13.12.2017 - 15:46 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Schwarzachtaler Heimatmuseum ermöglicht Nostalgie-Trip ins Kinderzimmer Spielzeug als Schule fürs Leben

Mit einer Sonderausstellung verschönert das Schwarzachtaler Heimatmuseum die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel. Spielsachen aus Holz und Blech lassen eine Ära aufleben, in der die Lebensschule schon im Kinderzimmer begann.

Bürgermeister Birner (rechts) dankte Helmut Weiß (Mitte) und dessen Frau für die schönen Exponate und Theo Männer (Zweiter von links) und seinem Team für die geleistete Arbeit. Johannes Wiemann (links) aus Nürnberg initiierte und sponserte die Ausstellung. Bilder: weu (2)
von Udo WeißProfil

"Spielzeug dient der Freude an der Beschäftigung mit der Form und der Funktion. Es setzt eigene Gestaltungskräfte frei, Lernprozesse können sich dabei ganz natürlich ergeben." So beschrieb Museumsleiter und Ehrenbürger Theo Männer die Exponate, die bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Als ich noch in den Kinderjahren. . ." im Mittelpunkt standen. Autos und Roller aus Holz sind in den Vitrinen ebenso zu finden wie Blechspielzeug, das das Herz jedes Sammlers höher schlagen lässt.

"Spiegel der Gesellschaft"

Von Helmut Weiß aus Schwandorf stammen die Ausstellungsstücke, die mit Blechkreisel, Karussell, Riesenrad, Trommel und Schiffschaukel die Kinderstube aus der "guten alten Zeit" wieder aufleben lassen. So konnte sich manch Ausstellungsbesucher an die Motorräder, Lokomotiven und Puppenwägen aus seiner Kindheit noch gut erinnern. Spielzeug sei auch "Spiegel der Gesellschaft, des Alltagslebens und der sozialen Verhältnisse", erläuterte Männer. Dies werde besonders bei den bis ins kleinste Detail ausgestatteten Puppenküchen deutlich, mit denen die Mädchen spielerisch in ihre Rolle als Hausfrau eingeführt wurden.

Schon in Steinzeit gespielt

"Gespielt wurde immer", erzählte der Redner, der den Bogen von primitiven Stücken aus Holz, Stein und Knochen sowie Ton aus der Steinzeit bis zu den technischen Spielgeräten der Gegenwart spannte. Von den Knaben erwartete das frühere Rollenverständnis, dass sie sich mit Holzschwert und Soldatenfiguren auf Kampf und Krieg einstellten, während die Mädchen mit Puppen und Puppenmöbeln hantierten. Im Mittelalter waren Holz- und Tontiere, Messingpferde und vor allem das Schaukelpferd vorherrschende, auf das Leben hinführende Geräte. Dabei entwickelte sich seit dem 15. Jahrhundert die Stadt Nürnberg zum Mittelpunkt der Produktion und des Handels von Spielzeug.

Eine gravierende Wende im Material brachten die neuen Technologien und die beginnende Industrialisierung, Blech löste das Holz ab. "Heute herrscht Plastik vor, der Siegeszug des elektronischen Spielzeugs wird noch lange andauern", schloss Männer seine Einführung. Das Ensemble "Klanghölzer" mit Christine Müller, Inge Viertl, Burga Männer und Evi Schmid umrahmte die Eröffnung der Sonderausstellung stimmungsvoll mit adventlichen Melodien.

Bürgermeister Martin Birner dankte den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Museums mit Theo Männer und Gertraud Stadlbauer an der Spitze. Immerhin sei dies die vierte Sonderausstellung im Jubiläumsjahr, die neben der Pflege des umfangreichen Museums bewältigt werden musste. Er bedankte sich auch bei Helmut Weiß für die Überlassung der Sammlerstücke und bei Johannes Wiemann als Initiator. "Schauen Sie mit Ihren Kindern diese sehenswerte Ausstellung an", legte der Bürgermeister allen Interessierten ans Herz.

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