfangreiche Sanierungsprojekte machen es nötig, dass der Preis für das Trinkwasser beim Zweckverband Nord-Ost-Gruppe auf 1,20 Euro je Kubikmeter steigt.

Bei der Versammlung wartete eine Überraschung auf Vorsitzenden Klaus Zeiser (Mitte). Für 25 Jahre an der Spitze sprach ihm Stellvertreter und Bürgermeister Maximilian Beer (Schwarzhofen, rechts) Dank und Respekt aus. Geschäftsführer Werner Schärtl bedankte sich mit einer handgetöpferten Karaffe und den passenden Bechern dazu, aus denen nicht nur Wasser getrunken kann werden.
von Helga ProbstProfil

Neukirchen-Balbini/Neunburg vorm Wald. Von Neunburg aus versorgt der Zweckverband zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe ein großes Gebiet mit dem kostbaren Lebensmittel Trinkwasser. Die Körperschaft des öffentlichen Rechts unterhält fünf Brunnen und investiert hohe Summen, um technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Bei der Verbandsversammlung im Gasthaus "Zur Sonne" wurden das neue Sanierungskonzept und der Wirtschaftsplan 2018 vorgestellt und genehmigt.

Die Tagesordnung umfasste 19 Punkte, konnte aber zügig abgehandelt werden, da die Bürgermeister und Verbandsräte im Vorfeld durch Verbandsvorsitzenden Klaus Zeiser und Geschäftsführer Werner Schärtl umfassend mit Unterlagen versorgt worden waren. Zu Beginn wurde Verena Binder (Neunburg) einstimmig zur neuen Stellvertreterin von Anton Scherr gewählt. Dies war wegen des Rücktritts von Peter Schießl aus dem Stadtrat  notwendig geworden.

Ringleitung geplant

"Mit dem Sanierungskonzept möchten wir in einen Turnus kommen, die Leitungen in ihrem erwarteten Lebenszyklus zu erneuern", erklärte Zeiser. Die grobe Planung könne aber voraussichtlich nicht genau eingehalten werden, weil sich wegen auftretender Schäden eine andere Abfolge ergeben werde. Ziel sei es auch, eine Ringleitung um Neunburg zu schaffen um bei Störungen besser reagieren zu können. Dazu müsse von der ehemaligen Kaserne eine neue Leitung nach Pettendorf gelegt werden. Das gesamte Netz der Nord-Ost-Gruppe könne mit niedriger Schadensrate eingestuft werden. Mit neuen hochwertigen Rohrmaterialien werde mit der Zeit eine Nutzungsdauer auf 100 Jahre angestrebt. Momentan besteht das 283 209 Meter lange Leitungsnetz zu sechs Prozent aus dem neuesten Material Polyethylen. "In 70 Jahren sollen alle Leitungen daraus bestehen", blickte Zeiser voraus. Pro Jahr sollen 2000 Meter Rohrleitung saniert werden.

Ab 1. Januar 2018 gilt eine neue Beitrags- und Gebührenordnung, die einstimmig beschlossen wurde. Der Wasserpreis pro Kubikmeter steigt von einem Euro auf 1,20 Euro und der Herstellungspreis pro Quadratmeter Geschossfläche netto von 8,90 Euro auf zehn Euro (Grundstücksfläche von 0,90 Euro auf einen Euro). "Mit dieser Kalkulation können wir handeln und bauen", war sich der Verbandsvorsitzende sicher. Die Verbandsversammlung nahm von der örtlichen Rechnungsprüfung für das Haushaltsjahr 2016 Kenntnis und genehmigte den Jahresabschluss dafür, der mit einer Bilanzsumme von knapp 10,7 Millionen Euro und einem Jahresgewinn von 41 736 Euro festgestellt wurde. In der Haushaltssatzung 2018 wurden 1,76 Millionen Euro in den Einnahmen und Ausgaben festgesetzt. Der Vermögensplan lautet in den Einnahmen und Ausgaben 1,63 Millionen Euro.

Förderung in Aussicht

Es wurde vorsorglich eine Kreditaufnahme für Investitionen über 300 000 Euro aufgenommen, da sich der Zweckverband um eine EFRE-Förderung beworben hat. Mit dem Programm "Betrieb der Trinkwasseraufbereitung und -förderung durch Sonnenenergie" könnten vier Pumpen, zwei Spülpumpen und eine ältere Aufbereitungsanlage neu gebaut werden. Daneben entstünde eine Photovoltaik-Anlage zur Senkung der Stromkosten. Es sei mit einer Förderung von 70 Prozent zu rechnen. Das Projekt wurde ausgewählt und wartet jetzt noch auf die Genehmigung. "Wenn das gelingt, eine absolut tolle Sache" freute sich Zeiser. Bei einer Ablehnung werde die Kreditaufnahme geringer ausfallen.

Der Vorsitzende informierte, dass die Gemeinden Thanstein und Niedermurach, nachdem sie Zubringerleitungen gebaut haben, zu den Wassergästen des Zweckverbandes gehören werden. Für die Sanierung des Hochbehälters in Wagnern entschieden die Räte, dass der Verbandsausschuss - je nach Kosten - zwischen einer Auskleidung mit Polyethylen oder Edelstahl wählen kann.

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