17.10.2017 - 16:12 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Gartenbauverein blickt auf 160 Jahre zurück Vom Versorger zum Gestalter

Mit 160 Jahren ist der Gartenbauverein die älteste Gruppierung Neunburgs. Die Gäste der Jubiläumsfeier erhielten einen detaillierten Rückblick in die Geschichte des einstigen "Vereins zur Verschönerung der Gegend durch Baumbepflanzungen".

Landrat Thomas Ebeling (rechts) und Bürgermeister Martin Birner (links) gratulierten den Geehrten des Gartenbauvereins beim 160-jährigen Jubiläum. Bild: weu
von Udo WeißProfil

Mit dieser Bezeichnung, die im Kreisamtsblatt von 1872 zu lesen ist, wird die Hauptaufgabe von Gartenbauvereinen in früheren Zeiten deutlich - die Versorgung der Bevölkerung mit Obst. "Obstanbau war damals vorrangig und so hat man Streuobstwiesen in großem Stil angelegt", erklärte Präsident Wolfram Vaitl, der im Gasthof Sporrer ein Grußwort für den Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege sprach und ein Buchgeschenk an Vorsitzenden Herbert Seidel überreichte.

Heute zur Verschönerung

Alois Dirrigl, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes, ging ebenfalls auf die Ernährungsnotlage der Bevölkerung in früheren Zeiten ein, die durch gezielten Gartenanbau gelindert werden konnte. "Heute dienen Gartenbauvereine zur Verschönerung der Gärten und der Ortschaften", merkte er an. Als Geschenk übergab er einen Baum-Gutschein.

Kreisverbandsvorsitzender und Landrat Thomas Ebeling hatte ein "Flachgeschenk" dabei. Er betonte das gepflegte Ortsbild und die überaus ordentlich gestaltete KZ-Gedenkstätte am Plattenberg, deren Pflege in den Händen des Gartenbauvereins liegt. Bürgermeister Martin Birner zeigte sich stolz über das Jubiläum. In so langer Zeit immer wieder Menschen zu finden, die den Wandel mitgestalten und sich ehrenamtlich für die Pflege der Natur einsetzen, sei vorbildlich. Auch er bedankte sich für die zeitintensive Pflege der KZ-Gedenkstätte und überreichte ein Geldgeschenk. Vom "Garten Eden" sprach Pfarrer Stefan Wagner in seinem Grußwort. Der "gärtnerische Auftrag" den der Gartenbauverein erfüllt, gehe von Gott aus, denn in der Bibel steht: "Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen, die Samen tragen." Er bedankte sich besonders für die Gestaltung des Erntedankaltars durch den Verein.

Vorsitzender Herbert Seidel, der unter den vielen Gästen auch Kreisfachberater Wolfgang Grosser willkommen hieß, ging in seinem Festvortrag auf den "Gartenbauverein im Wandel der Zeit" ein. Zunächst rief er die Vorsitzenden des Vereins seit 1900 in Erinnerung. Mit dem "königlichen Bezirksamtmann Von Leistner" stand der Verein, der 1857 siebzig Mitglieder zählte, unter staatlicher Führung. Im Jahre 1904 wurden 2700 Obstbäume gepflanzt.

Wandel in den Gärten

"Unter dem beim damaligen Landratsamt Neunburg als Bezirksobstbaumwart angestellten Xaver Fahrnholz erlebten der Obstbau und das Vereinsleben eine Blütezeit wie nie zuvor. Er brachte auch den Verein über die Kriegs- und Nachkriegszeit", entnahm Seidel der Chronik. Unter der Führung von Alois Hirsch (1946 bis 1975) trat ein Wandel ein. Es gab "schöneres Obst" aus Südtirol und anderen Anbaugebieten. Lupenreiner Rasen, exotische Pflanzen und Blumenschmuck bestimmten allmählich die Gärten.

Der einsetzende Fremdenverkehr machte die Ortsverschönerung notwendig. Von 1975 bis 1993 leitete August Gerner den Verein. Er hat die Pflegearbeiten an der KZ-Gedenkstätte übernommen. Unter seiner Anleitung wurden das Kriegerdenkmal umgestaltet sowie zahlreiche weitere öffentliche Anlagen angelegt und gepflegt. Zurzeit gehören 301 Familienmitglieder dem Verein an.

Die Ehrengäste nahmen die Auszeichnungen für langjährige Treue und Verdienste vor. Eine besondere Würdigung übermittelte Landrat Ebeling: Für 40 Jahre Mitarbeit im Vorstand, darunter mehr als 20 Jahre als Vorsitzender, steckte er Herbert Seidel die Ehrennadel mit Kreuz des Landesverbandes an. Musikalisch wurde der Festakt von drei Musikern der Stadtkapelle begleitet.

Ehrungen

Die Jubiläumsfeier "160 Jahre Gartenbauverein Neunburg" bildete die Bühne, um zahlreiche Mitglieder für langjährige Treue zu würdigen.

Ehrennadel in Silber (25 Jahre): Maria Rosner, Luise Pietsch, Peter Muck, Manfred Kagerer, Alois Ebenschwanger, Johann Deml.

Ehrennadel in Gold (40 Jahre): Franziska Hildebrand, Marta Nissl, Martha Ring, Josef Becher, Hartmut Großklaus, Lorenz Lacher, Robert Liegl, Georg Raab.

Ehrennadel mit Kranz (50 Jahre): Margot Freundl, Christine Jehl, Georg Becher, Kloster der Armen Schulschwestern. (weu)

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