15.03.2018 - 14:30 Uhr
Neunburg vorm Wald

Fischereiverein verbucht finanzielle Verluste und weniger Beute Durch Ebbe weniger Angler

Rund 25 000 Euro an Einnahmen hat der Fischereiverein in den vergangenen zwei Jahren eingebüßt. Als Hauptursache nannte Vorsitzender Michael Throner in der Jahreshauptversammlung die Absenkung des Eixendorfer Stausees.

Für 40 Jahre beim Fischereiverein erhielten (vorne, ab Zweiten von rechts) Manfred Scherz, Georg Graf, Albert Wagner und Hans-Jürgen Meller eine Auszeichnung. Ihnen und den weiteren Geehrten dankte die Vorsitzenden Michael Throner und Johann Karl (vorne, von links) sowie Bürgermeister Martin Birner (rechts). Bild: dl
von Ludwig DirscherlProfil

Im Panoramahotel in Gütenland, in Sichtweite des Stausees, hatten sich fast 100 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingefunden. Der See wird auch in den nächsten Jahren ein "heißes" Thema bleiben: Der Bau der Wasserkraftanlage in der Vorsperre, Artensterben, Absenkung, Fischaufstiegshilfe, Gewässerqualität und Algenblüte, sowie laufende Rechtsstreits werden Verein und Behörden weiterhin beschäftigen. "Dabei wollen wir friedlichen Angler nur unserem Hobby nachgehen", so ein Mitglied.

Intakter See als Ziel

Dass sich der Zustand lang- und kurzfristig am See verbessern muss, betonte Bürgermeister Martin Birner. Interessen seien zu bündeln und Maßnahmen abzustimmen, Dialog und Gespräche müssten unbedingt fortgesetzt werden. "Ein möglichst intakter See ist das Ziel aller Nutzer, ich sehe mich verpflichtet, Maßnahmen zu treffen", so Birner. Für Hans Holler, Vizepräsident des Oberpfälzer Fischereiverbandes, ist ein kaputtes Gewässer ein Schaden für die gesamte Region. Die Angler setzten sich für die Natur ein und wünschen sich, rechtzeitig von der Wasserwirtschaft miteingebunden zu werden.

Vorsitzender Michael Throner belegte, dass dem Fischereiverein wegen der Baumaßnahmen und Absenkungen in den vergangenen beiden Jahren etwa 25 000 Euro Einnahmen fehlten. Dennoch seien in den Vereinsgewässern etwa 40 000 Euro für Fischbesatz investiert worden. Er hofft, dass der Konflikt zwischen sinnvoller Gewässernutzung und nachhaltigem Gewässerschutz bald bereinigt werden könne. Dafür seien Diskussionsveranstaltungen mit Behörden und Verbänden geplant. Robert Bäumler referierte über den Einbau der Wasserkraftanlage und einer Fischaufstiegshilfe in die Vorsperre, sowie die damit verbundene Stauraumspülung. Aus seiner Sicht sei die Anlage ein "unrentables Vorhaben".

Thomas Ring, Leiter der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk, sah die Oberpfälzer Fischzucht durch natürliche Räuber akut gefährdet. Ein Fischotter-Monitoring ermittle bayernweit die Population des Marders, für Kormoran und Reiher finden Bestandserfassungen statt. Er informierte die Angler über heimische und gebietsfremde Arten in Fauna und Flora und erläuterte negative Auswirkungen der invasiven Arten auf Gewässer. Speziell nannte er Signalkrebs, Bisam, sibirischen Stör, den verbotenen Blaubandbärbling und die chinesische Schläfergrundel.

Einen leicht rückläufigen Mitgliederstand von 455 verzeichnete zweiter Vorsitzender Johann Karl, darunter seien 25 aktive Jugendliche. Ein beachtlicher Rückgang an Erlaubnisscheinen sei bei Gastanglern und aktiven Mitgliedern wegen der Seeabsenkung zu verzeichnen, relativ unverändert blieb die Zahl für die Schwarzach. Für den See lösten 172 Mitglieder einen Jahreserlaubnisschein, im Vorjahr waren es noch 202. Den größten Einbruch gab es bei den Gastanglern und passiven Mitgliedern am See. Es wurden 1605 Tagesscheine (Vorjahr 2104), 547 Zweitagesscheine (853) und 163 Wochenscheine (184) verkauft.

Neue Arbeitsregelung

Zum 40. Mal hielt der Verein einen Fischerkurs ab. Hegefischen wie Mosella Cup, Browning Cup, Wallerfischen und Jugendzeltlager sind gut besuchte Veranstaltungen. Die Mitglieder sind künftig zu fünf Stunden Arbeitseinsatz verpflichtet, pro Stunde weniger fallen 20 Euro an. Heuer bleibt das Befischen der Vorsperre verboten. Jugendleiter Simon Fröhler nannte als Termine das Bayerische Jugendkönigsfischen am 22. Juli und das Jugendzeltlager vom 10. bis 15. August am Stausee.

Gewässerwart Alois Decker stellte das Fangergebnis 2017 im Vergleich zu 2008 und verzeichnete einen wesentlichen Rückgang an gefangenen Fischen. Insgesamt wurden 5430 Fische aus den Vereinsgewässern geholt – 2827 Brachsen/Güster, 891 Rotaugen/Rotfedern, 588 Karpfen, 304 Zander, 289 Barsch, 179 Bachforellen, 126 Hecht, 112 Wels, 45 Aal, 35 Regenbogenforellen, 6 Schleie, 4 Schied, 2 Döbel und 22 sonstige Fische. Für heuer seien Besatzmaßnahmen von 25 000 Euro geplant. Dabei werden auch Nasen, Barben, Wildkarpfen und Huchen eingesetzt.

Ehrungen

Mit Urkunden, Ehrennadeln und Geschenken hat der Fischereiverein treue Mitglieder geehrt. 15 Jahre: Karl Bauer, Thomas Krämer, Wolfgang Schwab, Martin Birner. 25 Jahre: Michael Baumgärtner, Dr. Egon Fischl, Martin Hauber, Andreas Kraus, Erich Lacher, Johann Meier, Robert Rötzer. 40 Jahre: Georg Graf, Hans-Jürgen Meller, Manfred Scherz, Albert Wagner. (dl)

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