02.01.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Nürnberger Photovolatik-Anbieter plant eine Anlage in Neukichen: Sonnenstrom für 214 Haushalte

Gegen den Klimawandel muss etwas getan werden. Zwischen den Gleisen der Bahnstrecken nach Weiden und Schwandorf gäbe es einen geeigneten Platz in Neukirchen. Davon ist die Greenovative GmbH aus Nürnberg überzeugt.

von Wolfgang BerndtProfil

Einstimmig ebnete die Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung im Gasthaus Engelhard ("Ramm") den Weg für einen Solarpark. Zuvor hatten der Geschäftsführer des Solartechnik-Anbieters Greenovative, Diplom-Wirtschafts-Ingenieur Bernd Brandstätter, und Projektleiter Norbert Kraus, den Räten das Vorhaben erläutert.

Risiken bei Greenovative

Die Pachtverträge mit den Grundstückseigentümern seien bereits ausgehandelt. Unweit des Bahnhofs Neukirchen, zwischen den Gleisen der Bahnlinien in Richtung Schwandorf und Weiden, sollen die Photovoltaikanlagen stehen und Sonnenstrom für 214 Haushalte liefern. Alle Kosten und Risiken, einschließlich etwaige Ausgaben für eine Rechtsberatung der Gemeinde, werde die Firma Greenovative übernehmen, sicherte Bernd Brandstätter zu.

Wann mit der Realisierung des Projekts begonnen werden könne, hänge vom Verlauf des Raumordnungsverfahrens ab. Derzeit reche man damit, dass bis zum Baubeginn zwischen fünf und zwölf Monaten vergehen.

Die Errichtung einer Photovoltaikanlage stehe in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion, gab Gemeinderat Hans Sebald zu bedenken. Die ausgewählte Fläche zwischen den Bahngleisen könne nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Deshalb spiele dieser Gesichtspunkt hier keine Rolle, hielt Brandstätter entgegen. Die Frage Sebalds nach Ausgleichsflächen beantwortete Norbert Kraus mit dem Hinweis auf die gesetzlichen Regelungen.

"Wer betreibt den Solarpark, und was passiert, wenn er nach dem Ablauf der Pachtverträge nicht mehr weitergeführt wird?", fragten die Gemeinderäte Leo Rösel und Michael Rösel. Im ersten Jahr sei Greenovative für den Betrieb verantwortlich; danach sei der Verkauf an eine andere Firma möglich, antwortete Brandstätter. Für einen Rückbau sei dann der Betreiber zuständig.

Wie Greenovative überhaupt auf Neukirchen gekommen sei, interessierte Gemeinderat Martin Wolf. Das Unternehmen habe verschiedene Standorte in der Region geprüft und sich dann für diesen Bereich entschieden.

Einstimmiges Ja

Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Errichtung eines Solarparks auf den Flurstücken 330, 331 (Teilfläche) und 332 der Gemarkung Neukirchen. Gleich mit beschlossen wurden die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans zur Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen sowie die Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren.

Mit der Regierung reden

Hinter verschlossenen Türen fiel am 25. Oktober die Entscheidung, zusammen mit dem Planungsbüro Rösch einen Zeitplan für die Dorferneuerung Neukirchen auszuarbeiten, teilte Bürgermeister Winfried Franz mit. Außerdem entschied sich das Gremium, mit der Regierung der Oberpfalz den Neubau einer Krippe zu besprechen. Bis zu einer endgültigen Lösung solle die Krippe im katholischen Kindergarten St. Walburga untergebracht werden.

Auch über die Zukunft des Schulhauses will die Gemeinde mit der Bezirksregierung reden. Zur Debatte stehen eine Sanierung oder ein Abriss mit anschließendem Neubau des Gebäudes. In seiner öffentlichen Sitzung im Januar behandelt der Gemeinderat den Bau eines Lebensmittelmarktes in Neukirchen. Bei einem Bürgerentscheid hatte sich eine Mehrheit einverstanden erklärt, dass dieses Projekt weiter geplant wird.

 

 

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