Eder und Maguana in der Bayernauswahl
Kleine, große Oberpfälzer

Auswahltrainer Jakob Burger (links) und Jugendreferent Lars Asheuer (rechts) haben Grund zu strahlen: Mit Marcel Eder und Keyton Muguana (hintere Reihe, Zweiter und Dritter von links) sowie Nachrücker Benjamin Pausch (vorne links) haben sich drei aus dem Oberpfälzer Team auf die Liste der Bayernauswahl gespielt. Bild: Tobias Schwarzmeier
Sport
Neumarkt in der Oberpfalz
28.06.2017
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Die Zuschauer in der Mittelschule West haben sichtlich Spaß. Etwa als wild gestikulierende Ersatzspieler ihrem gerade eingewechselten, orientierungslosen Mitspieler "Nein, da lang" zurufen. Oder als ein Dreikäsehoch selbstbewusst tönt "Den Großen hab ich".

Obwohl die 69 Nachwuchsbasketballer aus ganz Bayern ambitioniert um einen Platz im Allstar-Game und in der Bayernauswahl kämpfen, bleibt die Spielfreude beim Bezirksauswahlturnier (BAT) nicht auf der Strecke. Und das Niveau stimmt auch. So verwandelt jener Spieler, der nach seinem unbewussten Offensivrebound in Richtung eigener Korb startet - die Gegner rennen witzigerweise automatisch mit - den Ball nach einem abrupten Richtungswechsel doch noch. Und der fast einen Kopf kleinere Spieler verteidigt "den Großen" überraschend souverän.

Konzept gut umgesetzt

"Die Breite in der Qualität hat uns den Job dieses Mal sehr schwer gemacht", ist Landestrainer Markus Klusemann beim Sichtungswochenende in Neumarkt zufrieden. "Die Coaches in den Bezirken haben sehr gut gearbeitet und unser Konzept umgesetzt." Auch der Oberpfälzer Auswahltrainer Jakob Burger, der mit Tobias Merkl die Trainingseinheiten im Bezirk abhielt, kann mit der gezeigten Leistung seiner zehn Spieler gut leben. Trotz Niederlagen gegen Mittel- und Oberfranken. "Uns fehlt gegenüber den großen Bezirken naturgemäß die Tiefe im Kader, aber unsere erste Fünf kann ganz gut mithalten", so Burger. "Wir haben offensiv gut strukturiert gespielt und phasenweise auch ordentlich verteidigt." Das sehen die Auswahltrainer ähnlich: Keyton Maguana (Regensburg Baskets) und Marcel Eder (DJK Neustadt/WN) schaffen es direkt ins Auswahlteam. Mit Benjamin Pausch hat außerdem ein zweiter DJK-Spieler als Nachrücker noch Chancen.

Im Turnierverlauf macht sich die neue Art der Sichtung bezahlt. Zwölf weitere Spieler der Jahrgänge 2004/05 hatten sich nach dem Winter-BAT für das Projekt "Talente mit Perspektive" qualifiziert und stehen bereits auf der Liste der Bayernauswahlspieler. Da diese Toptalente in Neumarkt nicht am Start sind, können in den jeweils vier oder fünf Begegnungen an den drei Tagen andere glänzen. Zunächst in den gewohnten Bezirksteams, später in gemischten Formationen.

"Dadurch haben wir eine größere Masse an Spielern gesehen", sagt BBV-Jugendkoordinator und Assistenztrainer der Bayernauswahl, Stefan Merkl. Und die Qual der Wahl, sich zunächst auf die 24 Spieler für das abschließende Allstar-Game und dann letztlich auf die 16 Auswahlspieler festzulegen. "Uns bei den letzten drei, vier Positionen zu entscheiden, war besonders schwer. Das Leistungsniveau der Kandidaten ist zu ähnlich."

Doch trotz der insgesamt nun 28 Namen auf der Liste sind die Türen für andere Spieler noch nicht zu. "Unser Ziel, auf das wir hinarbeiten, ist das Bundesjugendlager 2018", erläutert Klusemann. "Bis dahin haben die Spieler noch einige Chancen, sich zu zeigen. Auch können Talente noch nachrücken." Plattformen sind unter anderem die Regionalcamps sowie die kommende Saison in der U14-Bayern- und Landesliga.

Gut ausgebildete Spieler und Naturtalente

In Neumarkt dominieren erwartungsgemäß die Teams aus Oberbayern, Unterfranken und Schwaben. Ein Sonderlob hatte Klusemann aber auch für die Auswahl der ausrichtenden Oberpfalz parat. "Auch wenn es ein kleiner Bezirk ist, hat die Oberpfalz wieder zwei, drei interessante Talente", so der Coach. "Und das ist es, was wir wollen. Wenn wir aus jedem Bezirk zwei, drei Nachwuchsspieler haben, die perspektivisch hochklassig spielen könnten, haben wir unser Ziel erreicht." Dabei seien gut ausgebildete Spieler, die vom Trainingsalter her weiter sind als ihre Teamkollegen, ebenso wichtig wie Spieler, die vielleicht noch nicht so lange spielen, aber besondere Eigenschaften wie Körpergröße, Physis oder Ballgefühl mitbrächten.

Doch nicht nur sportlich hat sich die Oberpfalz als kleinster Basketballbezirk Bayerns beim BAT stark präsentiert. Ein besonderer Dank des Bayerischen Basketball Verbands (BBV) - vertreten durch Geschäftsführerin Alex Knull - und des Bezirksvorstands gilt den Fibalon Baskets Neumarkt, die erneut ein harmonisches dreitägiges Event auf die Beine gestellt haben.
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