Zu den Plänen zur Errichtung von zwei Solarparks:
Trojanisches Pferd unterhalb der Osterhöhle

Zu den Plänen zur Errichtung von zwei Solarparks:

Positives und Negatives ist aus der Gemeinde Neukirchen zu berichten. Der Gemeinderat hat die Weichen für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zwischen dem Gleisdreieck nahe dem Bahnhof auf Grün gestellt. Geschickt eingebettet und nahezu nicht wahrnehmbar, soll diese Anlage sauberen Strom erzeugen. Dies ist eine gute Sache, doch von der Bevölkerung weitgehend unbemerkt ist in deren sprichwörtlichem Schatten die Errichtung einer weiteren, viel größeren Anlage am Fuß der Osterhöhle mit drei Hektar Fläche auf den Weg gebracht worden - der sogenannte Solarpark Schönlind.

Im Schnellzugtempo und möglichst ohne medialen Widerhall soll dieses Projekt durchgedrückt werden. Dazu passt es auch, dass dieses Projekt, ob bewusst oder unbewusst, weder im Gemeindebrief noch in der Pressevorankündigung der Bürgerversammlung vom 7. März erwähnt wird. Daher ist es vielen Bürgern nicht bekannt.

Für die Abstimmung am 20. März wurde den Gemeinderäten die Abwägung über die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange übermittelt. Diese umfangreichen Berichte wurden eine Stunde (!) vor Sitzungsbeginn zugestellt, was aber keine kritische Äußerung hervorrief.

Um das Verfahren abzukürzen, hatte das Planungsbüro des Investors freundlicherweise die Abwägung und die Beschlussvorlagen hierzu gleich mitgeliefert und in der Sitzung durch die Mitarbeiterin des Planers vorgetragen. Ohne große Diskussion wurde dann das Vorhaben mit 7:6 Stimmen abgenickt. Mindestens für 30 Jahre soll diese eingezäunte riesige Anlage in der unverbauten Talaue unterhalb des beliebten Ausflugszieles Osterhöhle, am bekannten Fünf-Flüsse- Radweg, ab dem 30. Juni 2018 in Betrieb bleiben - und der Investor streckt schon die Hände nach weiteren benachbarten Grundstücken aus.

Viele beneiden uns um den großen Schatz unserer intakten Natur und der herrlichen Landschaft, welche auch immer wieder Fotografen anlockt. Für viele ist es Heimat. Doch wir müssen uns das auch bewusstmachen und dafür einsetzen, damit diese Schönheit bestehen bleibt. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund dieses Projekt am 15. Mai ausgerechnet an diesem Platz endgültig zu genehmigen.

Wäre es für die Akzeptanz der erneuerbaren Energien nicht sinnvoller Solarmodule auf dem großen Dach des neu erbauten Feuerwehrhauses anzubringen, anstelle die Landschaft vollzupflastern? Es bleibt dabei, die Bürger haben durch dieses Projekt keinerlei Nutzen, nur Nachteile, der Investor den Profit.

Michael Förster, Neukirchen

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