02.07.2017 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Naturparkbetreuer bieten landkreisübergreifende Wanderung mit Blick auf Sagenschatz Steine, Seegras und ein Fluch

Von der Blindschleiche bis zur Totentruhe: An interessanten Begegnungen mangelte es nicht auf dem Pfad, den Gebietsbetreuer für eine landkreisübergreifende Führung ausgewählt hatten. Schauergeschichten waren die Zugabe.

Die Teilnehmer erklimmen nach und nach die Steinerne Wand. Bild: Markus Kurz/exb
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Neunburg/Rötz. Sehr beeindruckt von der Landschaft und den Sehenswürdigkeiten am Weg zeigten sich die Besucher einer Führung vom Taubenwiesbachtal zum Schwarzwihrberg bei Rötz. Angeboten wurde die naturpark- und landkreisübergreifende Veranstaltung von den beiden Gebietsbetreuern Anette Lafaire, zuständig für den Naturpark Oberer Bayerischer Wald, und Markus Kurz, tätig im Naturpark Oberpfälzer Wald und Oberpfälzer Seenland.

Mit Mahd optimiert

Bei der Wanderung stand zunächst das Taubenwiesbachtal als kleines Seitental der Schwarzach im Mittelpunkt. Vor gut zehn Jahren ist begonnen worden, die noch offenen kleinen Waldwiesen im sogenannten Bayern-Netz-Natur-Projekt zu optimieren. Eine Tierart, die hier besonders gefördert werden soll, ist der in den umliegenden Wäldern brütende Schwarzstorch. Die Mahd der Waldwiesen, der Waldumbau zugunsten eines naturnahen Mischwaldes oder die Anlage von Tümpeln, hier zum Beispiel durch Sprengung, sind nur einige der umgesetzten Maßnahmen. Als Projektpartner fungiert neben den Bayerischen Staatsforsten als Haupteigentümer der Flächen, dem Naturparkverein und den Naturschutzbehörden, auch die Berufsschule in Neunburg vorm Wald mit ihren Auszubildenden zum Forstwirt, die bereits viele Aktionen vor Ort ausgeführt haben. Dazu gehört auch die Anlage eines Baumartenlehrpfades, das Aufhängen von Fledermauskästen oder das Mähen von Wiesenbereichen.

Zwischendurch wurden noch Funde erklärt, wie zum Beispiel eine Blindschleiche und deren Lebensweise oder das Seegras, das früher auf vielerlei Art genutzt wurde. Der Weg im Landkreis Cham führte dann ab der Sattelhütte auf den Qualitätswanderweg Goldsteig, der auf rund 660 Kilometern von Marktredwitz bis Passau durch die beiden Mittelgebirge Oberpfälzer Wald und Bayerischer Wald verläuft. Hier wurde noch die neue Beschilderung des Naturparks Oberer Bayerischer Wald etwas näher erläutert, denn rund um Rötz beginnt demnächst deren Anbringung.

Wilderer gehetzt

Als Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes erklommen die Teilnehmer die "Steinerne Wand", ein beeindruckendes Naturdenkmal und Geotop mit bis zu 20 Meter abfallenden Seitenwänden. Die Sage von einem hartherzigen Burgherrn der Schwarzenburg, der einst seine Hunde auf einen armen Wilderer hetzte und von diesem dafür verflucht wurde, ließ manchem einen kleinen Schauer über den Rücken laufen.

In der Schwarzenburg gab es einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Entstehung und den Niedergang dieser imposanten Burg. Der Rückweg führte an der sogenannten Totentruhe vorbei, wo bis heute die gesamten Schätze der Burg lagern sollen, weil noch kein "Sonntagskind" dem wilden Heinz zuvorkam und das um Mitternacht erscheinende Elfen-Fräulein geküsst hat. Die Teilnehmenden hatten auf der gesamten Wanderung ihren Wissenschatz auf interessante und unterhaltsame Weise erweitern können, wofür sie sich bei den beiden Gebietsbetreuern bedankten.

Gebietsbetreuer

Insgesamt über 35 Gebietsbetreuer engagieren sich hauptamtlich in vielen Regionen Bayerns für den Erhalt ökologisch bedeutsamer Lebensräume. Als ortskundige Experten gehören zu ihren vielfältigen Aufgaben unter anderem das Erfassen und Überwachen seltener Arten, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. (exb)

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