21.06.2017 - 19:02 Uhr
Oberpfalz

Landwirt soll Rehkitze verletzt und in Acker geworfen haben - Polizei ermittelt Schwester ist "entsetzt" über den Vorwurf

Der Vorwurf wiegt schwer. Und er trifft die Schwester eines Landwirts besonders schmerzlich. Gegen ihren Bruder liegt eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vor. Er soll beim Mähen einer Wiese zwei Rehkitze verletzt und sie dann unnötig leiden gelassen haben.

Beim Mähen einer Wiese verletzte ein Landwirt zwei Rehkitze. (Symbolbild)
von Alexander Unger Kontakt Profil

Die Polizei in Sulzbach-Rosenberg bearbeitet diesen Fall. Ein Zeuge des Geschehens hat dies beobachtet und sich dann bei den Beamten gemeldet. Laut Aussage habe der Traktorfahrer die "schwerverletzten, noch lebenden Tiere in einen angrenzenden Acker geworfen und seine Arbeit fortgesetzt". So zumindest ist es im Bericht der Polizei vermerkt.

Die Schwester ist darüber "entsetzt". Sie hat den Vorfall ganz anders erlebt: Sie war gerade zuhause, als ihr Bruder sie darüber informierte, dass er wohl ein Rehkitz verletzt hat. Wenige Minuten vorher sie noch selbst mit auf der Wiese. Von Rehen oder gar Kitzen war keine Spur, erinnert sie sich.

Alarmiert von der Vermutung des Bruders, versuchte sie, "sofort den Jagdpächter zu erreichen". Ergebnislos. Wenige hundert Meter von Anwesen und Wiese entfernt fand die Frau Hilfe. "Ein Bekannter aus dem Dorf kam sofort angelaufen", berichtet sie. "Er hat seit wenigen Wochen auch den Jagdschein." Keine 15 Minuten nach der "Alarmierung durch den Bruder" erlöste der Bekannte der Familie die beiden Kitze von ihrem Leiden. "Wir haben das zweite erst etwas später entdeckt. Wir wollten, dass es so schnell wie irgend möglich geschieht."

Die Familie ist noch fassungslos über den Zeugen, der Anzeige erstattet hat. Sie meint, er habe nicht die ganze Geschichte mitbekommen. Die Schwester will zusammen mit Ehemann, Bruder und den weiteren Beteiligten zur Polizei. Sie will die Sache aufklären, erzählen, was und wie sie es erlebt hat, was aus ihrer Sicht passiert ist. Denn so versichert sie: "Schneller konnten wir nicht handeln"

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